Karl Marx

Teils aus Interesse, teils aus fachkombinatorischen Bedingungen, teils aus… praktischen Gründen habe ich mich in diesem Semester für mein erstes Hauptseminar zum Thema “Karl Marx” entschieden. Die ersten beiden Texte dazu habe ich nun gelesen und ich muss sagen, dass es zwar nicht völlig uninteressant aber doch einigermaßen schwierig zu lesen ist. Oft hilft es, bestimmte Abschnitte einfach laut zu lesen, damit das Gehirn nicht inmitten des Satzes auf Standby schaltet. Ich vermute aber mal, dass es leichter wird, umso mehr man von Marx liest.

Enttäuschend war allerdings die erste Seminarsitzung. Da sind tatsächlich an die 50 Leute drin, wovon fast die Hälfte nur einen Teilnahmeschein macht, also eigentlich nur da sitzt, um sich das Ganze anzuhören (und mitzudiskutieren). Das soziologische Gesetz, dass die Mitredefreudigkeit Einzelner und insbesondere mir proportional mit der Gesamtzahl der Seminarteilnehmer abnimmt, dürfte der Atmosphäre dort nicht gut tun. Wäre ich der Dozent, würde ich nur Benotete-Schein-Leute zulassen.

Außerdem wurden bereits in der ersten Sitzung, die eigentlich nur zur Vorbesprechung genutzt wurde, schon einige aggressive und unsympathische Kommentare ausgetauscht und ich mag es auch gar nicht, wenn einfach mal so alles auch noch von studentischer Seite in Frage gestellt wird. “Verbesserungsvorschläge” sind immer dann besonders nervig, wenn sich alle anderen Teilnehmer schon gedanklich und organisatorisch festgelegt haben. Aber vermutlich kann ich mich da einfach nicht von meinen bürgerlichen Ketten befreien, die mir vorgaukeln, dass der Dozent das Vorgehen bestimmt und man das dann einfach mal so akzeptiert.

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