Jonathan Spence – Chinas Weg in die Moderne

Ein weiteres Ziel in meinem Leben wurde erreicht. Ich habe Chinas Weg in die Moderne endlich durchgelesen. Das waren nun knapp 900 Seiten (und die Seiten sind größer als der Standard) und ich habe wirklich ewig gebraucht. Dafür allerdings habe ich auch das meiste auf knapp 30 Seiten stichwortartig zusammengefasst, was zeitweise wirklich nervig war. Manchmal will man einfach nur weiterlesen und nicht immer wieder zwischendrin aufhören, um Dinge aufzuschreiben. “Die Zeit” schrieb irgendwann laut Klappentext mal, dass es “gegenwärtig keine bessere Einführung in die Geschichte Chinas gebe” als in diesem Buch. Allerdings ist es meiner Meinung nach bei diesem Umfang schon mehr als nur eine Einführung. Sicherlich ist es nur ein Überblick, denn Spence behandelt immerhin 400 Jahre Geschichte von der späten Ming-Dynastie bis zum Tod Deng Xiaopings. Trotzdem ist weniger oft mehr und das ein oder andere Kapitel hätte meiner unbedeutenden Meinung nach durchaus weggelassen werden können.

Der Autor geht teilweise sehr detailiert auf die einzelnen Zeitabschnitte ein und unterteilt diese immer noch weiter in Kapitel z.B. zur Kultur und Wirtschaft. Gerade was Letzteres angeht, reicht zumindest mir die grobe Situation. Beispielsweise gibt es ein ganzes Kapitel über die Armut in den 30er Jahren. Letztlich kommt dabei heraus, dass die Bauern zu dieser Zeit arm waren. Allerdings war das öfters so in Chinas Geschichte und insofern war ich mir häufig unsicher, ob die genannten Aspekte und Probleme nun wirklich typisch oder herausragend aus dem Rest der Geschichte waren.

Im Hinblick auf meine Zwischenprüfung muss ich mir auf jeden Fall noch einen weniger tief gehenden Einblick durchlesen, was ich mit Konrad Seitz’ China – Eine Weltmacht kehrt zurück (der reißerische Titel passt zum Schreibstil) auch momentan tue. Der schreibt zwar irgendwie recht seltsam und… unwissenschaftlich, aber eben kürzer. Der Umfang von Spence’ Buch ist für eine Prüfung eher hinderlich, glaube ich. Außerdem habe ich durch die Dauer des Lesens, da ich immer nur kleine Stücke bearbeitet habe, natürlich auch schon wieder vieles vergessen. Möglicherweise hilft mir meine Zusammenfassung, dass ich mich wieder an die wichtigen Punkte erinnere.

Bei “Chinas Weg in die Moderne” muss ich noch herausstellen, dass dort Persönlichkeiten viel mehr im Mittelpunkt der Betrachtung stehen als in anderen Werken. Hier werden auch persönliche Hintergründe, wie Herkunft und familiäre Situation, geschildert und nicht nur der schlichte geschichtliche Ablauf heruntergebetet. Dadurch wird das Ganze deutlich spannender als z.B. das eben erwähnte Buch von Konrad Seitz.

Faszinierend finde ich es immer wieder, wenn eine einzige Person ein solch langes Buch schreibt. Sich eine solche Menge an Wissen anzueignen und das dann auch noch geordnet zu Papier zu bringen, ist für mich nur schwierig vorstellbar.

-
  • Facebook
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • del.icio.us
  • LinkedIn
  • MisterWong.DE
  • QQ书签

3 Kommentare zu “Jonathan Spence – Chinas Weg in die Moderne”


  1. 1 Florian

    Während meiner Zeit in China habe ich viele angehende Sinologen kennengelernt, die am Schritt ins Hauptstudium standen. Überrascht war ich, dass keiner von ihnen Spence, Gernet etc. in Gänze gelesen hatte, sondern nur in Auszügen.

    Schöne wäre es, wenn eine neue erweiterte Auflage von diesem Buch erscheinen würde.

  2. 2 philip

    hi,
    habe gerade deinen blog im netz gefunden. ich suche auch gerade eine zusammenfassung des spence zwecks prüfung. ich habe genau die gleichen erfahrungen mit dem spence gemacht wie du, nur, daß ich keine zusammenfassung geschrieben habe, was jetzt etwas ärgerlich ist. deswegen meine Frage: hast du die noch bzw. kannst sie mir mailen? wäre super…

    philip

  3. 3 Mai

    Hi,
    ich habe das selbe Problem wie Philip. Da dies nun schon länger zurückliegt, hoffe ich immer noch, dass du mir auch weiterhelfen kannst.:) Kannst du es mir auch per Email zukommen lassen?=) Wäre dir echt dankbar.
    LG Mai

Einen Kommentar schreiben