Heute Nacht hat sich mein Computer von selbst eingeschaltet. Ziemlich unheimlich, wie ich finde. Wenigstens kann er mir nichts anhaben, aber sollten das Bügeleisen und der Wasserkocher das auch können, muss ich mir wohl Sorgen um meine Gesundheit machen.
Vielleicht hat das Gewitter dem Gerät Leben eingehaucht..? Aber wie geht sowas bitte?
… zahlt sich aus.
Vor knapp zwei Wochen habe ich im Sprachlabor ein Handy auf dem Boden gefunden und es unten abgegeben. Heute war dann ein Briefumschlag in meinem Briefkasten mit einer Dankeskarte und 10€ drin. Nett.
Okay, hätte ich es bei Ebay versteigert, hätte ich wohl mehr bekommen, aber hey – Bin ja kein Idiot.
Traumhafte Zeiten für Politikwissenschaftler: SPD-Niederlage im Traditionsland der Sozis, Ankündigung von Neuwahlen durch den Chef, dahinter stehende verfassungsmäßige Probleme, Lafontaine verlässt die SPD und will unter bestimmten Voraussetzungen an einem Linksbündnis mitwirken, die SPD will keine Koalitionsaussage machen und nächste Woche dann das Referendum in Frankreich – Da wird man ja fast schon ganz rattig. Aber nur fast.
Erstmal etwas zu den Neuwahlen. Nachdem ich den ersten Schock überwunden habe, kam dann die Frage nach dem “Warum”. Wieso gibt jemand ganz offensichtlich freiwillig früher Macht ab, als man erwarten würde? Wieso hofft man nicht einfach auf bessere Zeiten? Gutmütigkeit? Keine Lust mehr? – Beides wäre aber doch völlig irrational…
Dem ist allerdings nicht unbedingt so. Das Verhalten der SPD-Spitze ist sehr wohl rational, wenn sie glaubt, dass sie mit früheren Neuwahlen bessere Chancen auf einen Sieg (ja, ein Sieg!) haben wird, als wenn sie nicht reagiert. Dadurch könnte es nämlich durchaus passieren, dass sie noch mehr Boden verliert… und sich dann gleich ganz auflösen kann.
Nicht zu handeln hieße nämlich noch ein ganzes Jahr länger unter Druck der zahlreichen unionsregierten Länder dahin zu vegetieren. Offensichtlich glaube man auch selbst in der Regierung nicht daran, dass sich die wirtschaftliche Lage innerhalb des nächsten Jahres drastisch verbessert. Ansonsten könnte man schließlich einfach abwarten.
Mit der Ankündigung von Neuwahlen nimmt Schröder (ich sage bewusst nicht “Die SPD” – “Personalisierter Wahlkampf” war heute mehrfach zu hören) allerdings nun ganz klar den Hebel in die Hand und demonstriert Aktionswillen und Mut. Das bringt ihm als Person eine Menge Sympathiepunkte verglichen mit Merkel, die bei einer direkten Kanzlerwahl haushoch verlieren würde. Schröder setzt nun also auf diese einzige wichtige Umfrage, bei der er souverän in Führung liegt. Die Parteien sollen im Sinne Schröders, meinetwegen sogar im Sinne der SPD, denn die will schließlich gewinnen, in ihrer Bedeutung abgemildert werden. Daher auch die fehlende Koalitionsaussage der SPD. Darum soll es nicht gehen, sondern nur um zwei Personen: Schröder und Merkel. Und da hat eben ganz klar einer die Nase vorn.
Ob das Konzept aufgeht, kann ich nicht sagen. Durchdacht sieht es jedenfalls aus.
Wir sind Letzter.
Schuld daran sind meiner Meinung natürlich die anderen. Die waren nämlich schlichtweg besser. Warum natürlich nun Griechenland gewonnen hat und die Rumänen mit ihrer langweiligen Trommelei auf Platz drei gelandet sind, kann ich mir auch nicht erklären. Meine Favoriten waren die dicke Frau aus Malta, die zu Recht einfach nur mit einer guten Stimme auf Platz zwei kam, diese Moldawier mit der trommelnden Oma, diese beiden Jungs aus Lettland und – Frankreich. Obwohl ich den französischen Beitrag sogar am besten von allen Liedern fand, ist sie nur ganz hinten, also irgendwo knapp vor Deutschland gelandet. Eine Schande für den europäischen Musikgeschmack, finde ich.
So, und jetzt Schluss mit dieser seichten Kritik und hin zum handfesten Nationalismus! Verräterisch und ganz und gar nicht brüderlich ist das Verhalten unserer Nachbarn. Vor allem die im Süden muss ich scharf anklagen. Österreich ist nicht dabei und nutzt die Chance gleich mal, um uns Null Punkte zu geben. Die Schweiz ebenso und auch von Dänemark hätte ich etwas erwartet. Ebenso die Franzosen, die diesmal keine Pflicht hatten, ihre Punkte an irgendwelche Gurkenländer wie Monaco oder Andorra spenden zu müssen. Ich glaube, da sollte man mal etwas unternehmen. Am besten militärisch! Damit das dann beim nächsten Mal wenigstens funktioniert!
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