Den Chat mit Gregor Gysi gestern habe ich mir natürlich mal angetan. Leider sind mir selber eigentlich keine interessanten Fragen eingefallen und so beteiligte ich mich nur lesenderweise. Trotzdem hier mal ein paar Highlights des Chats, wie auch immer man sie bewerten mag. Das gesamte Script gibt es hier.
H . Schneider: Ich hatte gehofft endlich kommt etwas Gutes und Ehrliches. Dann kam der Hammer – so ein dummes Wahlprogramm (?) von ihnen das habe ich nicht verstanden. Warum lügen Sie? Das haben sie doch nicht nötig bei den Gegnern. Traurig.
Gregor Gysi: Ich weiß nicht, ob sie es wirklich gelesen haben. Wir sind die einzigen, die mehr soziale Gerechtigkeit wollen und gleichzeitig Reformen und Steuern vorschlagen, mit denen man sie auch finanzieren kann. Unser Programm ist auch wirtschaftsfreundlich, denn ohne Kaufkraftsteigerung haben die kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland immer schlechtere Karten auf dem Binnenmarkt.
Roth Berlin: Sehr geehrter Herr Gysi: Warum geben Sie sich für so einen Honecker Ableger ‘Lafoni ‘ (Lafontaine) hin? Im Saarland will man ihn wegen seiner Vergangenheit (junge Mädchen angemacht im Rotlichtmilieu – siehe Trierischer Volksfreund Archiv 5/2000) nicht mehr haben und ist nur noch eine Lachnummer. Im 0sten agiert er jetzt als Rattenfänger Ein Scharlatan übelster Art!!!
Gregor Gysi: Ich sehe Herrn Lafontaine anders und habe ihn anders erlebt. Er hat mit Honecker ebenso gesprochen wie CDU-Politiker. Wenn man in der DDR etwas erreichen wollte, kam man an Honecker nicht vorbei. Die anderen Geschichten sind Erfindungen der Boulevard-Medien. Sie sollten vorsichtig sein, so etwas zu glauben. Im Übrigen: Ich habe eine Umfrage gelesen, wonach meine Partei im Saarland durch ihn bei 20 Prozent liegen soll, viele Saarländer sehen das also auch anders.
Hausmann: Wie gehen Sie mit dem ‘Zündeln’ mit rechten Parolen Ihres Kompagnons Lafontaine um? Wie bewerten Sie dies?
Gregor Gysi: Er hat keine rechten Parolen. Durch sein ganzes Leben hat er bewiesen, dass er mit Rechts nichts zu tun hat. Ich fand seine Formulierung in Bezug auf “Fremdarbeiter” sehr unglücklich. Das weiß er und er wird es nicht wiederholen. Allerdings musste ich feststellen, dass dieser Begriff sowohl von Otto Schily, dem Spiegel, der Bundeszentrale für Politische Bildung und anderen benutzt wurde. Worum es ihm eigentlich ging, die Bekämpfung von Lohndumping, da stimmen wir völlig überein. Wer Lohndumping nicht bekämpft, sondern zulässt, ist mit Schuld an Ausländerfeindlichkeit und Rassismus.
Moderator: Noch mal konkret zum Personal: Glauben Sie, dass die WASG auf einen möglichen Wahlerfolg personell vorbereitet ist? Haben Sie nicht die Furcht, dass das Linksbündnis ein ähnliches Fiasko erleidet wie die Rechten, die sich in vielen Landtagen mit unfähigen Abgeordneten bis auf die Knochen blamierten?
Gregor Gysi: Im Unterschied zu Ihnen wundert es mich nicht, dass die Rechten kein Personal haben. Wir haben schon im Bundestag bewiesen, dass wir zu allen wichtigen Themen gute Beiträge beisteuern können. Wir sitzen in 6 Landtagen in starken Fraktionen und haben auch dort gelernt. Die Linkspartei tritt an und es sind nur einige – nach meinem Eindruck geeignete – Leute von der WASG dabei. Nach der Wahl, nach einer Vereinigung, wird sich das anders mischen. Das Herausfordernde in der neuen Fraktion wird wohl für mich auch darin bestehen, dass es erstmals eine Mehrheit von Westdeutschen geben wird. Aber das spricht doch nicht gegen die Qualität des Personals, oder?
Moderator: Sie sind also momentan froh, dass es nur “einige” von der WASG sind?
Gregor Gysi: Das kann ich nicht beurteilen. Ich habe kluge Leute von der WASG kennen gelernt, bei denen ich mich freute, wenn sie in den Bundestag kämen, was nicht der Fall sein wird. Das gilt auch für meine Partei. Und es gibt in beiden Parteien auch andere. Was soll’s?
Karlchen567: Hallo Herr Gysi, nach ihrem Wahlprogramm wollen Sie die Mehrwertsteuer für Handwerker auf 7 % senken. Das müssten Sie in der EU einstimmig (!!!) genehmigen lassen – es gibt ja einen Mindeststeuersatz von 15%. Genau darüber streiten die schon seit Jahren ohne Ergebnis und mit 25 EU-Mitgliedern wird es nicht besser. Da wird der Wähler ja von Ihnen schön für dumm verkauft.
Gregor Gysi: Viele Regelungen müssen heute innerhalb der EU abgestimmt werden. Deutschland hat die Regelung für sieben Prozent Mehrwertsteuer für bestimmte Produkte. Wir wollen diese Regelung erweitern auf einige Medikamente und auf bestimmte Handwerksdienstleistungen. Letzteres aus sozial-ökologischen Gründen, damit sich Reparaturen im Vergleich zum Neukauf wieder lohnen. Dass das nicht so ist, ist auch ein Problem für andere EU-Länder. In einem Wahlprogramm schreibt man fest, wofür man streiten und kämpfen will. Im Bundestag, in der EU und anderswo. Wir werden auch immer schreiben, dass wir für Frieden kämpfen, auch wenn wir wissen, dass die viel mächtigere USA-Regierung das anders sieht. Die Leute sollen mitbekommen, wofür wir streiten. Sie wissen, dass wir vieles nicht, zumindest nicht sofort, umsetzen können. Solange wir keine absolute Mehrheit haben, mit der ja sowohl weder Sie noch ich rechnen.
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Am Montag habe ich mich auf ein Jobangebot für einige Studenten zur “Mithilfe in der Türen- und Zargenproduktion” und wurde erstmal vertröstet, dass sich schon 15 Leute gemeldet haben und ich nur noch auf die Warteliste gesetzt werden könne. Man würde mich anrufen, wenn etwas frei wird. Also keine guten Aussichten.
Heute morgen dann um 10:15 Uhr wurde ich tatsächlich von der Frau im dortigen Personalbüro angerufen. Problem dabei war nun aber, dass gerade die letzten beiden Unterrichtsstunden Chinesisch beginnen sollten und ich deshalb mein Handy lautlos gestellt hatte. Eine Viertelstunde später habe ich dann zurückgerufen und es hieß, man habe nun schon jemand anderes eingestellt, weil ich nicht erreichbar war.
Man würde sich aber melden, wenn sich noch etwas ändert. Damit also alles erledigt, dachte ich.
Später war ich dann in der Stadt um mich nach neuen Schuhen umzuschauen und nochmal ruft mich, diesmal der Personalchef selber, an – es wird noch jemand gebraucht. Jetzt hab ich den Job bei Türelemente Borne in Trierweiler.
Am Montag fange ich dann schon an und zwar zu einer echt irren Zeit: 5:30 Uhr. Naja, ist nun sicher nicht gerade ideal, aber daran muss ich mich nun wohl gewöhnen. Der Vorteil ist, dass ich dadurch dann schon immer um 14 Uhr wieder Schluss habe und der ganze Nachmittag dann frei ist.
Dieses Blog ist nun ein Jahr alt. Ich bereue es immer noch nicht, es eingerichtet zu haben. Arbeit macht es ja kaum, weil ich eh nicht viel schreibe ;). Und auch sonst ist es manchmal ein ganz netter Nebenzeitvertreib, wenn einem denn was zum bloggen in die Hände fällt.
Herzlichen Glückwunsch!
Ich habe ein neues Logo für die Ecke oben rechts erstellt. Das Ganze hat deutlich mehr Arbeit gekostet, als eigentlich für so etwas simples nötig sein sollte. Nur kamen bei mir ständig nur verpixelte Zeichen heraus, die an Hässlichkeit kaum zu übertreffen waren. Das Jetzige ist aber okay, denke ich.
并不 wird bingbu (ja, echt witzig) ausgesprochen und bedeutet nun tatsächlich “überhaupt nicht”, was ja nun “wirklich nicht” ziemlich nahe liegt. Das vorherige 不真正 war eine von mir erdachte Sache, von der ich aber nie genau wusste, ob sie eigentlich stimmt. 真正 ist nämlich viel eher “echt”, “wahr” und “real”, also meinem Sprachgefühl nach ein anderes “wirklich” als das, was gemeint ist – nämlich ein verstärkendes. Okay, darüber könnte man jetzt wahrscheinlich noch einige Stunden philosophieren. Aber 真正 mit 不 zu verneinen geht bestimmt nicht und damit hat sich die Sache eh schon.
Leider ist 并 ein echt banales, langweiliges Zeichen. Aber dafür kann es sicherlich nichts.
Wer Gregor Gysi mal live im Chat erleben möchte, der hat am Donnerstag die Chance dazu. Von 13 bis 14 Uhr wird er bei Politik-Digital zu lesen sein. Da bin ich ja mal sehr gespannt. Der Chat wird sicherlich moderiert sein, aber es könnte trotzdem ganz lustig werden, glaub ich.
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