Archiv für April 2006

Getrocknet

Ein Blick von meinem Fenster herab aufs Erdgeschoss:
Socken

Okay, also so trocknet man seine Socken und Schuhe definitiv nicht. Insbesondere nicht wenn es regnet.

Karl Marx

Teils aus Interesse, teils aus fachkombinatorischen Bedingungen, teils aus… praktischen Gründen habe ich mich in diesem Semester für mein erstes Hauptseminar zum Thema “Karl Marx” entschieden. Die ersten beiden Texte dazu habe ich nun gelesen und ich muss sagen, dass es zwar nicht völlig uninteressant aber doch einigermaßen schwierig zu lesen ist. Oft hilft es, bestimmte Abschnitte einfach laut zu lesen, damit das Gehirn nicht inmitten des Satzes auf Standby schaltet. Ich vermute aber mal, dass es leichter wird, umso mehr man von Marx liest.

Enttäuschend war allerdings die erste Seminarsitzung. Da sind tatsächlich an die 50 Leute drin, wovon fast die Hälfte nur einen Teilnahmeschein macht, also eigentlich nur da sitzt, um sich das Ganze anzuhören (und mitzudiskutieren). Das soziologische Gesetz, dass die Mitredefreudigkeit Einzelner und insbesondere mir proportional mit der Gesamtzahl der Seminarteilnehmer abnimmt, dürfte der Atmosphäre dort nicht gut tun. Wäre ich der Dozent, würde ich nur Benotete-Schein-Leute zulassen.

Außerdem wurden bereits in der ersten Sitzung, die eigentlich nur zur Vorbesprechung genutzt wurde, schon einige aggressive und unsympathische Kommentare ausgetauscht und ich mag es auch gar nicht, wenn einfach mal so alles auch noch von studentischer Seite in Frage gestellt wird. “Verbesserungsvorschläge” sind immer dann besonders nervig, wenn sich alle anderen Teilnehmer schon gedanklich und organisatorisch festgelegt haben. Aber vermutlich kann ich mich da einfach nicht von meinen bürgerlichen Ketten befreien, die mir vorgaukeln, dass der Dozent das Vorgehen bestimmt und man das dann einfach mal so akzeptiert.

Ferienfazit

So, morgen ist letzter Ferientag und ich habe folgende Dinge mehr oder weniger geschafft:

  • China-Aufenthalt: Alles geschafft, soweit das bisher möglich ist.
  • Vokabel-Komplett-Wiederholung: Naja, den Großteil schon, allerdings habe ich sicher bereits jetzt schon wieder eine ganze Menge vergessen. Naja, mühsam nährt sich das Eichhörnchen.
  • Politik-Zwischenprüfung: Alles gelesen und zusammengefasst und schon zum Teil wiederholt. Am 10.5. um 10 Uhr ist meine Prüfung dann. Über das Drücken von Daumen würde ich mich sehr freuen.
  • Chinas Weg in die Moderne lesen: Bin vom Opiumkrieg bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs gekommen. Da fehlt also noch eine ganze Menge.
  • Sonstige Bücher lesen, die ich lesen wollte: Ja. Bis auf eines.
  • Filme gucken, die ich gucken wollte: Ja, glaub schon. Ice Age 2 würde ich mir aber schon noch gerne ansehen, fällt mir gerade wieder ein.

Herr Schmitt

Ich bekomme neuerdings per ICQ häufiger Nachrichten von Schülern der siebten Klasse irgendeiner Schule hier in Trier. Mehrmals wurde ich auch schon abends angerufen, ob ich denn der “Lehrer von der Blabla [hab ich noch nicht verstanden]-Schule” sei. Auch toll, dass die Schüler trotz meiner Ignoranz ihnen gegenüber immer weiter schreiben. Das zeugt von Hartnäckigkeit. Aus denen wird noch was. Hier ein Auszug:

Schüler: hallo
Schüler: alles klar
Schüler: sie spielen kerne Xbox360
Schüler: ps2 ist besser
Schüler: hallo herr schmitt schöne ferien
Schüler: ich sprech sie mal drauf an in sport wpf o.k.
Schüler: sind sie wirklich leher
Ich: Ja, bin ich.
Schüler: auf welcher schule sind sie
Ich: Karl-Marx-Schule in Trier.
Schüler: yaya gibt es gar nicht
Schüler: kennen sie sascha maxheim
Ich: Ja, der macht dauernd Probleme. Beim Volleyball ist der ganz schlecht.
Schüler: kennen sie christine köbelz
Ich: Von der hab ich auch nur Schlechtes gehört. Kenne sie aber selbst nicht.
Schüler: welche haarfarbe hat christian hess
Schüler: welche haarfarbe hat dieser kleine dünne typ den
Ich: Na braun natürlich.
Schüler: was für haare haben sie den
Schüler: wie sehen ihre haare den aus]:->
Schüler: hab dich erwicht du hast gelögen
Schüler: aber ich hab noch eine frage
Schüler: die lautet
Schüler: wie folgt
Schüler: haalloo noch da “herr schmitt”
Schüler: war auf deiner homepage
Schüler: da hab ich gesehen
Schüler: willst du es wissen
Schüler: ooooooooooo sie
Schüler: kenen sie die irina
Schüler: welche fächerunterichten sie den
Schüler: alles klar

[am nächsten Tag]

Schüler: du bist weg????
Schüler: alles klar bei dir
Schüler: du hast ya einen roten roller
Schüler: :(

Darf ich vorstellen: die Festplatte

Gut gelaunt wache ich auf, dusche, mache ein kleines Frühstück, setze mich vor den Rechner, schalte an. Er bootet, eine Konsole öffnet sich und zeigt mir ungewohnte Schrift an. Natürlich ignoriere ich das. Ich starte den Thunderbird, das Fenster öffnet sich, aber zeigt gar nicht meine E-Mail-Verzeichnisse an. Und… die Festplatte macht ganz gehörig seltsame Geräusche. Als wolle sie schreiben/lesen, würde aber durch irgendwelche höheren Kräfte daran gehindert. Sie probiert es weiter, scheitert aber nochmals. Und das dann immer so weiter.

Nun sind mir diese Geräusche aber mittlerweile nicht mehr unbekannt. Das macht sie nunmal hin und wieder alle paar Monate. Ich versuche mich daran zu erinnern, wie man Linux einfach nur ohne coole Extras schlicht mit init startet, erinnere mich aber nicht mehr und drücke einfach Reset am Rechner. Durch diesen Kill wird es eh jetzt die Festplatte checken wollen, was auch klappt und fsck (File System ChecK) tut seine Arbeit wie es soll. Beschwert sich nun aber nicht über Fehler in meinem home-Verzeichnis, was relativ leicht auszubügeln wäre, nein es sagt stattdessen meine root-Partition wäre stellenweise kaputt. Okay, ruhig bleiben!

Ich muss nun manuell reparieren und fsck stellt mir Fragen. Es ist eindeutig zu früh für sowas. Devot drücke ich immer schön “yes”, schreibe mir aber auf einen Zettel (ja, aus Papier), welche Dateien hier betroffen sind, weil mir das Programm ebendieses erzählt. Naja, um es kurz zu machen: So schlimm war es nicht. Ich habe mich mit apt-gets “–reinstall”-Funktion mal angefreundet und ein paar Pakete (u.a. fontconfig, daher auch die seltsame Konsolenschrift) neu installieren müssen. Keine große Sache. Es scheint nun alles wieder in Ordnung zu sein. Dennoch habe ich natürlich gehörigen Respekt vor dieser wandelnden Zeitbombe da im Rechner bekommen. Ich werde schonmal tiefer in mich gehen und über eventuellen Ersatz nachdenken müssen. Okay, das habe ich eigentlich auch schon vor einem halben Jahr gesagt. Über ein Komplettbackup wirklich aller Daten wäre aber auch mal nachzudenken. Bisher sichere ich nur Einstellungen, Musik und Persönliches.