Archiv für Juli 2007

HSK-Wunder

Im letzten HSK-Test habe ich wie geschrieben Level 4 bekommen. Nach Umfragen und Nachdenken war ich zu dem Schluss gekommen, dass das für einen Westler ohne Gefühl für Schriftzeichen im Blut eigentlich ziemlich okay ist.

Knappe zwei Monate später gab es dann wieder einen solchen Test, wo ich ein weiteres Mal teilgenommen hatte. Dummerweise stellte sich dabei heraus, dass dieser Test deutlich schwieriger war als der davor. Gerade beim Lesen konnte ich ja schon im vorherigen HSK nicht gerade glänzen, diesmal war es aber wirklich hölle. Es gab Texte, wo ich nicht einmal den groben Inhalt herausgefunden habe und letztlich raten musste. Auch die Lückentextaufgaben und der Hörverständnisteil waren meiner Meinung nicht mit dem vorherigen Test zu vergleichen.

Demnach hatte ich nachher alle Hoffnungen aufgegeben, vielleicht doch etwas besser geworden zu sein und rechnete sogar mit einem schlechteren Ergebnis als vorher. Heute bin ich dann zum Büro gegangen, um mir mein Ergebnis abzuholen – ist ja trotzdem interessant und was steht drauf? Level 6.

Wie bitte? Ein Sprung von zwei Stufen bei mehr Raterei als zuvor? Wahrscheinlich gut geraten. Ich habe aber auch gehört, dass das Endergebnis über den Durchschnitt aller Teilnehmenden errechnet wird. Nur so ergibt das einigermaßen Sinn. Ich glaube weiterhin, es sagt nicht viel aus, aber die Zahl sieht ja trotzdem ganz schön aus auf dem Zettel. :)

Abgeschlossen

Es ist genauso, wie ich es mir schon lange vorgestellt hatte. Je näher der Rückreisetermin rückt, desto mehr schließt man mit dem Leben im Ausland ab und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man es nicht mehr erwarten kann, wieder zurück ins eigene Land zu kommen. Seit dieser Woche habe ich diesen Zeitpunkt erreicht, glaube ich. Recht spät eigentlich.

Ich würde gerne länger bleiben, aber da ich nicht kann, will ich auch nicht. Haha, wenn das mal nicht konfus ist…

Noch morgen, übermorgen und überübermorgen.

China-Kurs für Manager

别一概而论!(Scher nicht alles über einen Kamm!), aber dieser Spiegel-Artikel hier ist trotzdem echt witzig, ganz besonders die Bilder der Designerin Yang Liu. Da ich mich kopierrechtlich nicht auf dünnes Eis bewegen will, darf ich die nicht einfach hier auch veröffentlichen und kann sie deshalb nur zum Original linken.

Bild 1: “Umgang mit Problemen” würde ich auf jeden Fall zustimmen. Als in der alten Wohnung die Heizung mal nicht richtig funktionierte, wurde erst gesagt, es sei doch aber nicht kalt und nach Protesten dann etwas an der Heizung rumgedreht und gesagt es sei “Luft drin”. Zwei Tage später war das Problem schon wieder da. Probleme werden oft nicht gelöst, sondern geflickt. Oder wie im Bild “umgangen”.

Bild 2: “Lebensstil” ist sicher auch nicht völlig an der Realität vorbei. Die Klassen in der Universität machen viele gemeinsame Unternehmungen, treten mit äußerster Ernsthaftigkeit bei Sportveranstaltungen gegeneinander im Team an. Der Zusammenhalt ist viel größer als bei uns, wo jeder alleine sein Ding macht und nur wenige sich bereiterklären auch außerhalb vom Unterricht etwas zu unternehmen. Schade eigentlich.

Bild 3: “Pünktlichkeit” stimme ich nicht zu. Unpünktlichkeit habe ich so eigentlich hier nicht auffällig viel erlebt. Nein, sogar ganz im Gegenteil, der Unterricht fängt z.B. jeden Tag wirklich exakt auf die Minute an. Die Ausländer kommen dann aber zu spät. Oder gar nicht.

Bild 4: “Meinung” verstehe ich nicht ganz. Eine geradlinige Meinung? Eine Meinung, die sich ständig ändert? Ich denke nicht, dass das so ist. Gut, bei Geschäftsbeziehungen “stellt” man sich vielleicht eher mit der Meinung auf den Gegenüber “ein”. Davon hab ich ja keine Ahnung. Ansonsten gibt es aber schon auch klares Pro und klares Contra, wie bei uns.

Bild 5: “Chef” sagt, dass der Chef in China Übermensch ist. Kann ich nicht beurteilen, weil ich ja mit Wirtschaft hier nichts zu tun hatte. Aber es mag vielleicht schon so sein, dass z.B. ein Lehrer größeren Respekt von den Schülern erhält als bei uns, allein aus der Tatsache, dass er oder sie Lehrer ist. Wenn er oder sie dann auch noch gut ist, umso besser.

Diese Klugscheißerei kann ich nun natürlich nicht lassen: Der letzte Satz des Artikels ist falsch. “Prost!” heißt nicht kan-bei, sondern ganbei. Naja, fast.

Neues Technowörterbuch

Eigentlich habe ich ja schon eins, aber in letzter Zeit bin ich recht geldausgebefreudig und habe mir dieses edel aussehende Teil gekauft. Es ist ein 快易典博彩V680, was auch immer… Jedenfalls kann ich nun endlich auch vernünftig erkennen, was auf dem Display steht, denn es ist ein TFT-Bildschirm eingebaut. So kann ich jetzt auch im Dunkeln Zeichen nachschlagen (Ja sicher, sowas habe ich schön öfters vermisst!).

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Daneben ist das Suchen von Zeichen per Pinyin einfacher als vorher. Mich hat immer genervt, dass ich mit dem alten Gerät bei jeder Silbe noch dazu den Ton eingeben muss. Weiß man den nicht, muss man alle vier durchprobieren. Schrecklich. Nun gebe ich nur die Silbe ein und er gibt mir eine Liste mit den entsprechenden Zeichen sortiert nach Häufigkeit. Also genauso wie beim Eingeben von Zeichen im Computer. Außerdem erscheint danach eine Auswahl an Zeichen, die mit ersterem ein Wort bilden können. Einfach gesagt ist es jetzt exakt so wie beim Eingeben von Schriftzeichen im Handy.

Dumm ist nur, dass offensichtlich das Eingeben von Tönen nun gleich gar nicht mehr geht. Wenn ich ihn weiß und das Zeichen wirklich eher selten ist, muss ich nun trotzdem durch die Liste scrollen, bis ich es irgendwo weit hinten finde.

Das Beste an dem Gerät ist aber, dass ich nun endlich vernünftig Zeichen darauf schreiben kann und er sie mit äußerster Exaktheit dann auch findet. Man kann sowohl in einem kleinen Fenster schreiben, als auch die Option wahrnehmen den gesamten Bildschirm zu benutzen, egal, was gerade draufsteht. Super!

Das Wörterbuch im alten Gerät hat mir ja schon wirklich gut gefallen, aber das jetzige ist noch ein Stück besser. Es können gleichzeitig die chinesische und die englische Erklärung für Wörter angezeigt und auch Beispiele eingeblendet werden. Alles ist sinnvoll strukturiert und angeordnet. Außerdem wird nun endlich auch Pinyin gleich mit angezeigt. Dafür musste ich vorher immer nochmal extra herumdrücken.

Es gibt aber auch zahlreiche Punkte an dem Gerät, die wirklich schlecht sind. Im Prinzip alles, was nicht mit den Wörterbüchern zusammenhängt. Es ist nämlich z.B. auch ein MP3-Player eingebaut, der aber aufgrund der schrecklichsten Playlistverwaltung aller Zeiten eigentlich nicht benutzt werden kann. Ich kann nicht einfach mehrere Titel einfügen, sondern muss quasi jeden umständlich einzeln auswählen. Nach dem Einfügen eines Titel springt er dann aber wieder ins Ausgangsverzeichnis und ich muss wieder… ach, es ist einfach scheiße. Daneben kann das Gerät auch Videos (MP4?) abspielen, was durch die Möglichkeit bis zu 2GB große SD-Karten einzuschieben vielleicht wirklich lustig sein könnte. Habe ich aber bisher noch nicht wirklich ausprobiert. Auch Bilder kann man ansehen, aber hier ist das selbe Problem wie bei den MP3s, es ist einfach zu umständlich zu bedienen und die Bilder werden nicht auf Bildschirmgröße angepasst, sind also immer viel zu groß. Es gibt dann leider auch keine Option das zu ändern.

Hier wurden also eine gane Reihe Funktionen eingebaut, die leider völlig unausgereift sind.

Es sind noch unzählige andere Dinge drin, die aber alle mehr auf das Lernen von Englisch abzielen, das Gerät ist nunmal eigentlich für Chinesen hergestellt worden.

Ich bin dennoch vollkommen zufrieden, denn mir ging es ja schließlich nur um das Wörterbuch und um die Möglichkeit Zeichen zu schreiben und das klappt wunderbar.