Manderlay

Dogville war ganz groß. Aber wirklich ganz groß! Und nicht nur weil der Regisseur so heißt wie meine Stadt… Für alle, die ihn nicht gesehen haben: Dogville ist ein bitterböser sozialkritischer Film mit Nicole Kidman. Ihm wird auch nachgesagt, amerikafeindlich zu sein, aber das greift viel zu kurz. Das Besondere daran ist nun aber, dass er mit einer minimalistischen Szenerie und Technik auskommt. Es wurde aus der Hand gefilmt (nein, nicht so krass wie beim Blair Witch Project :)) und die Kulisse ist zum Teil mit Kreide auf den Bühnenboden gemalt. So macht sich der gezeichnete Hund in seiner Hütte z.B. nur durch gelegentliches Bellen bemerkbar, nicht aber als echtes Tier. Es gibt keine echten Häuser, Bäume, keinen Himmel – nichts von alledem. Nur die Schauspieler. Das Ganze sieht also mehr wie ein Theaterstück als ein Kinofilm aus. Wer jetzt sagt “Theater find’ ich aber scheiße.” – Finde ich auch. Den Film mochte ich trotzdem.

Manderlay ist nun die Fortsetzung von Dogville und wie ich erst vorhin gelesen habe sogar der zweite Teil einer Trilogie. Diesmal geht es um Freiheit und Demokratie, die scharf kritisiert werden. Die idealistische Grace, die in Dogville noch von Nicole Kidman gespielt wurde, nun aber leider nicht mehr, befreit ein Dorf von der Sklaverei. Leider merkt sie sehr schnell, dass es offensichtlich nicht einfach ist, die ehemaligen Sklaven zu ihrem Glück zu zwingen. Die finden die Sklaverei nämlich gar nicht mal so übel.

Ich vermute mal, jeder, dem Dogville gefallen hat, wird auch Manderlay mögen. Allerdings muss ich zugeben, dass einiges an Reiz verloren geht, weil man nach dem ersten Teil nicht mal mehr von der experimentellen Kulisse überrascht ist. Pantomimisches Tür Öffnen und Schließen führt maximal zu einem “Aha, sie tun es schon wieder”, aber nicht mehr zu einem “Wow!” Auch konnte ich mich nicht mehr in derselben Art und Weise mit den verschiedenen Orten der Kulisse identifizieren. Die Stachelbeersträucher, der enge Weg dazwischen und die kleine Kirche in Dogville hatten irgendwie mehr Flair als die wenigen Dinge, die es im kargen Ort Manderlay gibt.

Daneben ahnt man auch schon von Anfang an die Richtung, in die der Film gehen wird. Dass die Sklaven nicht freudestrahlend ihre Befreierin feiern, wird gleich nach Beginn klar gezeigt. Bei Dogville hatte ich keinen blassen Schimmer, wie er ausgehen könnte und wurde am Ende wirklich erschütternd überrascht. Wenn man das gesehen hat, sind da schon viele Erwartungen beim Sehen von Manderlay dabei.

Mein Tipp also: Vorher Dogville gucken.

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