China-Kurs für Manager

别一概而论!(Scher nicht alles über einen Kamm!), aber dieser Spiegel-Artikel hier ist trotzdem echt witzig, ganz besonders die Bilder der Designerin Yang Liu. Da ich mich kopierrechtlich nicht auf dünnes Eis bewegen will, darf ich die nicht einfach hier auch veröffentlichen und kann sie deshalb nur zum Original linken.

Bild 1: “Umgang mit Problemen” würde ich auf jeden Fall zustimmen. Als in der alten Wohnung die Heizung mal nicht richtig funktionierte, wurde erst gesagt, es sei doch aber nicht kalt und nach Protesten dann etwas an der Heizung rumgedreht und gesagt es sei “Luft drin”. Zwei Tage später war das Problem schon wieder da. Probleme werden oft nicht gelöst, sondern geflickt. Oder wie im Bild “umgangen”.

Bild 2: “Lebensstil” ist sicher auch nicht völlig an der Realität vorbei. Die Klassen in der Universität machen viele gemeinsame Unternehmungen, treten mit äußerster Ernsthaftigkeit bei Sportveranstaltungen gegeneinander im Team an. Der Zusammenhalt ist viel größer als bei uns, wo jeder alleine sein Ding macht und nur wenige sich bereiterklären auch außerhalb vom Unterricht etwas zu unternehmen. Schade eigentlich.

Bild 3: “Pünktlichkeit” stimme ich nicht zu. Unpünktlichkeit habe ich so eigentlich hier nicht auffällig viel erlebt. Nein, sogar ganz im Gegenteil, der Unterricht fängt z.B. jeden Tag wirklich exakt auf die Minute an. Die Ausländer kommen dann aber zu spät. Oder gar nicht.

Bild 4: “Meinung” verstehe ich nicht ganz. Eine geradlinige Meinung? Eine Meinung, die sich ständig ändert? Ich denke nicht, dass das so ist. Gut, bei Geschäftsbeziehungen “stellt” man sich vielleicht eher mit der Meinung auf den Gegenüber “ein”. Davon hab ich ja keine Ahnung. Ansonsten gibt es aber schon auch klares Pro und klares Contra, wie bei uns.

Bild 5: “Chef” sagt, dass der Chef in China Übermensch ist. Kann ich nicht beurteilen, weil ich ja mit Wirtschaft hier nichts zu tun hatte. Aber es mag vielleicht schon so sein, dass z.B. ein Lehrer größeren Respekt von den Schülern erhält als bei uns, allein aus der Tatsache, dass er oder sie Lehrer ist. Wenn er oder sie dann auch noch gut ist, umso besser.

Diese Klugscheißerei kann ich nun natürlich nicht lassen: Der letzte Satz des Artikels ist falsch. “Prost!” heißt nicht kan-bei, sondern ganbei. Naja, fast.

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