Chinesisches Essen ist beliebt und gut. Aber eben nicht immer. Gerade hier in China gibt es Dinge, die man wirklich nicht essen will und ich rede jetzt nicht einmal von den seltsamen Dingen, die es so im Süden gibt. Nein, es geht darum, dass auch Dinge mit für uns gewöhnlichen Zutaten oft einfach nicht gut schmecken. Gerade das Fleisch ist hier manchmal wirklich widerlich, besteht teils nur aus Knochen oder Fett und oft sind die Speisen einfach viel zu scharf.
Gegen all das kann auch ich nichts tun und auch nicht weiterhelfen. Ein bisschen Glück braucht es manchmal, damit man etwas Gutes bekommt. Aber gegen ein anderes Problem kann man etwas tun: Speisekarten, die nur aus Schriftzeichen bestehen. Zwar gibt es in vielen Restaurants Bilder, auf die man zeigen kann, wenn man die Zeichen nicht kennt, in den kleinen, dreckigen, billigen Kantinen an der Ecke gibt es das aber oftmals nicht. Ich gehe immer sehr gerne ins “Chengdu Xiaochi”, was es hier als eine Art Kette überall gibt. Oftmals wird man unfreundlich behandelt, es ist laut, natürlich schmutzig und wenn man aufmersam schaut, kann man hin und wieder auch kleine Kakerlaken über den Boden laufen sehen. Dafür gibt es dann aber eine Mahlzeit für umgerechnet 80 und Bier für 30 Cent. Und wenn man das Richtige auswählt, kann es sogar sehr lecker sein.
Geht man ins Xiaochi hinein und setzt sich hin, kommt sofort eine Bedienung und reicht eine kleine Speisekarte, auf der nur Schriftzeichen sind und will auf der Stelle wissen, was man will. Letztens habe ich erstmal nur gefragt, ob eine bestimmte Mahlzeit scharf sei, sie hat daraufhin “nein” gesagt und das sofort als Bestellung aufgefasst und ist weggelaufen, um bescheid zu sagen, dass ich das haben wollte. Naja. Letztlich war es dann übrigens trotzdem scharf wie Sau.
Die Mahlzeiten sind auf der Karte etwas chinesisch kryptisch angegeben. Es werden einfach die wichtigsten Zutaten hintereinander geschrieben und am Ende steht, was es konzeptionell ist. Z.B. 土豆烧牛肉盖饭 (Kartoffeln, geschmort, Rindfleisch, aufgebaut, Reis), wobei 盖饭 bedeutet, dass sich die vorher genannten Zutaten auf einer ganzen Menge Reis oben drauf befinden. Hier muss man schonmal wissen, dass in diesem Kontext 饭 nicht “Essen”, sondern eben Reis bedeutet.
Ein zweites Beispiel wäre 肥肠粉 (Innereien, Nudeln). Aha! Nudeln mit Innereien. Dass es eine Suppe ist, muss man hier wahrscheinlich wissen. Das lässt sich aus den Zeichen alleine nicht erkennen. Gut zu wissen aber schonmal, was Innereien sind, um diese dann gerade nicht zu bestellen. Es gibt übrigens verschiedene Nudelsorten, die unterschiedliche Zeichen haben. Gerade anfangs sehr verwirrend.
Nach Recherche im Internet ist mir aufgefallen, dass es offenbar noch keine Seite gibt, wo ich Übersetzungen dieser Speisen finden kann. Wenn, dann nur schlecht und unausführlich und zudem garantiert nur in Englisch. Und mein Gourmet-Englisch ist ziemlich schlecht, muss ich zugeben. Ich dachte bis vor kurzem, dass “Eggplant” etwas mit Eiern zu tun haben könnte.
Aus diesem Grund habe ich nun ein Großprojekt gestartet, um diesem ganzen Problem endlich Herr zu werden und habe mir beim letzten Mal eine dieser Speisekarten mitgeben lassen. Ich werde nun versuchen, alle diese Speisen auf dieser Speisekarte ins Deutsche zu übersetzen. Bisher habe ich schon alles abgetippt und Pinyin hinzugefügt. Das Ganze ist bei Xiaochi-Menü links oben zu finden. Unter den Punkten 94-100 habe ich schon ein bisschen übersetzt. In manchen Fällen wird es nahezu unmöglich sein, da manchmal unklar ist, was gemeint sein soll und ich zum anderen natürlich fast alles davon noch nicht selbst probiert habe. Die Formatierung ist noch unübersichtlich und wird natürlich geändert, sobald die Übersetzungen gemacht wurden.
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