Archiv für August 2006

Beiyu erreicht

Fortsetzung zum letzten Posting: Mein Gepäck ist zwei Tage später im Hotel angekommen. :)

Gestern habe ich meine Universität, die Beijing Yuyan Daxue erreicht und damit dem kurzweiligen Leben in der Zwischenwelt im DAAD-Hotel beendet. Ab nun bin ich tatsächlich Student an einer chinesischen Hochschule und auch auf mich alleine gestellt und ich muss sagen, dass hier doch alles ziemlich kompliziert und schwierig für mich ist.

Als ich gestern ankam, hat man mich sofort mal ins Gebäude Nummer 1 geschickt, wo ich ein Zimmer bekam. Keine Frage danach, in welcher Art Zimmer ich womöglich lieber wohnen möchte. Das Zimmer dort war im Prinzip die Hölle auf Erden. Doppelzimmer, keine Klimaanlage (das gehört hier eigentlich zum absoluten Minimum für mich), kein Internet, ein Schrank, ein Tisch und Dusche sowie Klo auf dem Gang. Also Bundeswehrwohnsituation, aber auf chinesisch: also dreckig. Hier ist es zu sehen:

img_2081.JPG img_2082.JPG

Das wollte ich nicht, also habe ich den Registrierungsprozess an der Uni beendet, der so seine Zeit dauerte und auch hier und da Geld kostete, um dann meine Wohnsituation zu verbessern.

Der zuständige Mensch kann sogar Englisch und schickte mich erstmal ein bisschen durch die Gegend. Ich habe mich dann spontan entschieden, lieber auf einem Einzelzimmer zu wohnen, egal wieviel es kostet. Ein solches bekam ich dann auch. Das Zimmer ist schrecklich, aber verglichen mit dem ersten wahrscheinlich ein wahrer Traum. Bezahlen muss ich dafür in etwa genauso viel wie auch in Deutschland. Das ist eindeutig relativer Wucher, aber hier wahrscheinlich normal. Zudem ist es ein regelrechter Witz, dass ich nun die Miete für fünf Monate bar vorstrecken soll. So viel Geld gibt mir der Automat gar nicht an einem Tag heraus. Eigentlich soll ich schon heute bezahlen, werde aber einfach bis morgen oder übermorgen damit warten und behaupten, ich könne nur für zwei Monate bezahlen. Mal sehen, was passiert.

Ich bin nun hier an einer Universität, an der fast nur Ausländer sind. Das ist für mich momentan noch ziemlich beängstigend. Ich kann mich zwar auf Englisch einigermaßen ausdrücken, Spaß macht das aber so recht keinen. Bisher habe ich drei Leute kennen gelernt (USA, Marokko, Urugay), wobei diese Kontakte oberflächlich sind und ich mir nicht sicher bin, ob ich das mit Englisch auch vertiefen kann. Was die offiziellen Stellen, Restaurants, Telefonkartenverkäufer (!) usw. hier angeht, kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass sie kein Wort Englisch können. Das ist sicherlich gut, um Chinesisch zu lernen, jetzt am Anfang, wo ich ein paar Dinge wirklich geregelt haben möchte und nicht unbedingt an jeder Ecke übers Ohr gehauen werden will, aber äußerst nervenaufreibend.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass es mir bisher nicht gefällt und ich mich eigentlich den ganzen Tag nur aufregen könnte. Ich muss mir wohl noch eine gehörige Portion Scheißegalstimmung zulegen.

Angekommen

Nun, wir sind vor zwei Tagen (gut) in Peking angekommen. Ein schwerwiegendes Problem plagt uns aber nun gewaltig: Unser Gepäck hat es nicht bis hierhin geschafft und liegt wahrscheinlich auch jetzt am dritten Tag noch in London. Gestern waren wir deshalb in der Nähe der Innenstadt und haben uns erstmal mit Kleidung und Hygienematerial versorgt. Fotos konnte ich bisher aus diesem Grund auch nicht machen, da meine Kamera im Rucksack drin ist. Das einzige, was wir hier nun haben, sind immerhin unsere Unterlagen für die Uni und den Laptop.

Ich hab jetzt weder Lust noch Zeit, mehr zu schreiben. Wird aber fortgesetzt. Gut schonmal, dass ich meine eigene Seite hier erreichen kann. ;)

British Airways

Wir fliegen am Donnerstag nicht direkt nach Peking, sondern zunächst einmal nach London, steigen dann dort um, und erst dann geht es weiter in Richtung Osten. Nun bin ich natürlich gespannt, wie die Kontrollen auf dem Flughafen aussehen, wie genau nachgeschaut wird und ob es lange dauert.

Interessant für uns ist eine neue Regelung unserer britischen Fluglinie, die es nun verbietet, zahlreiche verschiedene Gegenstände mit ins Handgepäck an Board zu nehmen. Betroffen sind insbesondere Kosmetikartikel und verschiedene Duftstoffe. Davon bin ich zum Glück aber nicht betroffen, da ich von Natur aus verdammt gut aussehe, sowas also nicht brauche.

Man darf auch nur noch eine Tasche mit ins Flugzeug nehmen, die die Maße von maximal 45cm x 35cm x 16cm hat. Das ist nicht mehr als eine kleine Laptoptragetasche. Neben dem Laptop wollte ich eigentlich noch das ein oder andere Buch in eine Extratasche packen. Daraus wird dann wohl nichts werden.

Dieser Abschnitt ist noch ganz interessant:

Liquids, gels and pastes may NOT be taken through the airport security search point and onto aircraft, except:

  • Baby milk or baby food which has been proved safe by having been tasted by the passenger;
  • Essential, prescription (or children’s) liquid medicine (under 50ml) which has been verified as safe by being tasted by the passenger or examined by an airport
    pharmacist.

Klingt zeitraubend, kompliziert, lustig und seltsam zugleich.

¡Forward, Russia! – Give me a wall

Gib mir ‘ne Wand. Nur echt mit umgedrehtem Ausrufezeichen.

Wo ich derzeit hier Zeug in Kartons packe und unbekannte Ecken meiner Wohnung putze, brauche ich im Hintergrund dringend ultralaute Musik. Sonst würde ich sicher durchdrehen. Diese Platte hat mir heute bei diesen nervigen Tätigkeiten sehr geholfen. Beim ersten Hören dieser Scheibe dachte ich erst: “Irgendwie komisch-nervig.” Beim zweiten Mal: “…hat aber was.” Ab dem dritten Mal dann immer nur noch: “Cool!”

Allerdings glaube ich, muss man hier vorsichtig sein. Ich vermute, dieses Album spaltet die gemeinen Musikhörer in zwei Lager. Die einen finden es klasse, so wie ich, und die anderen hassen es. Und ein wenig kann ich Letztere sogar verstehen. Die Stimme des Sängers kann durchaus auf die Nerven gehen, die Instrumente werden in recht simpler Art und Weise benutzt und die Lieder sind schon beinahe übertrieben abwechslungsreich. Eigentlich ja eine Sache, die ich nicht richtig ausstehen kann. Mir sind einfache Strukturen, wo es vorne anfängt, wie es am Ende aufhört ja deutlich lieber. Seltsamerweise passen mir diese krassen Wechsel auf dieser Platte aber sogar sehr gut.

Es ist wie so häufig. Mir gefällt das Ding schlicht, weil es schnell und indie ist. ;)

Angeblich ist das Musikfernsehen nun tot

Aus einem Artikel bei Spiegel Online:

Das klassische Musikfernsehen ist am Ende. Die neuen technischen Möglichkeiten haben den neuen Konsumenten geformt. Der harrt nicht vor dem Fernseher aus, sondern klickt sich sein Lieblings-Video im Internet an und lädt es auf seinen iPod. Der neue Konsument ist ein Mensch, der das Warten verlernt hat. Er stellt sich seine eigenen “Top of the Pops” zusammen.

Pah! Wenn man irgendwo überhaupt warten muss, dann ja wohl in Sachen Internet. Für Internetfernsehen ist DSL immer noch deutlich zu langsam. Ich bin ja nun nicht gerade der Typ, der gegen so modernes Internetzeugs ist, aber es braucht wirklich einiges, bis ich aktiv im Netz so etwas wie Musikvideos suche und dann auch noch in ihrer mangelhaften Qualität anschaue. Es gibt kaum zentrale Anlaufstellen dafür und wenn, dann sind sie unübersichtlich oder haben hohe technische Hürden in Form unterschiedlicher Videoformate oder Zwangsregistrierung. Außerdem geht auch nichts darüber Musikfernsehen nebenher laufen zu lassen und dann zufällig ein lange erwartetes Video zu sehen oder eines, wovon man gar nicht glaubte, dass es existiert. Selbst danach zu suchen ist schrecklich langweilig.

Überhaupt finde ich den gesamten Artikel ziemlich weit weg von der Realität. Eine weitere maßlose Überbewertung des Internet. Und das Ding hat es sogar in die Printausgabe geschafft. Ich bin enttäuscht.

Visum

Gestern habe ich sicherlich über 20 Mal beim Chinesischen Konsulat in Frankfurt angerufen – immer besetzt. Und das, obwohl gestern auch offizielle “Bürozeiten” und sogar “Telefonberatung” war. Eigentlich hatte ich noch die Möglichkeit offen gelassen, für das Visum selbst nach Frankfurt zu fahren, weil es bei mir Magenkrämpfe verursacht, auch nur daran zu denken, Pass, Uni-Einladung und “Visa Application Form” einfach so mit der Post (!) durch die Gegend zu schicken. Wenn aber niemand im Konsulat ans Telefon gehen will, komme ich halt nicht drum herum, eine Visa-Agentur zu beauftragen.

Heute morgen habe ich die Unterlagen an eine solche verschickt und werde nun gespannt warten, ob wieder etwas zurückkommt.

Doping

Schluss mit unerlaubten Hilfsmitteln im modernen Radsport! Schluss mit Fahrrädern! Immerhin sind die Fahrer damit deutlich schneller im Ziel als ohne. Der Radsportverband sollte nun endlich auch mal die Benutzung von Fahrrädern strenger kontrollieren und scharf gegen solch unsportliches Verhalten einschreiten!