Archiv für Juni 2006

Chinesepod

Noch mehr China-Content. Stellt euch schonmal darauf ein. Ab September geht das (vermutlich) nur noch so.

Schon längere Zeit gibt es den Podcast Chinesepod. Durch Florian bin ich darauf aufmerksam geworden. Dort gibt es täglich neue Chinesisch-Lektionen mit englischem Kommentar zum anhören. Zunächst dachte ich, dass ich mir das ja hin und wieder zum Spaß mal anhören könnte, wenn ich gerade mal nichts zu tun habe. Nun bin ich aber schon süchtig danach geworden und höre die Lektionen von Anfang an. Das ist möglich, weil sämtliche bisherige Lektionen sich per Bittorrent herunterladen lassen und die Links dazu auch auf der Seite stehen. Insgesamt sind das über 240 Folgen von jeweils knapp einer viertel Stunde und damit in etwa 4GB MP3-Dateien.

Klar, das kann sich kein Mensch auf diesem Kontinent alles anhören. Aber anfangen kann man ja trotzdem mal. Das bringt wahrscheinlich auch mehr, als dauernd Zeichen zu lernen. Die beiden Moderatoren Lehrer Ken und Jenny sind sehr sympathisch, bringen auch hin und wieder mal einen Witz und Jenny Zhu beherrscht ein so klares Chinesisch, dass ich ob der Schönheit ihrer Aussprache jedes Mal fast weinen muss. Sehr toll ist, dass das Ganze nicht so abläuft, dass die beiden einfach die Lektionstexte heruntererzählen, sondern alles ist vielmehr ein Gespräch und sie gehen auch auf Hintergründe und die Art und Weise der Benutzung bestimmter Begriffe ein.

Die Lektionen sind in fünf verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt, so dass man bei richtiger Wahl der Stufe weder über- noch unterfordert ist, was bei anderen anhörbaren Sprachkursen nämlich leider meistens der Fall ist. Außerdem halten sich andere Sprachkurse entweder viel zu viel oder zu wenig an grammatischen Erklärungen auf. Durch Wahl der Stufe kann man sich das bei Chinesepod nach seinen eigenen Wünschen anpassen.

Ich kenne keinen besseren und professioneller gestalteten Chinesisch-Hörsprachkurs als diesen und ich vermute, das wird sich auch nicht ändern.

Vokabeln für morgen

Morgen ist Fußball und ein Sino-Jappo-Grillfest an einem Tag. Da muss ich natürlich dringend noch folgende Vokabeln lernen:

米歇尔·巴拉克 màikèěr bālākè – Michael Ballack
巴斯蒂安·施魏因施泰格 bāsīdìān shīwèiyīnshītàigé – Bastian Schweinsteiger
卢卡斯·波多尔斯基 lúkǎsī bōduōěrsījī – Lukas Podolski

Das reicht erstmal. Ich bin zu faul, mehr herauszusuchen. :-P

Kuttners Videoanalyse

Eine neue Sendung? Wahrscheinlich. Jedenfalls habe ich sie soeben zufällig zum ersten Mal gesehen. Weil Sarah Kuttner diese moderiert, verspricht das zumindest schonmal gute Videos. Zudem fühle ich mich erinnert an eine Sendung zum todlachen auf GoTV, was ich leider mangels Satellitenanschluss hier nicht sehen kann, die “Traurige Tiere in Videos” hieß, wobei sich der Titel je nach Thema immer ändert. Da kommentierten drei irre Typen Musikvideos, in denen Tiere vorkommen. Dort gab es dann immer einen Kommentar, bevor das Video beginnt und wo auf das harte Schicksal der Tiere hingewiesen wurde. Dazwischen wurde dann immer kurz angehalten, wobei Bild und Ton nur stoppten und die Kerle kurze Kommentare aus dem Hintergrund zu gerade laufenden Szenen abgaben. Sehr witzig fand ich das. Trotzdem begrenzt nervend, dass das Video mehrmals angehalten wurde.

Kuttners Videoanalyse versucht das offensichtlich alles nachzumachen. Allerdings wird das Video dabei immer zwischendrin komplett abgebrochen und man sieht Sarah wieder, die dann kurz etwas erzählt. Danach geht es wieder weiter. Eigentlich fast kein Unterschied. Im ersten Fall Bild und Ton angehalten, hier Video weg, Sarah zu sehen. Aber komischerweise nervt es hier schrecklich. Es frustet so stark, dass das Video weg ist und stattdessen Sarah labert, dass es völlig egal ist, wie witzig das ist, was sie sagt. Ich will nämlich dann einfach nur weitergucken.

Mein Verbesserungsvorschlag: Nur vorher etwas länger kommentieren und gerne auch beachtenswerte Szenen erwähnen, danach aber komplett durchlaufen lassen. Die Videoauswahl sieht aber tatsächlich richtig gut aus, muss ich sagen.

Beschränkte Fahnenauswahl

Warum bekommt man hier keine schwedischen Fahnen? Gerne hätte ich eine gekauft, denn Schwarz-Rot-Goldener Fußballpatriotismus (immer dort zu sehen, wo auf den Fahnen noch “2006″ oder anderer Scheiß draufsteht) wird auch schon wieder ziemlich langweilig. In Zeiten von Globalisierung, Europäischer Union und Deutschland gegen Schweden halte ich das schlichtweg für bodenlose Diskriminierung!

Natürlich soll Deutschland die Knäckebrotkicker heute Abend trotzdem in Grund und Boden schießen!

Jonathan Spence – Chinas Weg in die Moderne

Ein weiteres Ziel in meinem Leben wurde erreicht. Ich habe Chinas Weg in die Moderne endlich durchgelesen. Das waren nun knapp 900 Seiten (und die Seiten sind größer als der Standard) und ich habe wirklich ewig gebraucht. Dafür allerdings habe ich auch das meiste auf knapp 30 Seiten stichwortartig zusammengefasst, was zeitweise wirklich nervig war. Manchmal will man einfach nur weiterlesen und nicht immer wieder zwischendrin aufhören, um Dinge aufzuschreiben. “Die Zeit” schrieb irgendwann laut Klappentext mal, dass es “gegenwärtig keine bessere Einführung in die Geschichte Chinas gebe” als in diesem Buch. Allerdings ist es meiner Meinung nach bei diesem Umfang schon mehr als nur eine Einführung. Sicherlich ist es nur ein Überblick, denn Spence behandelt immerhin 400 Jahre Geschichte von der späten Ming-Dynastie bis zum Tod Deng Xiaopings. Trotzdem ist weniger oft mehr und das ein oder andere Kapitel hätte meiner unbedeutenden Meinung nach durchaus weggelassen werden können.

Der Autor geht teilweise sehr detailiert auf die einzelnen Zeitabschnitte ein und unterteilt diese immer noch weiter in Kapitel z.B. zur Kultur und Wirtschaft. Gerade was Letzteres angeht, reicht zumindest mir die grobe Situation. Beispielsweise gibt es ein ganzes Kapitel über die Armut in den 30er Jahren. Letztlich kommt dabei heraus, dass die Bauern zu dieser Zeit arm waren. Allerdings war das öfters so in Chinas Geschichte und insofern war ich mir häufig unsicher, ob die genannten Aspekte und Probleme nun wirklich typisch oder herausragend aus dem Rest der Geschichte waren.

Im Hinblick auf meine Zwischenprüfung muss ich mir auf jeden Fall noch einen weniger tief gehenden Einblick durchlesen, was ich mit Konrad Seitz’ China – Eine Weltmacht kehrt zurück (der reißerische Titel passt zum Schreibstil) auch momentan tue. Der schreibt zwar irgendwie recht seltsam und… unwissenschaftlich, aber eben kürzer. Der Umfang von Spence’ Buch ist für eine Prüfung eher hinderlich, glaube ich. Außerdem habe ich durch die Dauer des Lesens, da ich immer nur kleine Stücke bearbeitet habe, natürlich auch schon wieder vieles vergessen. Möglicherweise hilft mir meine Zusammenfassung, dass ich mich wieder an die wichtigen Punkte erinnere.

Bei “Chinas Weg in die Moderne” muss ich noch herausstellen, dass dort Persönlichkeiten viel mehr im Mittelpunkt der Betrachtung stehen als in anderen Werken. Hier werden auch persönliche Hintergründe, wie Herkunft und familiäre Situation, geschildert und nicht nur der schlichte geschichtliche Ablauf heruntergebetet. Dadurch wird das Ganze deutlich spannender als z.B. das eben erwähnte Buch von Konrad Seitz.

Faszinierend finde ich es immer wieder, wenn eine einzige Person ein solch langes Buch schreibt. Sich eine solche Menge an Wissen anzueignen und das dann auch noch geordnet zu Papier zu bringen, ist für mich nur schwierig vorstellbar.