Neuigkeiten aus dem Osten

Aus irgendeinem Grund bin ich nun nach einer Zeit in Wuhu und einem Kurzaufenthalt in Shanghai wieder in Peking. Hier werde ich noch ein anderes Praktikum machen und versuchen nebenher auch eine Sprachschule zu besuchen, um etwas fürs Chinesische zu tun.

Heute bin ich zum ersten Mal wieder in meine alte Wohngegend gefahren, um zu schauen, was es neues gibt. Natürlich sind die Straßen alle immer noch da, wo sie vorher waren und auch die Wohngebiete stehen noch genauso entweder bombastisch riesig oder klein und versteckt an ihren alten Stellen. Und trotzdem sieht es anders aus. Viele eher “dreckige” Ecken wurden restlos entfernt und stattdessen durch Kaufhäuser oder einfach nur Mauern oder Plätze ersetzt. Kleinere Läden und Straßenhändler mussten weichen für Zierpalmen an den Straßenseiten für schicke Frisörläden, Nagelstudios oder weitere westlich anmutende Kleidungsgeschäfte.

Ein bisschen Flair ist dadurch sicher verloren gegangen, aber dieser Trend ist nunmal unaufhaltsam.

Das Auffälligste von Allem ist wahrscheinlich die U-Bahn. Es gibt nun ganze acht Linien. Das heißt, seit ich das Land verlassen hatte, sind fünf neue dazu gekommen. Natürlich bin ich noch nicht überall mitgefahren aber zumindest die neue Nord-Süd-Linie 5 hat mich schonmal durch Modernität und technische Raffinessen, wie schicke Flachbildschirme, beeindruckt. Tickets werden auch nicht mehr von Hand an die Fahrgäste weitergegeben und entwertet, sondern das übernehmen nun Ticketmaschinen mit Touchscreen. Weniger Personal braucht man dennoch nicht, weil nun wiederum Leute da stehen müssen, die den Fahrgästen erklären, wie diese Maschinen zu bedienen sind. Einige Leute sind offensichtlich überfordert mit dieser neuen Situation und irren fragend blickend durch die neuen U-Bahnstationen. Es sind mehr geworden und so muss man seine Fahrt viel genauer planen. Die Auswahl an Linien ist größer und damit auch die Anforderungen ans Fahren damit.

Auch der Großteil der Busse wurde erneuert. Mit alten Klapperkisten kann man leider nur noch selten fahren.

Vielleicht werde ich die Veränderungen in der nächsten Zeit mit Bildern versuchen etwas zu dokumentieren.

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3 Kommentare zu “Neuigkeiten aus dem Osten”


  1. 1 Volker

    Lieber Matthias,

    schön, dass du noch am Leben bist. Geniesst du ein bisschen schon die Olympiavorfreude in Peking?
    Scheint ja wirklich viel passiert zu sein in China. Für eine Dokumentation mit Bildern bin ich natürlich ohne Vorbehalte. Hoffentlich hast du dir nicht zu viel zu gemutet: Praktikum und Schule.
    Dennoch genieße deine Zeit.

  2. 2 smiss

    Naja, bis jetzt hält sich die Vorfreude noch ziemlich in Grenzen. Das einzige, was man hört, sind die Probleme dadurch. Die ständige Präsenz von Polizei, stärkere Kontrollen und Behörden, die alles viel genauer nehmen als sonst. Das habe ich heute und gestern am eigenen Leib erfahren als ich eine Wohnung mieten wollte. Dafür müssen sich Mieter und Vermieter zusammen bei der lokalen Polizeistation melden und sich registrieren lassen. Es herrscht eine latente Angst bei allen, dass es, warum auch immer, Probleme mit allem möglichen geben könnte. Ich sollte mehr Miete bezahlen nur weil ich Ausländer bin und ja momentan alles so schwierig sei.

  3. 3 smiss

    Beim letzten Mal wurden alle Schwierigkeiten immer mit der der Masse der Menschen begründet. Nun sind es die Olympischen Spiele.

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