Archiv für März 2006

Das Leben der Anderen

Dieser Film verdient es, dass ich etwas zu ihm schreibe, denn in der Werbung ist doch eher wenig davon in letzter Zeit zu hören gewesen. Im letzten Spiegel gibt es allerdings etwas dazu, was mich dann auch dazu brachte, doch noch mit reinzugehen. Zunächst dachte ich ja an einen klischeebeladenen Moralapostelfilm. Wenn es schon um Stasi und dann auch noch um Künstler geht… was will man da eigentlich erwarten? Aber da habe ich mich zum Glück getäuscht.

Im Film geht es um das Ministerium für Staatssicherheit in der DDR. Hauptmann Gerd Wiesler wird darauf angesetzt den bekannten Schriftsteller Georg Dreymann in seiner Wohnung zu überwachen. Wiesler selbst ist von seiner Tätigkeit aber nicht unbeeinflusst und mehr und mehr wird er selbst zum Akteur.

Ganz besonders hat mir gefallen, dass die gesamte Geschichte perfekt durchdacht ist. Alles schließt sich am wirklich großartigen Ende zusammen und das ohne, dass man es vorausahnen könnte. Außerdem ist es dem Regisseur sehr gut gelungen, das MfS und seine Mitarbeiter eben gerade nicht völlig einseitig als durch und durch bösartig, sondern eben genauso mit verschiedenen Facetten darzustellen, wie sie auch die anderen Charaktere (insbesondere Christa-Maria Sieland, die von Martina Gedeck gespielt wird und die auch letztens erst in Elementarteilchen dabei war) haben.

Also ich empfehle jedem, den unbedingt zu sehen. Selbst wenn man so rein gar nichts mit der DDR am Hut hat. Der Einblick den man bei diesem Film gewinnt, ist endlich mal wieder ein ganz anderer. DDR war nunmal nicht nur Spreewaldgurken, Südfruchtknappheit und Pappautos. Das hier ist ernst.

Dale Carnegie – How to win friends & influence people

Irgendwie stehe ich ja total auf diese “Self-Help”-Bücher, die einem helfen wollen, sein Weltbild abzuändern, über sein und das Verhalten anderer nachzudenken und ganz generell ein besserer Mensch zu werden. Nun habe ich den Klassiker schlechthin und, soweit ich mitbekommen habe, auch das erste Buch in dieser Art überhaupt durchgelesen und will hier ein paar Wort dazu verlieren.

Dale Carnegies “How to make friends & influence people” gehört wahrscheinlich zu den erfolgreichsten Büchern aller Zeiten. Es erschien bereits im Jahre 1936 das erste Mal und hat sich seither (laut wikipedia) über 16 Millionen mal verkauft und war über zehn Jahre hinweg in der Bestsellerliste der New York Times.

Der Titel des Werkes ist für Deutsche womöglich etwas irreführend. Ich denke nicht, dass es darin tatsächlich darum geht, Freunde zu gewinnen. Eher sind damit wohl “Geschäftsfreunde” gemeint und vielleicht ist ja auch schon bekannt, dass Amerikaner das Wort “friend” schon benutzen, wenn sie gerade ein einziges Mal mit jemandem geredet haben. :) (Gibt es überhaupt ein englisches Wort für “Bekannter”?)

“Influence people” trifft es da schon eher. Es geht hauptsächlich darum, seine eigenen Interessen durchzusetzen. Allerdings nicht mit Zwang oder Gewalt, was Carnegie wohl nicht nur moralisch sondern auch rein praktisch ablehnen würde, sondern vor allem dadurch, dass man sich in den anderen hineinversetzt und ihn dazu bringt, das auch tatsächlich zu wollen, was man selber möchte. Dabei liegt ganz offenbar vor allem wirtschaftlicher Erfolg in seinem Fokus. Das Buch ist sicherlich Grundlagenwissen für jeden, der irgendwas verkaufen will. Wenn man etwas von jemandem möchte (z.B. sein Geld), bringt es laut Carnegie rein gar nichts, ihm breit zu erklären, warum man selbst das will, sondern man muss ihm klar machen, warum er das wollen sollte und was er davon hat. Eine Erkenntnis, die banal klingt, aber ich glaube trotzdem meistens nicht beachtet wird.

Physical Examination

Heute hatte ich meinen Termin beim Hausarzt, um die nötigen Untersuchungen fürs Gesundheitszeugnis zu machen. Ich wurde an ein EKG gehängt, mir wurde Blut abgeholtnommen und ich musste einen Sehtest machen. Es lief überraschend super: die Untersuchungen gingen ziemlich schnell, ich musste kaum zwischendrin warten, die Arzthelferinnen waren attraktiv und es wurde sogar ein Stempelkissen für den notwendigen schikanenhaften roten Stempel auf dem Passbild gefunden.

Problematisch war nur, dass ich dort nun doch keine Röntgenaufnahme vom Oberkörper machen lassen konnte. Das schien mir erst als äußerst problematisch, aber ging dann doch überraschend schnell. Gleich eine Straße weiter ist so ein Strahlenarzt, wo ich ohne Termin fast sofort dran kam. Das ganze hat wohl nicht länger als eine viertel Stunde gedauert und ich hatte das Röntgenbild in den Händen.

Nun muss ich allerdings Donnerstag nochmal hin, damit mir der Hausarzt dann auch endlich das Formular ausfüllt, wenn die Ergebnisse der Blutuntersuchung dann da sind. Ich hoffe, dass ich den Termin nun noch einhalten kann. In meiner grenzenlosen Naivität dachte ich nämlich eigentlich, dass ich bereits heute alles fertig haben würde. Naja, wenigstens treffe ich dann die Arzthelferinnen nochmal.

Für alle, die sich diesen Spaß auch mal geben wollen, kann ich noch sagen, dass man alles komplett selber bezahlen muss und ich kann jetzt so mit runden 200€ für den ganzen Kram rechnen. Schön ist das sicher nicht, aber dafür nunmal unvermeidlich.

Ich könnte Deutscher werden

Ausländer, die in Hessen einen deutschen Pass beantragen, müssen künftig in einem Test ihr Wissen über Deutschland unter Beweis stellen. Würden Sie den deutschen Pass bekommen? Finden Sie es heraus, indem Sie in unserem Quiz eine Auswahl der Original-Fragen beantworten.

Ergebnis: Sie haben 39 von 42 Punkten erreicht

Mit Auszeichnung bestanden!

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein wahrer Musterbürger!

Ich finde, es sind einige wirklich schwierige Fragen dabei, die ich einem Ausländer zumindest nicht ohne Vorbereitung zumuten würde und die garantiert auch viele Deutsche nicht aus dem Stand beantworten können.

Wenn es allerdings vor dem Test Unterlagen dazu gibt, wo man die Informationen nachlesen kann, finde ich eine solche Sache im Prinzip nicht schlecht. Es geht vielleicht eher weniger darum, dass man nun wiedergeben kann, was z.B. am 17. Juni 1953 passiert ist oder wer Atomkerne gespalten hat, als dass man sich nunmal wenigstens ein bisschen vorher mit Deutschland beschäftigen muss, bevor man die Staatsbürgerschaft erhält und damit zumindest vielleicht auch beginnt, sich damit zu identifizieren, falls man das vorher nocht nicht getan hat.

(entdeckt bei Thomas)

Wahl-O-Mat zur Landtagswahl

Natürlich gibt es von mir auch dieses Mal mein Wahl-O-Mat-Ergebnis zur Landtagswahl am Sonntag im mit Abstand schönsten Land Deutschlands:

Wahl-O-Mat 06

Ja, genau das, was ich erwartet und geplant hatte.

Schwierige Entscheidungen

Bei schwierigen Entscheidungen kann ich solange darüber nachdenken, wie ich will, die Entscheidung bleibt trotzdem schwierig. Da wägt man hier und da ab, versucht alle Pros und Kontras zu finden, die passen können, wägt ab und denkt irgendwann sogar darüber nach, irgendjemanden zu fragen, der einem die Entscheidung abnimmt. Das geht aber irgendwie nicht. Letzlich muss man sich sowieso immer selbst entscheiden, egal was derjenige sagt. Und selbst wenn ich eine Münze werfen würde, das würde nichts bringen, denn wenn die Münze entschieden hat, fallen mir doch sofort wieder die Gründe dafür ein, doch andersherum zu handeln.

Entweder ich weiß sofort wie die Entscheidung aussehen muss, oder ich denke nach bis zur Verzweiflung. Etwas dazwischen scheint es nicht zu geben. Vielleicht hätte ich doch lieber Jurist werden sollen. Ich glaube, die können sowas besser.

Nun aber erstmal Fußball. Vielleicht kommt mir ja danach (…vor Wut) der Geistesblitz, den ich brauche.

In China da essen sie Hunde

Nein, es geht nicht um den überaus empfehlenswerten Film sondern den gleichnamigen Podcast. Übrigens der erste Podcast, der mich überhaupt auch nur in irgendeiner Weise interessiert. Sicherlich braucht man dafür einen gewissen China-Bezug, denn der Autor ist ein Deutscher, der seit Oktober 2005 für zehn Monate Deutsch an einer chinesischen Uni in der 3-Millionen-Kleinstadt Xiangtan bei Changsha unterrichtet. Über den Podcast berichtet er von seinen Erlebnissen und dem oft für uns ungewöhnlichen Verhalten der Chinesen.

Ich habe noch längst nicht alles davon gehört, kann aber auch China-Uninteressierten zumindest schonmal diese Folge (7,4 MB) empfehlen. Die ist wirklich äußerst lustig und man erfährt einiges über die Verkehrssituation im Land der Mitte. Es ist der helle Wahnsinn.

Ungewollter Müll

Hm, ich hoffe doch sehr, dass es jetzt nicht üblich wird, dass schlechte Bands ständig durchs Netz und dabei gerade durch diese widerlichen Weblogs, oder wie man sie nennt, bekannt werden. Das nervt nämlich. Und besonders schlimm daran ist, dass die Autoren selbst sagen, dass es Müll ist, aber sie gerade dadurch groß rausbringen.

Zwar glaube ich gerne, dass man meistens nicht die Reaktionen absehen kann, aber bei einigen, die vor allem erst im Nachhinein auf den Zug aufspringen, mag es durchaus auch um so etwas wie Ruhm und Bekanntheit gehen.

Nein, ich werde hier nichts verlinken. Rein gar nichts.