Mein Dozent regte sich bei mir wegen meiner Kommasetzung auf und bezeichnete diese als “Gefühlskommas” – Eine Unverschämtheit!
Allerdings glaube ich, dass er mit seiner Kritik falsch liegt, zweifele aber auch ein wenig an mir selbst. Dazu muss man sagen, dass er Verfechter der alten Rechtschreibregeln ist, ich aber die aktuell richtigen benutze. Von daher könnte es sein, dass er keine Ahnung davon hat, was sich alles bei der Kommasetzung geändert hat. Dabei hat er aber ausdrücklich gesagt, dass die Schreibung nach neuen Regeln möglich ist. Also hier ein paar Beispiele:
Ihr gemeinsamer Gegner ist dabei die burmesische Militärregierung, deren höchstes Ziel die Beibehaltung der nationalen Einheit Burmas ist und die deshalb versucht(,) die Rebellengruppen militärisch an ihren Autonomiebestrebungen zu hindern.
Dadurch ist es möglich(,) exakt zwischen ihnen zu differenzieren(,) und der Fehler, unterschiedliche Begriffe für dieselbe Sache zu verwenden(,) wird vermieden.
Konkret werden dies vor allem die Ziele der Gruppen, die verwendeten Mittel(,) um diese zu erreichen, die Art ihrer Finanzierung sowie ihre interne Struktur sein.
Also ich war mit Kommas recht sparsam, er hätte überall welche gesetzt. Die in Klammern sind solche, die er gesetzt hätte. Nun weiß ich, dass sich mit der Rechtschreibreform geändert hat, dass bei Partizip- und Infinitivzeugs (wie auch immer das alles nun genau heißen mag) kein Komma mehr gesetzt werden muss. Deswegen allein sind das schonmal keine “Gefühlskommas”, sondern eiskalte Berechnung.
Im ersten Beispiel glaube ich, dass es sich um Infinitivzeug wegen “zu hindern” handelt. Also kein Komma. Im zweiten ist es anfangs genauso, dann trennt “und” zwei Hauptsätze, wo ebenfalls kein Komma mehr hin muss und dann ist es wieder Infinitiv. Im dritten Beispiel gibt es “um…zu” – Das sieht für mich nach dergleichen grammtischen Struktur wie zuvor aus, also auch kein Komma.
Kennt sich jemand genau aus und kann bestätigen, was ich hier fasele?
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