Archiv für Dezember 2005

Paul Watzlawick – Anleitung zum Unglücklichsein

Dieses dünne Büchlein habe ich schonmal gelesen, als ich bei der Bundeswehr war und mal wieder nur volle Aufmerksamkeit beim Abhören fremder Armeen gefordert war. Gestern habe ich das Buch zufällig im Regal stehen sehen, konnte mich aber nicht mehr daran erinnern, was drin steht. Dann habe ich es halt nochmal gelesen. Es hat nur 132 Seiten und wurde mit großer Schrift in dünnen Spalten geschrieben, ist also auch für Lesefaule, wie mich, geeignet.

Das Buch ist mittlerweile zum Klassiker geworden und hält sich angeblich schon seit 20 Jahren in den Bestsellerlisten. Und das aus gutem Grund! Der Autor schreibt in ironischer Art und Weise, wie wir uns ständig selbst davon abhalten zufrieden und glücklich zu sein. Das Ganze kehrt er aber um und macht daraus einen Leitfaden, wie man unglücklich wird und bleibt. Ein Auszug aus den Übungen:

Übung Nr. 6: Sie wissen nun um das Walten dunkler Mächte. Dieses Wissen ermöglicht Ihnen nun weitere wichtige Entdeckungen, denn Ihr Blick ist nun geschärft für erstaunliche Zusammenhänge, die der dumpfen, ungeschulten Alltagsintelligenz entgehen. Untersuchen Sie Ihre Haustüre sorfältig, bis Sie einen Kratzer finden, den Sie bisher noch nie gesehen haben. Fragen Sie sich nach seiner Bedeutung: Ist es ein Gaunerzinken, das Resultat eines versuchten Einbruchs, eine absichtliche Beschädigung Ihres Eigentums, ein besonderes Zeichen, um Sie irgendwie zu identifizieren? Widerstehen Sie auch hier der Versuchung, die Sache zu bagatellisieren; begehen Sie aber andererseits auch nicht den Fehler, ihr praktisch auf den Grund zu gehen. Behandeln Sie das Problem rein gedanklich, denn jede Wirklichkeitsprüfung Ihrer Annahme wäre dem Erfolg dieser Übung nur abträglich.

Sehr lustig, aber dann auch wieder teilweise erhellend. Es gibt z.B. auch ein Kapitel über selbsterfüllende Prophezeiungen und dem Problem, das es mit der Aufforderung doch mal spontan zu sein gibt. Sehr hilfreich, wenn man mit diesem Wissen mal sein eigenes oder das Verhalten anderer analysiert.

Machiavelli

Ich habe gerade Machiavellis großartiges, provokatives Meisterwerk “Der Fürst” zu Ende gelesen und vorhin war unter den zahlreichen Pro-Krieg-Gewalt-und-Lügen-Aufrufen auch ein schönes Macho-Zitat, das ich euch nicht vorenthalten will:

Ich komme also zu folgendem Schluß: da sich das Schicksal wandelt und die Menschen auf ihre Methoden versessen sind, werden sie nur dann Erfolg haben, solange sich beides miteinander im Einklang befindet, und sie werden Mißerfolge haben, wenn beides nicht übereinstimmt. Ich bin aber der Meinung, daß es besser ist, draufgängerisch als bedächtig zu sein. Denn Fortuna ist ein Weib; um es unterzukriegen, muß man es schlagen und stoßen. Man sieht auch, daß es sich leichter von Draufgängern bezwingen lässt als von denen, die kühl abwägend vorgehen. Daher ist Fortuna immer, wie jedes Weib, den jungen Menschen freund; denn diese sind weniger bedächtig und draufgängerischer und befehlen ihr mit größerer Kühnheit.

Hach ja. Einer der Klassiker, die noch Spaß machen. :)

Weil mich näher interessierte, was Niccolò denn so für ein Typ war, fand ich noch folgendes angeblich aus einem Brief von ihm an einen Freund:

Ich Einfaltspinsel fiel doch glatt darauf herein und wie ich drinnen war, sah ich im Zwielicht eine Frau mit einem Tuch über Kopf und Gesicht, die recht verschämt tat und in einer Ecke blieb. Die alte Vettel nahm mich bei der Hand, führte mich zu ihr und sagte: “Das ist das Hemd, das ich Euch verkaufen will, aber ich will, daß Ihr es erst probiert, und dann werdet Ihr es bezahlen”. Ein bißchen schüchtern wie ich bin, war ich ganz verblüfft. Die Alte aber verließ den Raum, und machte die Tür zu. Weil ich mit der anderen im Dunkeln blieb, stieß ich ihr ihn rein. Und obwohl sie ganz welke Schenkel, eine feuchte [...]

… so, an dieser Stelle mal eine kleine Unterbrechung. Würde ja alles sonst viel zu lang werden hier. Der Rest ist unter www.niccolo-machiavelli.de unter der Jahreszahl “1501″ zu finden.

TV kaputt

Wenn der Fernseher am ersten Weihnachtsfeiertag kaputt geht, nervt das irgendwie. Prinzipiell nervt sowas aber eigentlich immer und auch bei anderen Geräten. Naja und eigentlich spinnt auch nur der Receiver und nicht der Fernseher herum. Bild sowie Ton setzen dauernd aus. Das ist besonders dumm, da ich heute nachmittag zwei neue MTV-Sender (MTV Puls und MTV Idol) aus Frankreich gefunden habe, die ziemlich gelungen zu sein scheinen. Also wollte ich mich nun mit Musikvideos berieseln lassen und jetzt das!

Was kann man nun aber in einer solch schrecklichen Situation machen? Ich habe bereits ein Stück gelesen, alte Vokabeln wiederholt und im Internet herumgewuselt. Jetzt ist mir langweilig. Es ist ja nicht so, dass ich das Fernsehen bräuchte (jaja, das sagen die Süchtigen immer), aber wenn man sich schon geistig darauf vorbereitet hat, ist das besonders enttäuschend, wenn es dann unerwartet nicht klappt. Dann plötzlich und um diese Zeit noch etwas wirklich sinnvolles zu tun, ist einfach nicht mehr drin. Ich glaube, ich gehe gleich schlafen.

DHL ist wahrscheinlich scheiße

Meine Postfrequenz sinkt dramatisch. Das darf nicht sein. Also gibt’s jetzt mal ein Frust-Artikel direkt aus dem Leben.

Bei Ebay habe ich bereits vor über einem Monat einen neuen kleinen Akku für meinen Libretto-Laptop ersteigert, weil der ursprüngliche den Geist aufgab. Der Spaß hat immerhin knapp 40€ gekostet, weil die Dinger schließlich auch nicht mehr hergestellt werden und es deshalb auch eher wenige bei Ebay gibt. Er ist immer noch nicht angekommen, obwohl der Händler den Akku wohl schon kurz nach Geldeingang verschickt hat. Nach herumgeschickten E-Mails und Telefongesprächen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass DHL hier wohl geschlampt hat. Der Akku wurde als Päckchen verschickt und dafür braucht der Postbote dann wohl keine Unterschrift. Es könnte nun also sein, dass er das Päckchen an irgendjemanden hier im Haus abgegeben hat und dieser “keine Lust” oder es “vergessen” hat, mir das Ding mal vorbeizubringen. Würde mich zwar wundern, denn eigentlich ist so ein Akku ja recht wertlos für jemanden, dem der zugehörige Laptop fehlt. Schuld wäre aber nach wie vor der DHL-Mensch, der es dann also nicht einmal für nötig gehalten hätte, mir einen kleinen Zettel in den Briefkasten zu stecken, wo es denn abgegeben wurde. Der Quelle-Versand macht das…

Natürlich wäre es auch noch möglich, dass das Päckchen irgendwo auf dem Postweg hängen geblieben ist oder der Händler nichts verschickt hat. Bei über 2000 positiven Bewertungen ist das aber auch unwahrscheinlich.

Heute habe ich dann noch einen Bericht im Fernsehen geschaut, wo es darum ging, dass ein paar Postmitarbeiter gerne mal Weihnachtsbriefe aufmachen und das darin steckende Geldgeschenk für die persönliche Gehaltsaufbesserung entnehmen. Das hat dann gleich nochmal jegliche Vorurteile bestätigt.

Nächste Woche muss ich nochmal anrufen. Dann bleibt mir wohl nichts anderes mehr übrig, als um einen neuen Akku bei dem Händler zu bitten oder sogar mein Geld zurückzufordern. :(

Israel verlegen

Deutschland und Österreich sollten “eine, zwei oder egal wie viele ihrer Provinzen” abgeben, damit dort der jüdische Staat entstehen könne. Damit wäre “das Problem an der Wurzel gepackt”, sagte Ahmadinedschad mit Blick auf den Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.

(von Spiegel-Online)

Eigentlich ist diese Idee ja schon an sich witzig genug, so dass man gar nichts mehr dazu schreiben braucht. Ich habe mir aber gerade mal überlegt, welche unserer “Provinzen” denn am ehesten geeignet wäre, um Israel dort hinzuverlegen. Es ist: Mecklenburg-Vorpommern.

Dafür sprechen drei starke Gründe. Erstens ist MeckPomm ähnlich groß wie zur Zeit Israel mit den besetzten Gebieten (ca. 23.000 km² gegenüber ca. 27.000 km²). Außerdem hat das Land einen direkten Zugang zum Meer, was eine weitere Einwanderung vereinfachen würde. Und zum Dritten ist MP eines unserer strukturschwachen Länder, würde also wirtschaftlich wenig Probleme bereiten. Ich schlage vor, dass die bisher dort lebende Bevölkerung in die südlich gelegenen Ost-Bundesländer umzieht, um dort die eh schon zu geringe Bevölkerungsdichte ein wenig zu erhöhen. Da die Bevölkerungsdichte in Mecklenburg-Vorpommern am geringsten ist, wären die dabei entstehenden logistischen Probleme auch relativ klein.

Deutschland würde danach dann so aussehen:

Deutschland

Der Unterschied ist erst bei genauem Hinsehen zu erkennen. Kein Thema also. Machen wir!