Archiv für Februar 2007

Kabellos in der Öffentlichkeit

Momentan bin ich – schon wieder – internetmäßig auf dem Trockenen. Ich bin vor ein paar Tagen aus verschiedenen Gründen umgezogen und wohne nun direkt am (im?) Wudaokou, was definitiv sehr cool ist. Sobald ich aus der Wohnung rausgehe, stehe ich vor U-Bahn-Station, Einkaufszentrum, McDonald’s, Cafes, Discos, Bars und was es sonst noch alles hier gibt. Allerdings hat mir mein Vermieter erklärt, dass die Internet-Flatrate in meinem Zimmer erst ab nächsten Monat freigeschaltet wird. Daher sitze ich momentan in einem Subway-Restaurant und schreibe diesen Text 无线, also ohne Kabel.

Nachteil ist ganz klar, dass es so echt nervig ist. Ich muss Laptop, Stromkabel und Maus einpacken und runter laufen. Außerdem ist es teuer, denn um hier surfen zu dürfen, muss ich etwas bestellen. Das große Sandwich hat mich vorhin 35块, also 3,50€ gekostet. Natürlich könnte ich auch ins Internetcafe gehen, was viel billiger wäre, aber es ist nunmal besser, seinen eigenen Computer benutzen zu können. Schon alleine aufgrund unterschiedlicher Tastaturlayouts.

Vorteil ist: Man surft nicht so viel und verplämpert keine Zeit mit sinnlosen Sachen, wie z.B. Blogzeug schreiben. Man geht hin, erledigt, was zu erledigen ist, geht wieder und wendet sich Dingen zu, die einen weiter bringen. Zum Beispiel… Fernsehen gucken.

Ok, was auch immer – tatäschlich ist es totaler Mist und ich will jetzt endlich wieder Flatrate!

Zurück

Die Reise ist zu Ende und wir waren schneller, als eigentlich berechnet. Das Ganze war wirklich fantastisch. Dabei ist mir aufgefallen, dass es gerade die Orte waren, von denen ich vorher noch überhaupt nichts wusste, die mich am meisten beeindruckt haben. Gerade eben solche, wo sonst kaum Touristen sind und man absolute Stille und Natur genießen kann. Die hochdotierten Sehenswürdigkeiten, die aber in jedem Reiseführer stehen und wo demnach dann auch jeder hinfährt, waren zum Teil enttäuschend. Insbesondere der Shaolin-Tempel und die dortige Vorführung sowie die Terrakotta-Armee.

Dagegen dann Orte wie ein kleines Museum in Luoyang, die Tempel in der Umgebung der Shaolin oder eben ganz besonders der Huashan – Orte, bei denen ich vorher gar nicht geplant hätte hinzufahren und auf die wir eher spontan oder zufällig gekommen sind – die mich vor Ehrfurcht erstarren haben lassen.

Vorurteile wie “Shanghai ist scheiße” oder “Xi’an hat außer den Tonkriegern nichts zu bieten” konnten auch aus der Welt geräumt werden. Shanghai ist definitiv cool, die Leute laufen ziemlich stylisch durch die Gegend, Luft und Klima sind sehr angenehm und die Skyline ist atemberaubend. Xi’an ist schon alleine aufgrund der vollständig erhaltenen Stadtmauer interessant. Die Straßen sind enger als in Peking und geben dem ganzen einen recht gemütliches Aussehen. Xi’an als Stadt hat mir sehr gut gefallen.

Was habe ich gelernt:

  • man kann, nein muss selbst um die Hotelpreise handeln
  • Soft-Sleeper sind komfortabler als jedes Flugzeug
  • wobei das noch längst nicht heißt, dass man dann auch besser drin schläft
  • 6 Stunden sitzend Zug fahren kann anstrengender sein als 10 Stunden
  • wenn dich eine Japanerin fragt, ob sie etwas trinken darf, sag nein – ansonsten wird es teuer
  • wenn dir die Auskunft gegeben wird, dass es noch eine Stunde bis zum Ziel ist, rechne mit drei
  • Japaner sind Japaner, Koreaner sind Koreaner, Thailänder sind Thailänder – aber Europäer und Amerikaner sind “Ausländer”, sprechen “Ausländisch” und Ausländisch ist gleich Englisch
  • wenn es im Restaurant eine separate englische Speisekarte gibt, sollte man die Preise mit der chinesischen vergleichen – sie können unterschiedlich sein
  • Hooters ist kein Fastfood-Restaurant!

Ich habe ca. 700 Fotos gemacht und eine ganze Menge davon dort hinterlegt. Midori und Florian haben natürlich auch welche gemacht, die vielleicht noch später dazu kommen, wenn ich sie bekomme. Mein Galerie-Programm schafft es nicht wirklich, die richtige Reihenfolge einzuhalten. Daher habe ich die Stationen mit 1-5 nummeriert.