Archiv für Januar 2006

Frühlingsfest 2006

Gestern wurde hier wieder das chinesische Frühlingsfest gefeiert und ich habe dort einen ganzen Akku an Fotos geschossen. Es ist wirklich alles dabei, was man braucht: Fotografierte Chinesen, Essen, Lehrer, meine Wenigkeit, Fotos von Bierkästen und typische gestellte Partybilder. Zu finden ist das alles dort hinten an der Wand links. Neuerdings gibt es nun auch wieder Kommentare unter den Bildern, damit jeder weiß, was da zu sehen ist. Juhu!

Frost

Richtig fies ist es, wenn einem die Autoscheiben nicht nur von außen, sondern auch noch von innen zufrieren. Ich habe das noch nicht oft erleben müssen und letztens, als es schon dunkel war, kratzte ich außen so munter vor mich hin und wunderte mich doch arg, warum es nicht klarer wird. Ich habe zunächst überhaupt nicht gemerkt, dass da auch innen Eis ist.

Wäre ich ein richtig cooler Pimp, würde ich natürlich auch immer mit zugefrorenen Scheiben fahren und einfach das Fenster runterkurbeln und links herausschauen. Aber nun… mir ist das zu kalt.

Leider musste ich heute morgen feststellen, dass es äußerst schwierig ist, das Eis mit dem Kratzer innen zu beseitigen. Etwas besser machte sich ein einfacher Spülschwamm und dessen rauhe Seite, der aus welchen Gründen auch immer im Auto lag. Ideal ist aber was anderes und so hilft scheinbar nur Heizung aufdrehen und warten.

Wenn ich Zeit habe, werde ich einen Eiskratzer fürs Innere erfinden und damit reich werden.

Clap your hands and say “Yeah”

Einmal mehr will ich hier eine Super-Musik-Platte vorstellen. “Clap your hands and say ‘Yeah’” ist zugleich Bandname als auch Titel des Albums. Womöglich ist die Stimme des Sängers Alec Ounsworth nicht gleich jedermanns Sache und auch der erste Track ist ziemlich abschreckend. Was danach kommt, ist allerdings wahrlich bombig. Nach der tollen neuen Scheibe von Franz Ferdinand ist diese nun die nächste Höre-ich-nur-noch-Platte zur Zeit.

Interessant an dieser Band ist, dass sie meine These ein wenig unterstützt, dass gute Musik keine Plattenindustrie braucht und diese gerade in Zeiten des Internets auch gerne untergehen darf. Um das nicht alles selbst erklären zu müssen, zitiere ich einfach mal die Beschreibung bei Amazon:

[...] Die fünf Jungs (Alec Ounsworth, Lee Sargent, Robbie Guertin, Tyler Sargent und Sean Greenhalgh) aus Philadelphia und New York haben 12.000 Kopien direkt aus ihrem Appartement heraus verkauft. Insgesamt sind sie jetzt bei 25.000 Stück angekommen. Ihr Rezept war dabei ganz einfach. Sie schafften ihre CDs direkt zu kleineren, unabhängigen Läden und fanden so zunächst einen amerikaweiten Vertrieb namens Junketboy, weil die unorganisierten Verkäufe so toll liefen. Eine aufgeregte Internet-Community tat ihr übriges für den Erfolg der Band. Denn besonders in Blogger-Kreisen wurden sie schnell zu Szene-Lieblingen erklärt. Das mag auch an ihrem Sound liegen: irgendwo zwischen Arcade Fire, Talking Heads und Modest Mouse – das alles mit zwei Synthesizern, einer Lead-, einer Rhythmusgitarre, Schlagzeug, Bass und Harmonica.

Hier gibt’s noch den Link zur Plattentests-Rezension.

Rechtsradikalismus an der Uni

Eigentlich hat die Babic-Geschichte vor über einem Jahr ja schon gereicht. Bei uns läuft jetzt ein Kerl herum, der ganz offensichtlich rechtsextrem ist. Reden gehört habe ich ihn noch nie, aber der Kleidungsstil ist wirklich eindeutig. Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln zieht niemand einfach mal so an. Der Rest der Kleidung passt ebenfalls ganz ins Klischee. Außerdem ist er der neue Kumpel eines Bekannten und auch der sieht das so.

Gerade an Universitäten hätte ich ja die Quote an offen zur Schau stellenden Neonazis auf ziemlich genau Null geschätzt. Dem ist offensichtlich nicht so, denn hier handelt es sich ja nicht mehr um verdecktes rechtsradikales Gedankengut, das man erst durch tief gehende Gespräche, die vielleicht sogar nur rein zufällig auf Politik zu sprechen kommen, erfährt und sich danach dann nicht mehr wundert, woher Leute wie Babic ihre Stimmen erhalten. Nein, es ist in diesem Fall eine offene Provokation.

Der Vorteil an der Sache ist wohl, dass man selbst da gleich von Anfang an Abstand nehmen kann und nicht erst später, wenn man dann von zu einem selbst völlig inkompatiblen Ansichten überrascht wird, wie es mir zumindest schon einmal passiert ist. Allerdings steht auf der anderen Seite, dass so jemand total überzeugt zu sein scheint. Da kann man nicht mehr sagen, dass das alleine von Unwissenheit herrührt. Ich selbst würde bei dem Typen nicht versuchen zu argumentieren, sondern ganz im Gegenteil, nicht mal mehr überhaupt kommunizieren.

Jemand meinte noch, solche seien die Gefährlichsten und da ist mit Sicherheit etwas dran. Ein Neonazi mit Hochschulabschluss kann, im Gegensatz zu rechsradikalen Volltrotteln ohne Bildung, Leute (nämlich genau diese Volltrottel) hinter sich versammeln. Seine Parolen werden angehört, weil er Lesen, Schreiben und Reden kann und die Idioten werden sagen: “Er hat Politik studiert. Er muss es ja wissen.”

Aber womöglich bricht er das Studium ja auch noch ab. Zumindest wenn er weiterhin so rumläuft, wird er in der notorisch linken Uni-Umgebung sicher nicht viel Spaß haben.

Geburtstagswunsch

In genau einem Monat habe ich mal wieder Geburtstag. Ich glaube, ich mach’s diesmal ganz postmaterialistisch und wünsche mir einen Fallschirmsprung. Allerdings dann erst für den Frühling, wenn es etwas wärmer ist.
Fallschirmspringen

Wenn das nicht mal eine sinnvolle Investition ist, dann weiß ich’s auch nicht. Übrigens habe ich letzte Nacht geträumt, ich könnte fliegen. Solange ich immer schön geradeaus geflogen bin und nach vorne geschaut habe, war es okay und auch nach oben hin ging es gut. Aber als ich nach unten wollte, kam ein albtraumartiges Angstgefühl auf. Keine guten Aussichten also und ich will auch überhaupt keine Deutung davon haben.