Ich habe jetzt drei Tage Kampf mit einer SD-Speicherkarte hinter mir. Wir beide haben uns nun dazu durchgerungen diese Schlacht endlich zu beenden, um uns weitere Verluste von Nerven zu ersparen.
Mein uralter Thomson Lyra MP3-Player kann mit SD-Karten vergrößert werden. Bisher hatte ich nur eine geradezu winzige 256MB-Karte dort drin, was eben nur gerade mal für die aktuellen Smash-Hits, die ich den ganzen Tag hören könnte, reicht. Für die Reise wollte ich mir dann spontan eine größere 2GB-Karte kaufen. Das Ding hat mich gerade mal umgerechnet 15 Euro gekostet.
Nach dem Ausprobieren und den ersten draufgespielten 592MB Daten plötzlich die Fehlermeldung es könne nichts mehr kopiert werden. Genau die Fehlermeldung, die kommt, wenn ein Datenträger voll ist. Der Computer behauptete aber weiter, es wären noch gut drei Viertel der Karte frei. Danach dann formatiert, wieder probiert, anders formatiert, im Netz gesucht, nochmal formatiert – immer noch nichts. Stillstand bei 592MB. Linux angeworfen und gemerkt, dass sich die Karte nicht einmal mounten ließ (was ich bis jetzt immer noch nicht verstehe).
Ok, der MP3-Player kann es also offensichtlich nicht. Am nächsten Tag bin ich dann ein zweites Mal nach Zhongguancun gefahren, um mir einen USB-Kartenleser zu kaufen. Zur Sicherheit kaufte ich gleich mal zwei verschiedene, falls einer nicht klappt (je 1 Euro Fuffzich).
Zu Hause ausprobiert und gemerkt, dass das Problem auch mit dem ersten Kartenleser besteht. Wieder im Netz gesucht und gelernt, dass der Kartenleser auch kompatibel mit 2GB- und mehr-Karten sein muss. Aha! Gut, dass ich noch den anderen gekauft habe. Ausprobiert, wieder das selbe Problem. Ruhe bewahren und erstmal eine Rauchen.
Dazu muss ich sagen, dass ich für jedes Mal Probieren auch immer mindestens 592MB auf die Karte kopieren musste und das bei USB1-Geschwindigkeit ewig dauert. Wenn dann nach langer Zeit immer die Fehlermeldung erscheint, muss man aufpassen, dass man nicht vor Verzweiflung spontan aus dem Fenster springt.
Ok, zu diesem Zeitpunkt war ich mir dann sicher, dass die Karte einfach kaputt ist. Selbst wenn beide Kartenleser nur bis zu 1GB arbeiten können, müsste doch dann wenigstens 1GB an Daten erreicht werden, aber doch nicht 592MB. Soviel zu meiner Logik.
Am folgenden Tag wieder nach Zhongguancun und dort erklärt, was das Problem ist. Der Umtausch ging dann flott, aber ich hatte ja noch einen Zusatzwunsch: Die Verkäuferin soll mir vor meinen Augen beweisen, dass ich auf die neue Karte 2GB draufkopieren kann. Da wurde sie dann ziemlich sauer, musste aber später nachgeben und kopierte irgendwelche Sachen auf die Karte und 2GB wurden tatsächlich erreicht. Hoffnung macht sicher wieder breit, dass ich richtig lag. Die Karte muss kaputt gewesen sein.
Zurück zu Hause. Ausprobiert – NEIN! Gleiches Problem, aber nicht mehr 592MB, sondern etwas weniger. Hä..? Aus Verzweiflung dann am nächsten Morgen nochmal Linux angeworfen (nun ging das Mounten plötzlich) und diesmal nicht meine zuvor für den MP3-Player zurechtsortierten MP3s, sondern einfach einen Wust an Daten draufkopieren wollen, so wie es die Verkäuferin auch gemacht hat. Klappt. HÄ?! Also liegt es weder an Karte, noch am Kartenleser, sondern an meinen Daten.
Die Lösung des Problems, was ich immer noch nicht völlig verstehe: Wenn ich meine Dateien einfach ohne Verzeichnisstruktur alle zusammen ins Root-Verzeichnis der SD-Karte kopiere, meint der Rechner irgendwann die Karte sei voll. Mache ich drei, vier Verzeichnisse und kopiere die MP3s dort rein, geht es. Liegt wohl irgendwie an Clustern oder was weiß ich, was es da noch gibt und wovon dann wohl nicht genug da sind. Wieso sagt mir der Rechner nicht genau das?
Zu diesem Zeitpunkt war ich dann dem Ganzen schon völlig ignorant gegenüber eingestellt, so dass ich mich nicht mal mehr freuen konnte. Aber so hat es mich dann auch nicht mehr geärgert, dass nun der MP3-Player inkompatibel zu 2GB-Karten ist und ich nun nur 1GB nutzen kann.
Hm.
« Zuklappen
Kommentare