Archiv für August 2005

文林 (Wenlin)

Aus der Wenlin-Hilfe:

Don’t be afraid to click anything you see. If anything goes wrong, it’s not your fault. All computer programs are pretty terrible and this one’s no exception. Hopefully, the technicalities will fade into the background, and you may enjoy learning some beautiful Chinese characters.

Nett.

Wenlin ist übrigens das beste Stück Software, das jemals programmiert wurde. Also für Sinologisten jetzt, mein ich. ;)

Frauenhelden

Es gibt seit gestern eine neue Sat1-Sendung, die da heißt: “Frauenhelden – Machos in der Sackgasse”. Und darum geht es: Vier coole Typen sollen innerhalb von fünf Dates mit fünf selbstgewählten, aber unbekannten Frauen diesen die Worte “Ich liebe dich.” entlocken. Was die Männer aber nicht wissen ist, dass die Frauen alle Schauspielerinnen sind und die Anweisung haben, eben nicht auf die Männer “hereinzufallen”. Also alles sehr ähnlich dem “Dicken, peinlichen Verliebten”.

Aufgrund von Forschungszwecken muss ich mir diese Show nun immer reinziehen. Was mir aufgefallen ist:

Also zunächst mal muss ich sagen, dass mir alle vier Typen sehr viel sympathischer sind als jede einzelne von den Frauen. Aus patriotischen Gründen (selbst ein Mann!) kann ich es einfach nicht akzeptieren, wie hier andere Kerle gnadenlos von irgendwelchen Frauen verarscht werden sollen und den offensichtlich für dumm gehaltenen Zuschauern weis gemacht werden soll, dass Machos ja ach so keine Chance bei den superintelligenten, echt obertoughen Frauen haben. Der Witz an der ganzen Sache ist für mich nun: In der Realität ist es genau andersherum. Meine These…ach was, These – Die Realität sieht nämlich so aus, dass genau dieselben Frauen, die jetzt hier den Kerlen alles vermasseln sollen, auf genau dieselben Typen gandenlos abfahren würden.

Interrail

Heute bin ich zufällig auf etwas gestoßen, was mir völlig neu ist, aber doch spontan absolut cool vorkommt: Interrail. Das ist ein Zugticket, das für ganz Europa und auch darüber hinaus gilt. Das ganze kostet zwischen 195 und 385€, je nachdem in welche Länder man überall hin will. Innerhalb einer Zeit von 16 Tagen bis hin zu einem Monat kann man so zahlreiche Länder per Zug kennen lernen. Da das Ticket innerhalb einer (oder eben mehrer) kompletten Zone gilt, kann man spontan auch an Orte fahren, die man vorher noch gar nicht in Betracht gezogen hatte. Das Ganze wird natürlich dann zur Rucksacktour und wäre damit bestimmt genau mein Ding. Also zumindest theoretisch. Bisher habe ich leider noch keine Erfahrung, was Rucksackreisen angeht, stelle es mir aber wirklich spannend vor.

Ich überlege jetzt schon, sowas sogar noch in diesen Semesterferien mal zu machen. Sind ja noch fast zwei Monate. Eine Zone würde erstmal reichen und das Ganze sollte auf EU-Gebiet stattfinden. Das Ziel ist mir dabei fast egal. Benelux und Frankreich sowie die neuen EU-Länder sind aber wahrscheinlich organisatorisch gesehen am einfachsten zu meistern. Gut wäre aber, wenn ich da noch einen Reisepartner finden würde, der/die mitkommt und am besten sowas ähnliches schonmal gemacht hat. Daran könnte es womöglich scheitern. Klar reisen viele auch einfach alleine los, aber das könnte ohne Erfahrung bestimmt auch schief gehen oder zumindest nicht so toll werden.

Mal schauen.

Kand-O-Mat

Die Bundestagswahl rückt näher und in Zeiten des Wechselwählens muss man sich nunmal an jeden Strohhalm klammern, wenn man sich irgendwann doch mal festlegen möchte. Hier war in der Vergangenheit immer der Wahl-O-Mat eine recht sichere Bank. Es gibt aber auch noch eine Alternative: Den Kand-O-Mat.

Problem dabei ist, dass die Intention sicherlich darin liegt, die Kandidaten nach Attraktivität auf ihren Bildern zu bewerten, aber man ja eigentlich die meisten eh kennt und deshalb gerade nicht danach bewertet. Auch wenn Würfeln wahrscheinlich genauso hilft, die passende Partei zu finden, hier meine Ergebnisse:

Die Kandidaten:

1 Edelgard Bulmahn, SPD
2 Renate Elly Künast, Bündnis90/DIE GRÜNEN
3 Dr. Wolfgang Schäuble CDU
4 Michael Glos, CSU
5 Gerhard Schröder, SPD
6 Dr. Ursula Von der Leyen, CDU
7 Wolfgang Clement, SPD
8 Joseph Fischer, Bündnis90/DIE GRÜNEN
9 Dr. Wolfgang Gerhardt, FDP
10 Gerda Hasselfeldt, CSU
11 Dr. Peter Paziorek, CDU
12 Dr. Annette Schavan, CDU

Bunt gemischt. Schön. Edelgard und Elly gehören aber schon länger zu meinen Lieblingspolitikerinnen. Klar, dass die weit vorne landen würden.

Die Parteien:

1 Bündnis90/DIE GRÜNEN
2 FDP
3 CSU
4 SPD
5 parteilos
6 CDU

Grüne soll ich also wählen. Naja, mal gucken. Ich würfele wohl doch besser nochmal zur endgültigen Entscheidung.

Gerade fällt mir noch auf, dass die Kandidaten der Linkspartei gar nicht dabei sind. Dann ist das alles ja noch weniger aussagekräftig. :(

Versetzt

Ich wurde ins zweite Türenwerk versetzt, weil man meine wertvolle Arbeitskraft im ersten nicht mehr brauchte. Heute, am ersten Tag dort, musste ich acht Stunden lang Löcher und Risse in Holzbrettern zuspachteln. Das geeignete Mittel dazu ist dieses Knetholz und der süßliche Geruch davon hängt mir immer noch in der Nase.

Knetholz
(Quelle: hkgwww03.haefele.de/de/produkte/produkt-katalog/bilder/F007.38.011.jpg)

Ich vermute, wenn man diese eintönige Arbeit über einen längeren Zeitraum macht, dreht man irgendwann durch. Aber gut, ich wollte ja schon immer mal Fließbandarbeit machen. Das ist fast welche. Nur das Fließband fehlt halt. Passend zur offensichtlich nicht endenden Zeit der Industrialisierung hat der Spiegel heute gleich mal etwas zu Karl Marx und dem Kommunismus zum Titel. Wenn demnächst mal wieder Revolution ist, bin ich jedenfalls dabei.

Update 23.08.: Heute hatte ich dann mein Fließband. Immer die gleichen Türrahmenteile aus einer Maschine mit einem Kollegen auf einer Palette stapeln. Und das aber immer im Takt der Maschine (ca. 5 Sek. für ein solches Teil). Auf den überflüssigen Hinweis meinerseits, dass das an Eintönigkeit wohl nicht mehr zu übertreffen sei, meinte der Kollege: “Ja, das ist schlimmer als richtige [körperliche] Arbeit. Aber die Zeit vergeht.” Stimmt, sogar das mit der Zeit. 700 Stück passen auf eine Palette und zwischendrin hat man halt keine Zeit, auf die Uhr zu gucken.

Zeit zum darüber nachdenken hatte ich aber trotzdem genug und meine These ist, dass das Problem erstens am immer gleichen Takt und natürlich den immer gleichen Bewegungen liegt, aber zweitens auch an den völlig fehlenden Entscheidungen, die man treffen könnte. Wenn ein Loch im Holz ist und ich das ausbessern soll, muss ich wenigstens für einen kurzem Moment nachdenken, wie das am besten zu erledigen ist. Je nach Art des Fehlers muss man unterschiedlich handeln. Hier fehlt das aber und man wird zur reinen Maschine degradiert. Nur dass eine richtige Maschine wahrscheinlich nur teurer ist als man selbst. Beängstigend.