Die ersten paar Veränderungen, die mir aufgefallen sind und die ich auf Digitalfilm festhalten konnte:
Das ist die eine neue Station der U-Bahn-Linie 5. Vergleicht man sie mit einer Linie in Shanghai, ist kaum ein Unterschied festzustellen. Diese selbstmordverhindernde Schutzwand gibt es in Shanghai auch an einigen Stellen. Waren beim Bau der Pekinger U-Bahn vielleicht die selben Leute am Werk?
Staunen über die ungewohnt neue Komplexität.
Liudaokou: Alles ist grüner geworden. Überall stehen Pflanzen. Die Luft ist aber dadurch immer noch nicht besser geworden. Auch dass angeblich nur noch die Hälfte der Autos im Moment fährt, bemerke ich wirklich überhaupt nicht.
In Wudaokou gab es früher eine lustige alte Bahnschranke, die eigentlich nur aus einem Stück Baum bestand. Mit einem irrsinnig lautem Warngeräusch und einer sich mehrmals wiederholenden Lautsprecheransage, die den Eindruck machte, als würde die Welt untergehen, wurde auf durchfahrende Züge aufmerksam gemacht. Die Ansage und das Geräusch gibt es immer noch, aber die Schranke wurde ersetzt durch einen automatischen “Zaun”, der sich vor die Schiene schiebt, wenn ein Zug kommt. Die Wärter, wovon es trotz neuer Technik immer noch genauso viele gibt wie früher, haben außerdem ein schickes neues gelbes Häuschen bekommen.
Mit journalistischem Eifer habe ich dieses Foto über die Absperrwand hinweggeschossen. Eigentlich ist dieser Ort nämlich noch nicht fertig. Was aussieht wie aus einem Film Anfang des 20. Jahrhundert, wird die komplett neu gestaltete Qianmen Dajie südlich des Tiananmen-Platzes sein. Es ist der Nachbau einer traditionellen Straße der Qing-Dynastie. Sogar mit Straßenbahn! Ursprunglich sollte dieses Megaprojekt bis zu den Olympischen Spielen fertig sein, verzögert sich nun aber dennoch. Und das stellt eine Ausnahme dar. Andere Großprojekte solcher Art werden in China und natürlich ganz besonders wenn es um den Termin der Spiele geht, normalerweise schon vor der Deadline fertiggestellt. Der Qianmen-Neubau scheint wirklich extrem aufwändig zu sein.
Update 02.08.08 – Die Straße wird doch fertig. Am 7. ist die Eröffnung. Ich bin gespannt.






Sehr interessanter Eintrag heute. Ich finde ja Bilder immer sehr auflockernd zu dem vielen Text.


Sieht ja wirklich nicht mehr “Schwellenland”-Mäßig aus. Die U-Bahn ist ja wohl voll High-Tech. Kenne das nur aus der einen Linie in Paris. Die ist dann auch noch ohne Personal zu steuern und deshalb hat man diese Glaswände dort montiert.
Sehr interessant finde ich Qianmen Dajie. Mich interessieren ja immer die Hintergründe eines solchen Megaprojektes. Wie wurde es gebaut? Welche Tricks wurden angewandt? Und so weiter. Also die typischen K1-Reportagen im Fernsehen.
Sieht irgendwie aus wie ein Teil eines Themenparkes wie beispielsweise in Disneyland. Warum haben sie dieses Quartier denn gesperrt? Sie könnten ja bauen während die Leute es betreten dürfen, oder soll es mit einer großen Schleife umbunden werden die dann von der KP durchgeschnitten wird.
Interessante Eindrücke, lieber Matthias. Ich hoffe es kommen noch mehr in den nächsten Tagen!
Viel mehr kann ich zu Qianmen leider auch nicht sagen. Ich weiß nur, dass es schon bei meinem letzten Aufenthalt dort alles abgesperrt wurde. Damals wusste ich überhaupt nicht, was da passieren soll. Plötzlich waren blaue Bauabsperrwände überall und keiner wusst mehr, wie er nun weiterlaufen soll. Alles was vorher da war, wurde ziemlich radikal platt gemacht.
Ich denke, das mit der Schleife ist genau der Plan. Alles soll, wenn es fertig ist, als große Überraschung irgendwann bald eröffnet werden.
Auch würde es mich nicht wundern, wenn später behauptet wird, dass die Straße tatsächlich eine alte Straße aus der Qing-Zeit sei. Man nimmt es ja nicht so genau mit Nachbau oder echt alt hier. Ähnlich war es auch mit dem Tiananmen. Einfach mal komplett abgerissen und vollständig sogar mit kleinen Veränderungen wieder aufgebaut. Daran stört sich aber niemand.