Fushu

复述 (fushu) bedeutet eigentlich “nacherzählen” und das machen wir an nun regelmäßig im Unterricht. Fragt man die Lehrerin, ob das bedeute, man müsse den ganzen Text nun auswendig lernen, wird sie sagen: “Nein, nicht auswendig, sondern nacherzählen. Nicht Wort für Wort.”

Letztendlich wird dann aber etwas gemacht, was genau das selbe ist, wie Auswendiglernen. Die Lehrerin schreibt den Lektionstext mit großen Lücken an die Tafel, was dann ungefähr so aussieht:

Die Sache ____: Als ich an diesem Tag ____, sah ich gleich ____ Mädchen. Sie ____ und ____ und es sah so aus als ob _____ und sie sagte ununterbrochen: ” _____ ich muss mich übergeben.”

Und hier ohne die Lücken:

Die Sache geschah folgendermaßen: Als ich an diesem Tag in den Zug stieg, sah ich gleich ein auf dem gegenüberliegenden Sitz, zirka 5 bis 6 Jahre altes Mädchen. Sie sah sehr blaß aus und klammerte sich an seine Mutter und es sah so aus als ob sie sich sehr unwohl fühlte und sie sagte ununterbrochen: “Mama, Mama, mir ist übel, ich muss mich übergeben.”

Das Ganze dann für mehrere Absätze. Mein Beispiel sieht leider einfacher aus, als ich mir das so gedacht habe, aber das liegt halt vor allem daran, dass es in Deutsch ist. ;) Weil der Lektionstext so spannend ist: Es geht um ein Mädchen, das mit ihrer Mutter zusammen im Zug sitzt und dem dort übel wird. Ein hilfsbereiter Rentner macht Platz, so dass das Mädchen sich ans Fenster setzen kann. Kaum sitzt sie dort, übergibt sie sich aus dem Zugfenster hinaus. Die Beobachterin ist danach sehr glücklich darüber, dass es sich wenigstens nicht in die Zugkabine hinein übergeben hat. Danach gibt der Renter dem Mädchen noch ein Medikament gegen Übelkeit, worauf sich die Mutter überschwenglich bedankt. Schön, nicht?

Jedenfalls bleibt einem bei dieser Art und Weise des Lernens wirklich rein gar nichts anderes übrig, als es wirklich auswendig zu lernen. Und selbst wenn ich die Lücken mal nicht exakt fülle und womöglich sogar mal eine Information auslasse, werde ich gleich verbessert und am Ende erzähle ich halt doch Wort für Wort. Wenn überhaupt, denn ich halte das Ganze für äußerst schwierig und brauche sehr lange, um mir die Sätze zu merken.

Das ist kein Nacherzählen. Aber das alles hat dennoch einen gewaltigen Vorteil: Das, was man dann erzählt, ist auch richtig. Wenn ich selber Sätze bilde, können Fehler drin sein. Gestern habe ich mich dabei erwischt, wie ich einen solch auswendig gelernten Satz aus der letzten Lektion tatsächlich exakt so auch im Alltag verwendet habe. Das kam mir irgendwie seltsam vor, hat aber natürlich trotzdem funktioniert.

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4 Kommentare zu “Fushu”


  1. 1 Marcus

    Armer Smith!
    Das ist schon übel! Aber ich sehe schon, wenn du wiederkommst bist du ein richtiger China-Experte und später bist du ein Auslandskorespondent oder hast irgendeinen anderen coolen Job. Manchmal wäre ich gern mit dir in China! Dann könnte man so Zeugs zusammen lernen bzw. sich gegenseitig unterstützen, oder halt auch mal die Stadt unsichermachen, oder halt Berliner Müsli kaufen. *g*
    Gruß
    Marcus

  2. 2 smiss

    Hey, Franky! Alles klar soweit im Westen? Ach ja: Welche Art von Doping wurde eigentlich den Spielern von Werder verabreicht? :)

    Ich studiere doch Politik – Ich werde niemals einen Job bekommen.

  3. 3 Marcus

    Hehe, das Doping ist Per und Naldo hinten, Diego und Frings im Zentrum und Klose vorn. ;)

    Hm, dann mach ich mich selbstständig und stell dich ein. ^^ Bist doch ein ausgezeichneter Mann. =)

  4. 4 Marcus

    PS: Im Westen alles klar und im Osten? :)

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