Archiv für März 2006 Page 2 of 2



Nominiert

Liebe Selbstzahlerinnen und Selbstzahler!

Wir möchten Ihnen heute den Erhalt Ihrer Antragsunterlagen für den
China Scholarship Council (CSC) bestätigen. Gleichzeitig freue ich
mich, dass wir alle Bewerbungen an den CSC weiterleiten können;
insgesamt sind es 173! Die Mitarbeiter der DAAD-Aussenstelle in
Beijing werden diese Anträge dem CSC vorlegen und Sie damit für einen
Studienaufenthalt und Übernahme der Studiengebühren durch die
chinesische Regierung im Rahmen des Kulturaustauschprogramms
nominieren.

Yeah!

Damit ist nun ziemlich endgültig klar, dass ich ab September für ein Jahr in China sein werde. Das CSC lehnt soweit erklärt wurde, normalerweise niemanden ab. Wo genau hin es geht, weiß ich noch nicht und werde ich erst etwa im Juli erfahren. Als favorisierte Universitäten habe ich die Beijing Language & Culture University, die Tongji in Shanghai und die Wuhan Daxue angegeben. Wenn es an einer dieser drei klappen würde, wäre das klasse, allerdings könnte ich auch überall sonst hingeschickt werden. Da das drei sehr renommierte Unis sind, könnte es natürlich durchaus keine davon werden. Aber versuchen kann man es ja mal.

Am 27. muss ich nun erstmal zum Arzt, der mich dann untersucht, ob auch wirklich zwei Ohren vorhanden und alle Organe noch drin sind, um mir dann das nötige Gesundheitszeugnis auszufüllen.

L.A. Crash

Eine von drei neuen DVDs, die ich mir letztens bestellt habe und es hat sich gelohnt.

Der Film ist an einigen Stellen zwar ziemlich witzig, aber insgesamt überwiegt doch eine stark melancholische Grundstimmung und ich muss damit jetzt erstmal klar kommen und nochmal genauer darüber nachdenken. Er erinnert mich dadurch, aber auch aufgrund der verschiedenen zusammenhängenden Handlungsstränge an Magnolia. Der war allerdings mal schlichtweg deutlich länger. Und damit komme ich zu einem “Problem” von Crash. Mit nur 108 Minuten Spielzeit (Magnolia läuft 188 Minuten!) ist es schwierig, wirklich alle der zahlreichen Charaktere tatsächlich ausreichend zu entwickeln und dem Zuschauer sehr nahe zu bringen.

Ich vermute aber, dass genau das beabsichtigt ist. Ein Zitat ziemlich am Anfang des Films:

It’s the sense of touch. In any real city, you walk, you know? You brush past people, people bump into you. In L.A., nobody touches you. We’re always behind this metal and glass. I think we miss that touch so much, that we crash into each other, just so we can feel something.

Und eben das vermittelt der Film eben genau an den richtigen Stellen ganz ohne riesige Hintergrundgeschichten aufzubauen. Diese werden oft nur angedeutet, was aber eigentlich auch völlig ausreichend ist.

Sicher habe ich bei dem Film noch lange nicht alles realisiert, was eigentlich passiert, weil er nicht alles gleich offensichtlich zeigt. Ich glaube, es ist ein Film, den man öfters sehen kann und der womöglich noch besser wird, wenn man ihn mehr als einmal anschaut. Ein angenehmes Gefühl die DVD zu besitzen. :)

Brief von Malu Dreyer

Am 26.3. ist Landtagswahl. Ein Brief von der lokalen Direktkandidatin der SPD, Malu Dreyer herself, war heute in meinem Briefkasten und er fängt so an:

Der Gang zur Urne – frei ab 18!

Volljährig werden, eine tolle Sache! Schließlich heißt mündig sein: Endlich die Freiheit haben, über sich und sein Handeln ganz allein zu bestimmen.

Als junger Erwachsener stehen Dir dafür viele Wege offen, und du hast bislang unbekannte Rechte. Eines der wichtigsten ist das Recht zu wählen. Für viele junge Leute sind Wahlkämpfe häufig nur noch eine Vorführung von staubigen Politzombies – in Wirklichkeit aber das spannendste Voting-Event, das unser Land zu bieten hat.

[...]

Deine Malu Dreyer

PS. Besuch mich unter www.malu-dreyer.de und mach mit bei meinem großen MMS-Wahl-gewinnspiel – es lohnt sich!

Sehr sympathisch, Malu. Ich darf doch “Du” sagen? Nun ist es Dir vielleicht nicht aufgefallen, aber ich bin schon eine ganze Weile 18. Eigentlich sogar schon so in etwa vier Jahre. Zum Recht zur Teilnahme an politischen Wahlen kommt übrigens auch noch das Recht zwischen dem Dienst an der Waffe oder Zivildienst wählen zu dürfen. Danke dafür schonmal allen Deinen Kollegen, die das noch möglich machen!

Ich sehe es auch so, dass die Landtagswahl ein äußerst spannendes Voting-Event ist. Allerdings bin ich als Jugendlicher natürlich deutlich mehr am DSDS-Finale am 18. März interessiert. Hier hätte man doch beides gekonnt verbinden können, wenn ihr die Landtagswahl eine knappe Woche vorverlegt hättet. Erst DSDS wählen, danach SMS mit Inhalt “BECK” oder “BÖHR” direkt an RTL. Bei Deinem MMS-Wahlgewinnspiel werde ich selbstverständlich teilnehmen.

Dein Matthias Schmidt

Lebensrettende Maßnahmen

Als ich heute in der Tiefgarage mein Fahrrad holte, hörte ich ein vogelartiges Herumgezwitscher (鳥雖捕猶鳴 :-)). Tatsächlich hatte sich ein schwarzer Vogel in der Garage verirrt und saß nun ganz hinten in der Ecke herum. Als Freund aller Lebenwesen dieser Erde, wollte ich dem Tier natürlich irgendwie aus dieser misslichen Lage helfen, nur ist klar, dass man in Zeiten der Vogelgrippe keine Vögel anfasst. Okay, der eigentliche Grund ist, dass ich ihn eh nicht hätte zu fassen bekommen.

Ich wollte ihn nun also einfach mithilfe von Schlüsselgeklapper und Fahrradgeräuschen in Richtung Ausgang scheuchen. Das klappte auch überraschend gut und wir kamen bis zu einer Ecke, wo man das große Ausgangstor schon sieht. Von da an wäre es leicht gewesen, ihn hinauszubefördern. Leider drehte sich das Viech dann plötzlich um und fliegt einfach genau dahin zurück, wo es schon ganz am Anfang war.

Gut, also ich hab’s versucht. Ein bisschen mithelfen muss man nunmal, wenn man die Freiheit zurückerlangen möchte. Als ich später zurückkam, war allerdings nichts mehr zu hören. Vielleicht hat sich ja noch jemand anderes mit dem dummen Tier abgemüht und war erfolgreicher.

Passfotos am Computer

Da hat man schon jegliches technisches Equipment, rennt aber trotzdem noch zum teuren Fotomann, um sich dort in ewig langen Abständen professionell knipsen zu lassen. Das muss nicht sein!

Ich habe einfach mangels Scanner ein bereits bestehendes Passfoto, was noch im Fotogeschäft gemacht wurde, mithilfe einer Digitalkamera in eine elektronische Form gebracht und dann auf den PC übertragen. Dabei waren die Einstellungen natürlich so, dass ich mit möglichst hoher Qualität abfotografierte. Das klingt zwar amateurhaft, aber darum geht es ja schließlich auch! Auf dem Bildschirm sah es dann schonmal ziemlich gelungen aus.

Für 10€ habe ich mir zum ersten Mal im Leben Fotopapier zum Bedrucken gekauft und es in den schon etwas angestaubten HP 710C geschoben. Das Bild habe ich dann auf 3,5×4,5cm skaliert und mal einen Testdruck vorgenommen: Zu hell. Toll, auf dem Bildschirm sah es schon fast zu dunkel aus. Also blindlings am Kontrast gedreht und dann sah es einigermaßen in Ordnung aus.

Leider hängt die Sache nun am Drucker selbst. Je mehr kleine Bildchen man druckt, desto stärker druckt er auch dünne weiße Streifen, bzw. weiße Streifen heißt ja, er druckt nunmal genau nicht an diesen Stellen. Komischerweise waren diese Streifen bei den ersten Versuchen kaum störend, jetzt sind sie aber sehr deutlich zu erkennen.

Ich will das nicht verstehen und werde ein anderes Mal einen weiteren Versuch starten.

Zu früh lernen

Vor kurzem habe ich angefangen für meine Politik-Zwischenprüfung zu lernen, da ich nun tatsächlich die beiden Klausuren, die noch gefehlt haben, bestanden habe. Eigentlich dachte ich ja, die Zwischenprüfung wäre schon am Ende der Ferien, um dann heute zu erfahren, dass sie doch erst im Mai stattfinden wird.

Ich werde demnach sofort mit Lernen aufhören, denn bekanntlich ist ja zu frühes Lernen noch schädlicher als gar nicht lernen!

Im Prinzip hätte ich damit bei so wenig Ferienbeschäftigung eigentlich auch nochmal ein bisschen in der Türfabrik arbeiten können – Naja, man muss es ja nicht gleich übertreiben. Ich werde versuchen lieber etwas sinnvolles zu tun und schonmal damit beginnen das 1000-Seiten-Monumentalwerk vom Herrn Spence zur Geschichte Chinas durchzuarbeiten. Das ist Teil der Zwischenprüfung in Sinologie, die ich eigentlich am Ende des nächsten Semesters machen wollte und in der Vorlesungszeit hab ich sicher kaum Zeit und Lust dann dieses Buch zu lesen.

Alles in Ordnung

Es gibt schon seit ein paar Wochen eine neue Sendung auf Pro7, die “Alles in Ordnung” heißt. Es ist eine Parodie auf die bekannten Polizei-Reality-Dokumentationen im Stil von “Ärger im Revier”. Eben habe ich noch gelesen, dass sie angeblich auch von der selben Produktionsfirma wie “Stromberg” kommt. Der Humor ist wirklich bitterböse und sicherlich nichts für Angehörige und Freunde der hilfsbereiten und immer sympathischen Staatsmacht. An ein paar Stellen wird der Zynismus etwas zu übertrieben, so dass es nicht mehr lustig ist (Reh totschießen am Ende von Folge 1), aber insgesamt ist es ganz klar eine gute Sache. Gerade auch der staubtrockene Kommentar zum aktuellen Geschehen aus dem Hintergrund passt perfekt (“Wenn Fesseln zu eng sind, ist der Verdächtige berechtigt, eine Lockerung zu verlangen”).

Die Sendung kommt immer Sonntags um 23:05 Uhr.

Wie bei Stromberg kann man aber auch wieder alle bisherigen Folgen auf der Pro7-Webseite anschauen. Leider funktioniert das aber nicht so, wie man sich das wünscht. Deshalb habe ich hier in mühevoller Kleinstarbeit die passenden URLs rausgesucht, mit denen es zuminest bei mir wunderbar funktioniert hat. Mit einem entsprechenden Programm kann man damit dann auch die Folgen auf die eigene Festplatte herunterladen. Also hier sind sie:

Und zum persönlichen Vergnügen habe ich hier noch ein Posting aus dem Forum auf der Pro7-Seite zu “Alles in Ordnung”, wo viel von dem zur Geltung kommt, was die Sendung ausmacht:

gut sie mögen es frei willig tun!
aber comedy nein das ist das in keinster weise…was daran ist bitte zum lachen wenn man sieht wie menschen so scheiße behandelt werden!man darf nicht vergessen wir sind hier in deutschland und nicht in amerika wo die polizei so korupt ist!ich möchte nicht wissen wie unsere polizei sich fühlt wenn sie das sieht den es ist nicht so,auch nicht in den dokus das ist das gesetzt was diese menschen vertreten!und mit dieser verarschungs sendung….machen wir deutschen unseren staat selber nur schlecht….und darauf sollen wir stolz sein….ich bin nicht gerne hier in unserem land,aber ich finde das geht zu weit!und tschuldigung wenn die menschen sich nicht an die gesetzte halten…müßen sie damit rechenen das unsere beamten durchgreifen!und so wie es bisher in den dokus lief war es zumindestens zu 85% richtig wie sie gehandelt haben!ich will nicht behaupten das alles richtig ist….aber wie gesagt….

Elementarteilchen

Schon allein durch die Besetzung ist “Elementarteilchen” schonmal potentiell interessant. Ulmen und Bleibtreu spielen ihre beiden ziemlich abgedrehten Rollen wirklich spitze.

Stellenweise sind tatsächlich Szenen dabei, die ein paar Grenzen überschreiten, aber – ohne nun hier altklug herumzufaseln, dass all das sicher gar nicht mal so schrecklich weit hergeholt ist – es passt nun mal sehr gut zu den beiden sehr krassen Charakteren. Ohne diese Szenen würde insbesondere Bruno nun mal nicht korrekt rüberkommen.

Der Film fängt sehr witzig an und bei den beiden Stellen wo ganz am Anfang der Wellensittich stirbt und später die Großmutter umgebettet werden muss, ist mir wirklich die Luft vor Lachen weggeblieben. Das alles ändert sich aber gegen Ende hin drastisch und der Film macht seiner Bezeichnung als Drama dann doch alle Ehre. Wobei ich aber sagen muss, dass mir das Ende sehr gut gefallen hat, wobei ich das nun aber leider hier nicht verraten darf, auch wenn ich es noch so gerne täte, denn es, naja… entspricht nicht dem Durchschnitt.

“Elementarteilchen” ist vielleicht nicht einer der Filme, die man nun unbedingt auf jeden Fall gesehen haben muss, auch wenn das irgendwie vorher durch die Medien so vermittelt wurde, sehenswert ist er aber schon, finde ich.