Qingdao

Qingdao als Stadt hat mir sehr gut gefallen und ich würde momentan behaupten auch dort gut ein Jahr verbringen zu können. Die Stadt ist für chinesische Verhältnisse einwohnermäßig wirklich klein, wirkte für uns durch ihre Ausdehnung aber trotzdem recht groß. Zwar beschränkt sich der eigentliche Stadtkern, wo die meisten interessanten Dinge sind, auf einen kleinen Bereich direkt auf der Halbinsel, einige Ziele für uns lagen aber außerhalb und waren nur nach langwierigen Fahrten in Bussen und Taxis zu erreichen.

Die Stadt sieht durch die Bauart der Häuser wirklich recht europäisch aus, wobei aber Lydia auch meinte, es wäre verglichen mit Shanghais französischer Architektur natürlich sehr ähnlich und damit nichts besonderes. Ich fand es aber wirklich hübsch und herausstechend, denn ich bin schließlich nur die Pekinger Plattenbauten gewöhnt. Hier ist ja eigentlich nichts wirklich europäisch aussehend.

Das größte Problem der ganzen Reise war aber zugleich das große Problem Chinas: 中国人太多 (Es gibt zu viele Chinesen), was meist als Begründung für jegliche Schwierigkeiten dieses Landes herbeigezogen wird. Meiner Meinung zu Unrecht, aber im Falle Qingdaos zur Zeit der Maiferien stimmt es mit Sicherheit. Die Menschenmassen waren kaum zu ertragen. Sowohl Strandpromenade als auch Unterwassermuseum und sogar der etwas entfernte Berg Laoshan waren voll mit Menschen.

Wir haben dennoch hin und wieder eines oder ein anderes einigermaßen ruhiges Plätzchen gefunden, um mal wenigstens den Ansatz eines Erholungsurlaubs hinzubekommen. Dennoch konnte die Badehose im Rucksack bleiben.

Auffällig war, dass wir auffällig waren. Haha. Was ich damit sagen will: In Qingdao ist man Ausländer überraschenderweise nicht gewöhnt. Die Blicke waren noch durchdringender als sonst schon, es gab Fragen danach, ob wir mit Stäbchen essen können (nachdem wir aber schon auf Chinesisch Essen bestellt hatten) und sogar Menschentrauben und neugierige Fragen am Strand. Das hätte ich bei einer solchen Touristenstadt nicht gedacht und war überrascht. Die Strandsache war sogar das krasseste, was ich bisher jemals in dieser Richtung erlebt habe. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Außerirdischer. Aber der Vergleich ist nicht so weit hergeholt. Einer der Chinesen sagte, viele dort kommen vom Land zum Urlaub machen und haben wirklich noch nie in ihrem Leben einen Westler gesehen. Und sowieso niemand hat jemals Westler getroffen, die Chinesisch reden…

Bilder gibt es vorne an der Wand links.

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3 Kommentare zu “Qingdao”


  1. 1 Marcus

    Coole Bilder und mal wieder ein sehr schöner Artikel. :)
    I love this Site! :)

  2. 2 smiss

    Danke! Gerade als du diesen Kommentar schriebst, habe ich den Bildern auch Kommentare hinzugefügt. Damit ist es noch besser!

  3. 3 papa

    hallo Matthias,
    es macht immer wieder Spaß, deine Seite anzuklicken und von deinen Erlebnissen aus dem Reich der Mitte tolle Berichte zu lesen. Absolut Spitze auch die geschossenen Fotos. Freuen uns schon auf eine “Fortsetzung” und verbleiben als deine treuen Leser, dein Papa.

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