Archiv für August 2005 Page 2 of 2



Neues Mobiltelefon

Nein, ich habe kein neues Handy. Aber ich hatte in den letzten Tagen überlegt, ein neues zu kaufen. Irgendeins mit allem aktuellen Schnickschnack, den die Dinger mittlerweile so haben. Leider ist das Angebot so riesig, dass es überhaupt keinen Spaß macht, nach einem passenden zu suchen. Dazu sind dann die Bezeichnungen der Geräte so kryptisch und ähnlich, dass es einfach nur nervt. Ich habe dann aufgegeben, weiter zu suchen.

Dann ist mir allerdings zusätzlich noch die Erkenntnis gekommen, dass ich mir offensichtlich nur ein neues kaufen will, um ein neues nettes Spielzeug zu haben, mit dem man dann nebenbei auch noch telefonieren kann. Ich brauche es ja nicht, sondern will es nur haben. Das ist Konsumblödsinn und dagegen sollte ich ankämpfen! Also bleibt es beim alten Gerät. Bei dem muss ich dann auch nicht gleich wahnsinnig werden, wenn es kaputt geht, ich es verliere, oder es geklaut wird (okay, wer sollte das tun?).

Cool wäre es natürlich schon, ständig Kamera, Terminplaner und MP3-Player in der Hosentasche zu haben. Aber Coolness reicht nicht aus.

Eine Woche als Proletarier

Vielleicht etwas früh, aber ein paar Dinge, die mir nach dieser ersten Woche aufgefallen oder klar geworden sein könnten bzw. mal wieder in den Sinn kamen:

  • Meine Kollegin sagte, nachdem wir zu zweit schon zig Fehler in mehreren Türen ausgebessert hatten, dass diese Türen für die Arbeit, die da drin steckt, eigentlich viel zu billig im Baumarkt oder sonstwo verkauft werden. Das stimmt und ich hatte nie vorher darüber nachgedacht. Und sicher gilt das auch für die meisten anderen Produkte, die es so gibt.
  • Diesen Job, oder auch jeden sonst ähnlichen, über Jahre zu machen, ohne Aussicht auf Veränderung (abgesehen von der Rente, die irgendwann kommt), verdient großen Respekt.
  • Egal wie viele Menschen da sind, die werweißwas für super Qualifikationen und Bildungsabschlüsse haben, ganz toll organisieren können und große Manager sind, es würde alles zusammenbrechen, wenn es nicht wenigstens ein paar Leute ganz unten in der Hierarchie gäbe, die auch tatsächlich etwas produzieren und nicht nur bloß Denken oder organisieren.
  • Das ist vielleicht meine letzte Chance mal richtig zu arbeiten oder ohne Polemik: etwas handwerkliches zu arbeiten.
  • Mir geht’s verdammt gut, wenn ich das freiwillig machen kann und nicht muss, um meine Familie zu ernähren zum Beispiel.

Bild-TV

Kaum kauft der Springer-Verlag mal vier zur eigenen Information sowieso schon völlig ungeeignete Fernsehsender, wird gleich das Ende der Demokratie prophezeit. Wer N24 seinen Lieblingsnachrichtensender nennt, wird auch durch ein bisschen Springer-Propaganda nicht mehr stark zu verderben sein. Wenn er nicht eh schon täglich Bild liest. Und dann interessiert es eh nicht mehr. :)

Solange es noch öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt und nicht gerade jemand wie, sagen wir Gerhard Schröder, sich Fernsehsender kauft, gibt es kein Problem, denke ich. Aber halt mal…

Vor allem die gigantischen Möglichkeiten zur Überkreuz-Werbung, die sich für den neuen Riesen auftun, geben dem Konzern eine Durchschlagskraft die ProSieben und Sat.1 allein bisher fehlte: Die “Bild”-Zeitung könnte für die konzerneigenen Programme kostenlose Reklame machen. Umgekehrt könnte etwa Stefan Raab in TV Total Geschichten aus Springer-Blättern aufgreifen.

(Quelle: spiegel.de)

… Letzteres hat Harald Schmidt schon mehrfach in seiner Sendung gemacht! Also ist die ARD ebenfalls schon unter IHRER Kontrolle!

Duell

45 Minuten für das eine Rundfunksystem, 45 Minuten für das andere? Das ist, als ob in der Allianz Arena der FC Bayern München die erste und 1860 München die zweite Halbzeit kämpft.

(siehe süddeutsche.de)

Nach diesem Artikel könnte das zu erwartende Fernsehduell zwischen Schröder und Merkel völlig übertrieben reguliert von statten gehen. Nicht nur die Duelllanten, sondern auch noch die Rundfunksysteme wollen sich die Show untereinander aufteilen. Da die ganze Sache schon bei der letzten Wahl völlig uninteressant, verregelt und fast ohne Konsequenzen war, plädiere ich, genau wie Merkel, für nur ein Duell. Besser wäre nur noch, gar keines zu machen.

Erster Arbeitstag

Den ersten Tag habe ich geschafft und es war durchaus nett. Die drei Leute, mit denen ich zusammenarbeite (andere sind gerade im Urlaub) sind alle sehr freundlich und erklären auch alles, was man wissen muss. Das kann auch durchaus anders aussehen, wenn man einfach auf sich allein gestellt wird und dann aber Ärger bekommt, wenn man doch etwas falsch macht. Und das passiert ja nun fast zwangsläufig. Uns (einer von den dreien ist auch als Aushilfe da) wurde allerdings alles genau erklärt und gezeigt. Wirklich klasse.

Anfangs hatte ich schon ein wenig Panik, weil ich zunächst mal etwas blöd in der Gegend herumstand. Nicht dass ich hier wieder eingestellt wurde und dann plötzlich alle merken, dass gar nicht genug Arbeit da ist, so wie bei meinem Schulpraktikum damals. Aber so war es ganz und gar nicht, denn kurze Zeit später bekam ich Arbeit, die für den gesamten Tag reichte.

Meine Aufgabe war es, die Holztüren glatt zu schleifen, damit sie später lackiert werden können. Daneben waren natürlich immer noch kleinere Dinge zwischendurch zu machen. Vor allem das Anheben und Tragen von Türen, weil das kaum ordentlich alleine zu bewerkstelligen ist.

Die Müdigkeit jetzt hält sich noch einigermaßen in Grenzen. Und das obwohl ich unheimlich schlecht geschlafen habe und sogar schon früher aufgestanden bin, als ich eigentlich müsste (nämlich um 3:20 Uhr). Ich denke mal, die notwendige Hausarbeit zu schreiben ist auch nach der Arbeit noch drin. Ansonsten kann ich sie halt doch nur am Wochenende schreiben. Heute mache ich aber genau nix mehr.