Archiv für September 2006 Page 2 of 2



HSK

Heute musste ich meinen ersten HSK-Test (Hanyu Shuiping Kaoshi; ich würde ja gerne Wikipedia verlinken, aber die ist, wie bekannt sein dürfte, in China nicht erreichbar) machen. Erst hieß es, für mich gibt es nur einen kleinen, mündlichen Test, jetzt saß ich plötzlich im Hörsaal und sollte diese zweieinhalb Stunden lange Monsterprüfung machen. Echt toll.

Es hat mich dann auch nicht groß gewundert, dass ich kaum etwas sicher wusste und einen großen Teil per Intuition ausgefüllt oder sogar einfach geraten habe. Das geht bei diesem Test, weil er multiple-choice ist. Der HSK besteht aus drei Teilen, wovon der erste Hörverständnis, der zweite Grammatik und der dritte Leseverständnis abdecken soll. Einzig beim zweiten Teil war ich vermutlich einigermaßen gut, weil man Grammatik an der Uni Trier wirklich im Überfluss macht. Beim Hören habe ich eigentlich kaum etwas verstanden und für ein vernünftiges Leseverständnis fehlten mir zu viele Zeichen.

Viele haben den Test dann auch schon nach dem ersten Teil aus Verzweiflung abgegeben. Ich habe einfach mal versucht, alles durchzuarbeiten. Schon alleine diesen Test mal gemacht zu haben, lohnt sich vielleicht fürs nächste Mal. Morgen gibt es die Ergebnisse dieses schriftlichen HSKs und danach soll dann tatsächlich noch zusätzlich eine mündliche Prüfung stattfinden.

Nachmittags war dann noch “Physical Exam”, wobei ein Bus voll mit Ausländern zum Krankenhaus oder so etwas ähnlichem gefahren wurde und sich Leute unsere Unterlagen anschauten. Da ich diese nervenden Untersuchungen aber schon gemacht habe, hätte ich mich geweigert, mir hier nochmal Blut abnehmen zu lassen und womöglich sogar nochmal ge-X-rayt zu werden. Dazu kam es aber auch gar nicht. Nein, es wurde, nachdem ich meine Unterlagen vorzeigte, nur eine Gebühr von 60元 (= 6€) abkassiert und dann konnte ich mit dem Bus wieder zurückfahren. Nur fürs Bezahlen mussten wir so also über eine Stunde in einer Schlange warten. Super durchdacht.

Schon wieder umgezogen

Ab nun wohne ich außerhalb des Campus. Wie schon bei letzen Mal erwähnt, sind die Mietpreise für die Studentenwohnheime für das, was man dort bekommt, viel zu hoch. So richtig zufrieden war ich also auch mit meinem neuen Zimmer in Wohnheim Nummer 8 nicht. Außerdem habe ich da alleine gewohnt, was so von Anfang an nicht geplant war.

Ich wollte die Sache dann so regeln, dass ich erstmal nur für zwei statt für die üblichen fünf Monate Miete zahle und habe der Frau unten am Tresen gesagt, ich hätte nicht mehr Geld. Sie nur “不可以,不可以” – “Das geht nicht” und zeigte mir, dass ja alle fünf Monate bezahlen würden. So hatte ich mich also schon damit abgefunden für diese lange Zeit dort bleiben zu müssen. Allerdings meinte sie, ich solle erst am Montag bezahlen.

Vorgestern Abend habe ich dann aus Langeweile einfach mal im Internet nach Wohnungen in Peking geguckt und bin auch schnell auf eine ganz hübsche WG (waren Bilder dabei) aufmerksam geworden. Eigenes Zimmer für jeden Mitbewohner, zwei Bäder, Klimaanlage, Internet – Genauso wollte ich eigentlich wohnen. Also zwar WG, aber trotzdem eigenes Zimmer. Auf ein Minimum an Privatssphäre will ich nicht verzichten, aber auch nicht völlig alleine wohnen. Also habe ich dort angerufen und für den nächsten Tag eine Wohnungsbesichtigung vereinbart.

Die Wohnung, mein Zimmer und auch die nette Mitbewohnerin Vivian aus Kanada (lebt und arbeitet aber schon drei Jahre hier) haben mir sehr gut gefallen. Als sie dann auch noch meinte, ich könne im Prinzip sofort einziehen, hab ich nicht nein gesagt, bin zurück zum Wohnheim, haben meine Sachen in einer viertel Stunde gepackt unten bescheid gesagt, bezahlt und bin dann ausgezogen. Ich bezahle nun deutlich weniger für deutlich mehr. Meine anderen beiden Mitbewohner (Rose hier aus China und Jeff aus England) habe ich inzwischen auch kennen gelernt und beide scheinen mir ebenfalls sehr sympathisch. Jeff geht auch zur BLCU, um Chinesisch zu lernen. Deutsch kann ich nun natürlich hier überhaupt nicht reden, aber das sollte längerfristig wohl eher ein Vorteil als ein Nachteil sein, auch wenn es anfangs ungewohnt und -angenehm ist.

Das ist mein vorheriges Zimmer:

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Und das mein neues dort ganz oben im 20. Stockwerk:

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Mit diesem Ausblick:

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