Archiv für September 2008

Wie sollte China innerhalb der Reform den westlichen Medien begegnen?

Im letzten Posting habe ich auf ein paar erwähnenswerte Punkte aus dem momentan sehr populären Essay von einem gewissen Herrn Li hingewiesen. So wahr seine Argumente im Kern auch sein mögen, will ich aber auf ein anderes Problem hinweisen. Auf eines, das die Chinesen betrifft. Es geht nämlich um den Artikel an sich und warum er existieren und sich so schnell verbreiten kann. Warum es überhaupt eine große Debatte in China über westliche Medien gibt. Und warum das im Westen nicht möglich ist.

Ein Kommentar zu dem Essay lautet folgendermaßen: 我们不再迷信西方媒体的原因,正是西方媒体不客观、公正报道中国,严重伤害我们自尊心的做法。Übersetzt: Der Grund warum wir den westlichen Medien nicht mehr blind vertrauen ist der, dass sie nicht objektiv und nicht fair über China berichten und dabei ernsthaft unser Selbstwertgefühl verletzen.

Im Artikel selbst steht außerdem auch 西方媒体可能并没有意识到,你们正在失去中国!你们正在失去中国年轻一代对西方的崇拜和信任,而将他们推向民族主义立场。 Die westlichen Medien haben vielleicht noch überhaupt nicht realisiert, dass sie gerade dabei sind, China zu verlieren! Sie sind gerade dabei die junge Generation zu verlieren, die den Westen verehrt und ihm vertraut hat, und drängen sie hin zum Nationalismus.

Aber dabei stellt sich bei mir folgende Frage: Wie ist es denn überhaupt möglich, dass westliche Medienberichte, so ungerechtfertigt sie auch sein mögen, eine solche Reaktion auslösen können? Warum entstehen durch einige Berichte und Artikel solche emotionalen Ausbrüche gerade bei den jungen Chinesen, dass sogar von einer Verletzung des Selbstwertgefühls, der Ehre und der Würde die Rede sein kann?

Wie sollten die westlichen Medien China innerhalb der Reform begegnen?

Durch EastSouthWestNorth bin ich wiederum auf einen momentan wohl weitläufig im chinesischsprachigen Internet herumlaufenden Artikel mit dem Titel “西方媒体应当如何面对改革中的中国” (Wie sollten die westlichen Medien China innerhalb der Reform begegnen?) aufmerksam gemacht worden. Dieser wurde von einem Herrn Li geschrieben und auf seine Bitte auf der Seite der BBC veröffentlicht. Gibt man den Titel einfach bei Google ein, erhält man sagenhafte 18.000 Treffer. Er scheint sich also wirklich schnell verbreitet zu haben, wenn man betrachtet, dass er gerade erst am 2.9. veröffentlicht wurde.

Ich kann mir zum Glück die Übersetzungsarbeit sparen, denn ich weiß ja, dass alle meine Leser sehr gut Englisch können und verweise deshalb direkt auf die Übersetzung von EastSouthWestNorth.

Der Artikel ist wirklich äußerst gut geschrieben und beinhaltet sehr viel Wahres. Wie man sich anhand des Titels schon denken kann, kritisiert Herr Li die einseitige Berichterstattung westlicher Medien über China und weist auf drei grundlegende Missverständnisse der westlichen Medien, aber auch der westlichen Beobachter hin:

  1. Der Westen glaubt, China habe eine diktatorische und totalitäre Regierung die zwangsläufig von der eigenen Bevölkerung gehasst werden müsse.
  2. Der Westen glaubt, dass Dissidenten im Exil oder Gegner der Regierung die chinesische Bevölkerung repräsentieren würden.
  3. Der Westen hat nicht verstanden, dass die repräsentativen und einflussreichen Stimmen aus Chinas Mittelklasse und von den Intellektuellen kommen, die sich durch die Öffnung überhaupt erst bilden konnten.

Demnach hat die Regierung durch die ökonomischen Erfolge Chinas seit der Öffnungspolitik tatsächlich große Unterstützung in der Bevölkerung gefunden.

Es lohnt sich wirklich, dieses Essay einmal zu lesen und es sind noch deutlich mehr sehr gute Argumente darin zu finden. Dennoch muss er zwangsläufig seine Wirkung verfehlen, den er ist in Chinesisch geschrieben. Allein dass er auf der Seite der BBC steht, hilft ihm da überhaupt nichts. Aber selbst wenn er in Englisch auf der englischen BBC-Seite stehen würde, es wäre egal. Über China wird im Moment hier nicht mehr berichtet, weil es bereits zu viel war in den letzten Monaten. Sättigung ist eingetreten.

Aber ich möchte gerne im nächsten Posting auf andere Missverständnisse hinweisen. Missverständnisse der Chinesen gegenüber dem Westen. Diese kann man nämlich auch klar in dem Artikel Herrn Lis und auch in den Kommentaren dazu erkennen.

Phiten – Wirkt echt!

I don’t know if it does anything at all. But I’ll still wear it.
(Roberto Hernández, Baseballspieler der Los Angeles Dodgers)

Kennt ihr schon die Produkte der Firma “Phiten”? Wahrscheinlich noch nicht, denn bisher hat sie sich in Europa noch nicht durchsetzen können. Phiten kommt aus Japan und wurde von einem japanischen Chiropraktiker schon in den 80ern gegründet. Er entwickelte eine Technik, um das Metall Titan in Texitilien zu verarbeiten.

Ich mache es kurz: Die Firma stellt Hals- und Armbänder her, die den Energiefluss im Körper regulieren können.Phiten-Halsbänder

Jaja, es klingt nach esoterischem Blödsinn. Aber halt! So einfach ist die Sache nicht. Tatsächlich tragen nämlich zahlreiche amerikanische Sportler diese Bänder und geben an, sie wirkten tatsächlich. Die Bänder sollen dabei helfen, ausgeglichener zu werden, bessere sportliche Leistungen zu vollbringen und auch die Regeneration nach dem Sport zu beschleunigen. Anwender aus dem nicht-sportlichen Bereich berichten von Erfolgen beim Kampf gegen Rückenschmerzen und Verkrampfungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Da nun diese Bänder in China recht günstig zu erwerben sind, habe ich mir kurz vor Abreise auch eines gekauft. Die Wirkung ist… irgendwie da. Es ist schwierig zu sagen, aber ich kann es als mollig-warmes Gefühl in der Halsgegend beschreiben. Eine gewisse Entspannung lässt sich schon ausmachen. Das Halsband bewirkt nun zwar nicht gerade Wunder, aber es ist zumindest auch nicht unangenehm. Natürlich kann das alles Einbildung sein, natürlich wäre es möglich, dass jedes andere Stoffband ohne Titan genauso wirken würde und natürlich spricht auch die Tatsache gegen Phiten, dass einige der Baseballspieler, die deren Produkte tragen, auch gleichzeitig Werbeverträge mit der Firma haben. Aber wenn es wirkt…

Ich bekomme übrigens kein Geld für dieses Posting. Aber ich würde welches nehmen…

(weitere Informationen)

Kabel gefunden: Fotos

Nun, da ich endlich auch mal das notwendige Kabel gefunden habe, das man braucht um Fotos von einer Kamera auf einen Computer zu befördern, gibt es auch endlich Fotos von meinem diesmaligen Aufenthalt im Land. Zu bestauenen sind sie dort.