Richard Dawkins ist einer der einflussreichsten Biologen der Gegenwart, er ist Anhänger Darwins’ Theorie und Atheist. Sein neustes Buch heißt “The God Delusion“. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, denn das habe ich noch gar nicht gelesen.
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Es geht vielmehr um eine Dokumentation, die 2006 im britischen Fernsehen zu sehen war. Das Gute ist, man kann jene Dokumentation einfach per Internet ansehen:
Die Dokumentation ist wirklich sehr interessant, geht aber polemisch gesehen in eine ähnliche Richtung wie Michael Moores Filme über die USA. Im Gegensatz zu Moore polemisiert hier aber nicht irgendwer, sondern ein angesehener Wissenschaftler.
Dawkins macht es sich allerdings nicht sonderlich leicht, denn er wird kaum weit kommen, wenn er religiösen Fanatikern erzählt, dass das, was sie Glauben kompletter Unfug ist. Überhaupt begrenzt er sich leider in seiner Argumentation allein auf ziemlich fanatische Auswüchse von Glauben. Liberaleren Glaubensvertretern empfiehlt er, doch dann gleich ganz aufzuhören an Gott zu glauben, weil es sinnlos ist.
In seinen Interviews kommt er mir sehr emotional vor. Man merkt, dass das Thema ihn stark bewegt und er absolut überzeugt von seiner Einstellung ist. Diese Emotionalität bewirkt aber gerade, dass sich die Gegenseite auch fortwährend intoleranter und aggressiver verhält.
Außerdem geht er grundsätzlich nur auf die monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum ein und lässt dabei die asiatischen Weltreligionen völlig aus. Das würde prinzipiell ja nichts ausmachen, nur darf er dann seine Kritik nicht als generelle Religionskritik verkaufen, sondern als Kritk an Gott und “heiligen Schriften”. Darum geht es ihm nämlich offensichtlich eigentlich. Er verurteilt den Glauben an Gott als Erschaffer der Welt, Unterwerfung unter religiöse Führer, die Interpretationsallmacht über angeblich heilige Schriften haben, das Nicht-Anerkennen wissenschaftlicher Fakten aufgrund dieser Schriften und die Beeinflussung von Kindern, die seiner Meinung nach selbst entscheiden müssen, wie sie mit Religion umgehen wollen. Aber er geht kaum darauf ein, wie Religion die Gefühle von Menschen auch verbessern kann, sie beruhigt und denen helfen kann, die sonstige Hoffnung verloren haben oder sich allein gelassen fühlen.
Aber das will er auch gar nicht. Es ist ganz bewusst eine einseitige Betrachtung und obgleich seines Hintergrunds, liegt seine Intention nicht darin, Religion wissenschaftlich zu untersuchen. In einem Interview sagte er, es geht ihm mehr um die Leute, die unschlüssig sind. Diesen will er klar machen, dass es nicht falsch ist, Atheist zu sein. Es gibt verdammt gute Gründe dafür. Und damit hat er Recht, glaube ich.
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