Durch intensives Philosophieren über Vogelgrippe und die Art, in der sich die Medien auf sowas draufstürzen, bin ich an einen Punkt gekommen, der mich etwas wunderte:
Ein Virus, das einen Vogel infiziert, der daraufhin an der Erkrankung stirbt, bringt sich ja selbst um. Das ist dumm.
Dann las ich folgenden Abschnitt auf der Plattform fürs schnelle Halbwissen:
Unabhängig von den bislang unentschiedenen Gesichtspunkten passen sich Viren im Laufe der Evolution einem speziellen Lebewesen oder auch mehreren Arten als seinem Wirt zunehmend an, um ihn nicht durch die Krankheitsfolgen zum eigenen Nachteil zu zerstören. Durch diese Anpassung wird die entsprechende Art zu seinem Reservoirwirt beziehungsweise Hauptwirt. Selbstverständlich hat ein Virus kein Interesse an dem Tod seines Reservoirwirts, denn es braucht ihn ja für seine Vermehrung. Die dennoch ausgelösten Erkrankungssymptome sind von diesen Viren im Grunde nicht beabsichtigt und eher als ein Unfall anzusehen.
Aha! Also ist das Vogelgrippevirus noch gar nicht richtig an den Vogel angepasst. Seltsam, dass man ihm dann überhaupt diesen Namen gibt. Jedenfalls sollte man das Virus nicht verteufeln und immer so schrecklich negativ beurteilen, denke ich. Schließlich macht es das alles nicht absichtlich. Es kann’s halt einfach noch nicht besser. Lasst es doch einfach in Ruhe!
Heute habe ich zum ersten Mal ein Produkt mit dem unmotivierten Namen “Lachsersatz” probiert. Das erinnert mich an die Simpsons-Folge, wo Bart und Lisa im Camp Krusty sind und es dort nicht einmal Haferschleim, sondern nur Haferschleimersatz gibt.
Lachsersatz hat die gleiche Farbe wie Seelachsfilet aber nicht dessen Form als komplette Scheiben sondern es befindet sich als Brotaufstrich in einem Glas und erinnert damit eher an Marmelade als an ein Fischprodukt. Geschmacklich kommt es echtem Lachs wirklich sehr nahe, allerdings halte ich das Essgefühl für nicht besonders gut. Die weiche Masse ist im Mund kaum fühlbar und eigentlich müsste man es ja auch gar nicht kauen wie echten Lachs. Dazu muss ich sagen, dass ich den Geschmack durch draufgelegte Zwiebelscheiben noch etwas aufgepimpt habe und so keine Ahnung habe, wie Lachsersatz in Reinform schmeckt.
Damit komme ich zum Aussehen, denn auch das hält absolut nicht mit richtigem Lachsfilet mit. Lachsersatz sieht einfach nicht besonders lecker aus. Ein Brotaufstrich, der nicht als Fisch wiederzuerkennen ist, aber sich als solcher bezeichnet, wirkt schlichtweg ungewollt komisch. Das gibt klare Abzüge.
Preislich ist Lachsersatz allerdings auch wiederum viel günstiger als echter Lachs und so ergibt sich zumindest ein befriedigendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn man ihn ohne dauernd hinzugucken und mit ein paar zusätzlichen Geschmacksverbesserern isst, kann Lachersatz als interessanter alternativer Brotaufstrich gesehen werden.
Das Verhalten von Menschen in Fahrstühlen ist bestimmt noch eindeutig zu wenig erforscht. Und wenn doch, ist mir das natürlich auch egal. Jedenfalls will ich an dieser Stelle mal ein paar Sachen dazu aufschreiben, die vielleicht von vielen so beobachtet werden. Vielleicht auch nicht. Es soll dabei jetzt mal nur um Personen gehen, die sich überhaupt nicht kennen.
- Das Warten auf den Fahrstuhl ist dasselbe wie das Warten auf den Bus oder andere öffentliche Verkehrsmittel. Im Prinzip ist ja der Fahrstuhl ebenfalls ein solches. Die Wartenden stehen immer nebeneinander, relativ weit voneinander entfernt, Schulter an Schulter und zwar auf die Fahrstuhltür blickend.
- Im Inneren platziert man sich ebenfalls weitestgehend entfernt voneinander an (das gleiche Phänomen wie bei den Pissoirs im Männerklo). Bei mehr als zwei Personen ist das natürlich weniger gut zu beobachten.
- Derjenige, der zuerst hineingegangen ist, dreht sich um, und schaut zur Tür. Nun kommt es auf die Größe des Fahrstuhls an. Ist er groß, kann sich ein nachfolgender Mitfahrer neben den ersten stellen, also auch zur Tür gucken. Ist der Aufzug enger, wird er sich rechts oder links an die Wand stellen, also nicht zur Tür, sondern zur gegenüberliegenden Wand gucken. Niemals aber stellt er sich direkt dem ersten gegenüber.
- Ist schon jemand oder sind mehrere im Fahrstuhl und kommt noch jemand etwas später hinzu, schaut dieser die drin stehenden zwar an und diese ihn, die Blickkontaktdauer ist aber deutlich kürzer als außerhalb eines Fahrstuhls in der realen Welt.
- Während der Fahrt versucht jeder sich so gut es geht zu ignorieren und dabei passiert es, dass plötzlich irgendwelche Beschriftungen im Inneren, Kratzer an der Wand oder die Stockwerkanzeige mehr Aufmerksamkeit erhalten, als sie eigentlich verdient hätten.
Ist vielleicht alles ziemlich trivial, aber nun… es könnte schließlich auch anders sein. Und letztlich wurde sicherlich niemandem dieses Verhalten bewusst beigebracht, was dann doch vielleicht ganz interessant sein könnte.
Heute war ich mit noch drei anderen beim DAAD in Bonn zu einer Einführungsveranstaltung für China-Teilstipendiaten. Zunächst wollte ich dort ja gar nicht hinfahren, weil ich geglaubt habe, die Informationen, die es dort geben wird, kann ich mir auch locker im Internet holen. Weit gefehlt, denn die Veranstaltung war sehr informativ. Inbesondere wurde ausführlich erklärt, wie das Bewerbungsformular richtig auszufüllen ist und was es z.B. in Sachen Krankenversicherung alles zu beachten gibt.
Außerdem konnten wir auch mal die Leute sehen und hören, mit denen man beim DAAD so zu tun hat und vielleicht bisher nur über E-Mails und Telefon kommuniziert hat. Alle waren überaus sympathisch und absolut kompetent und man hat doch deutlich gemerkt, dass sie ihren Beruf wirklich ernst nehmen und jedem einzelnen so gut es geht helfen wollen. Und das, obwohl ja eigentlich wir diejenigen sind, die die finanziellen Leistungen (in Form von erlassenen Studiengebühren) erhalten. Nach einigen Unklarheiten, was die Bewerbungsmodalitäten und die Verständlichkeit der DAAD-Webseite angeht, hatte ich die Organisation ja schon langsam begonnen zu hassen. Das hat sich aber heute ins Gegenteil verkehrt.
Alles in allem also eine super Veranstaltung und einen leckeren Imbiss in Form von belegten Brötchen gab es auch.
Trotzdem muss ich immer noch hoffen. Wenn zu viele Bewerbungen eingehen, wird eine Auswahl nach Formalien getroffen und dann könnte ich auch noch rausfliegen. Außerdem habe ich eine Frist verpasst, wo ich mich hätte schon quasi vorzubewerben, indem ich mich einfach mal formlos beim DAAD bis zum 15.12. hätte melden müssen. Ich kam zwar noch auf die Interessentenliste, allerdings mit der Einschränkung, dass das nunmal auch ein Grund sein könnte, auszuscheiden. Naja, ich hoffe mal das beste. Drückt mir die Daumen, dass sich nur wenige nun tatsächlich bewerben.
Morgen werde ich wahrscheinlich alle Unterlagen hinschicken.
Höhö. Eben bin ich zufällig über den Begriff “Pornokratie” gestolpert. Und er bedeutet leider nicht die grenzenlose Herrschaft von Pornostars in einem Staat mit dem Recht auf Pornografie für alle an erster Stelle der Verfassung, was sicherlich äußerst wünschenswert wäre.
Nein, es geht um “die Beeinflussung der Regierenden durch Mätressen” im frühen 10. Jahrhundert, was so unglaublich langweilig ist, dass ich das hier nicht einmal weiter ausführen werde.
Eigentlich habe ich ja angefangen heise.de zu hassen, aber es aus Faulheit noch nicht geschafft, es aus meinen Bookmarks zu löschen. Heute gibt’s dort sogar Local Content, denn der ortsansässige Bischof hat sich geäußert. Dazu muss ich natürlich unbedingt meinen unqualifizierten Senf hinzugeben.
Während sich die Nutzer des weltumspannenden Datennetzes überwiegend in Nordamerika, Europa und Asien befänden, seien Lateinamerika, der Nahe Osten und Afrika weitgehend offline.
Angesichts dieser Situation sei zu befürchten, dass das Internet auf globaler Ebene zur Entwicklung eines technischen Analphabetismus führe sowie Industrie- und Entwicklungsgesellschaften weiter spalte. “Es muss deutlich vor einer medialen Kolonialisierung gewarnt werden, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ebenso gefährdet wie kulturelle Vielfalt”, sagte Marx in seinem Vortrag “Medienethische Herausforderungen in der Informationsgesellschaft”.
Was bitte will denn ein afrikanischer Bauer, der weder Lesen, noch Schreiben kann, mit einem Computer und Internetanschluss? Wozu brauchen die ärmsten der Armen die Möglichkeit unbezahlbare Produkte online bei Amazon zu bestellen? Wer, der gerade mal so über die Trockenzeit kommt, ohne zu verhungern, denkt ernsthaft daran zu Chatten oder Weblogs zu betreiben?
Und hey – mehr bietet das Internet nun ja wohl absolut nicht. Ich langweile mich ja bereits jetzt schon wieder.
Statt “Kolonialisierung” hätte ich ja lieber das Wort “Imperialismus” benutzt. Das ist noch provokanter und mindestens ebensowenig passend.
Wobei ich mich auch wundere. Im Prinzip müsste er doch Kolonialisierung befürworten. Der Westen geht in die unterversorgten Länder und baut dort Datennetzstrukturen auf. So würde es doch dort aufwärts gehen… Kapier’ ich nicht. Echt jetzt.
Da ich gerade Schnupfen habe, habe ich hier eine Erkenntnis gewonnen, die nun mein Weltbild über den Haufen geworfen hat:
“Bei einer Erkältung tropft auch meist die Nase. Mehr als 50 mal am Tag greifen wir in Erkältungszeiten zum Taschentuch. Besser wäre es, wir würden das tun, was uns schon unsere Großmütter verboten haben: Statt ins Taschentuch zu schnäuzen, das Sekret kräftig hochziehen.” (dort zu finden)
Der Grund dafür ist, dass beim Schnäuzen unzählige Krankheitserreger vom Nasen-Rachen-Raum in die Nasennebenhöhlen gelangen. Dort können sie sich ohne Gegenwehr vermehren und Entzündungen hervorrufen. Sowas ist natürlich eine ganz fiese Sache. Ökonomisch betrachtet verschwendet man durch Schnäuzen auch viel Geld aufgrund des Verbrauchs von Taschentüchern.
Ich denke, in dieser Angelegenheit sollte die Gesellschaft dringend mal umdenken.
Fast hätte ich’s vergessen: Am Freitag habe ich mich zur Politik-Zwischenprüfung angemeldet, die dann im April stattfinden wird. Damit wäre dann im Prinzip schon die Hälfte dieses Fachs geschafft. Der Anmeldevorgang ging so vonstatten, wie man sich das vorstellt: Ins Sekretariat gehen, sagen, dass man sich anmelden will, Scheine vorlegen, Zettel unterschreiben, wieder nach Hause gehen.
Leider muss ich, um dann auch tatsächlich teilnehmen zu können, erstmal vorher die noch aktuellen beiden Klausuren in Methoden und BRD bestehen. Man munkelt ja, die seien verhältnismäßig einfach. Tatsächlich ist es aber ‘ne ganze Menge Zeug und ich habe gerade dauernd das Gefühl, nur die Hälfte von dem zu lernen, was wichtig ist. Und Max Weber werde ich in diesem Leben sowieso nicht mehr verstehen. Immerhin habe ich durch ihn eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Wenn man beginnt, in einem Text nur noch die Stellen mit dem Textmarker anzustreichen, die man verstanden hat, dann ist man selbst zu blöd für diesen Text.
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