Vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf die Seite alljapaneseallthetime.com gestoßen. Dort behauptet jemand, der sich Khatzumoto nennt, innerhalb von 18 Monaten fließend Japanisch gelernt zu haben. Und zwar außerhalb Japans. Wie das möglich war, beschreibt er auf seiner Webseite.
Seine Strategie basiert auf einem uralten Prinzip: Spaß.
Das bedeutet, er hat Japanisch gelernt, indem er sich mit japanischen Dingen beschäftigt hat, die ihm Spaß bringen. Das können japanische Filme, Comics, Internetforen, Chats usw. sein. Die Inhalte dürfen den Lerner nicht nerven, der Lerner soll nichts lernen, wovon er glaubt, dass er es lernen muss, sondern er setzt sich in erster Linie einfach nur mit dem entsprechenden Medium spaßeshalber auseinander und lernt quasi nur nebenbei. So könnte er sich auch einen japanisch synchronisierten Film ansehen, den er sowieso schon immer toll fand. Warum nicht mal in der Fremdsprache? Dieses soll er dann im Idealfall 24 Stunden pro Tag tun. Im besten Fall hört er dann sogar während des Schlafens japanische Hörspiele.
Soweit die grundlegende Theorie. Klingt abgefahren und unmöglich, ja. Aber ergänzt wird das Ganze durch eine konkrete Technik, die ich für sehr gut halte. Man soll eine sogenannte Spaced Repetition System Software (SRS) benutzen. Diese Software ist die digitale Variante der beliebten Vokabelkärtchen: Vorderseite Übersetzung, Hinterseite zu lernende fremdsprachige Vokabel. Das SRS ist aber viel intelligenter als die Vokabelkärtchen, denn bei jeder Karte bewertet man, wie gut man sie konnte. Gut gekonnte Kärtchen werden erst einige Tage später wiederholt, solche, wo man Probleme hat, kommen vielleicht schon in den nächsten Stunden wieder. Und auch insgesamt verlängern sich die Zeiträume, so dass neue Kärtchen generell häufiger wieder abgefragt werden als ältere. Man bekämpft damit schlichtweg das Vergessen. Als SRS kann ich ohne weiteres Anki empfehlen. Das gibt es für die meisten Betriebssysteme und ist auch in den Standardeinstellung wirklich schon sehr gut geeignet.
Khatzumoto empfiehlt nun aber nicht Dinge nach dem alten System, also deutsche Übersetzung – fremdsprachiges Wort in das Programm einzutragen, sondern fremdsprachiger Satz – fremdsprachige Erläuterung. Man lernt also nicht Wörter, sondern ganze Sätze. Im Prinzip ist auch fremdsprachiger Satz – Lexikoneintrag / Definition in Ordung. Wichtig ist nur, dass man nicht die Übersetzung zuerst sieht, sondern den zu lernenden Satz! Und man darf keinesfalls versuchen, den zu lernenden Satz in seine Muttersprache zu übersetzen, denn das ist wichtig, wenn man irgendwann zu muttersprachlichem Niveau kommen möchte. Übersetzungen sind oft falsch und klingen häufig holprig.
Beispiel, wie ich es momentan für Chinesisch handhabe:
Vorderseite: 这个月我已经是第二次荣幸地被关在这倒霉的电梯里了。
Rückseite: 荣幸[榮-] róngxìng* s.v. honored | Wǒ ∼ de tōngzhī nǐ… I have the honor to inform you that…
Den Satz habe ich aus einer Folge 家有儿女. Die Rückseite bei mir ist meistens eine Erklärung für einen neuen Begriff aus dem zu lernenden Satz. Natürlich trägt man nur solche Sätze in die SRS ein, die einen Fortschritt versprechen. Das heißt ein oder mehrere neue Wörter oder vielleicht eine interessante grammtische Konstruktion oder auch bereits bekannte Wörter in einem überraschend neuen Kontext. Hier ist der mir neue chinesische Begriff “sich geehrt fühlen”. Die Empfehlung auf die Rückseite eine fremdsprachige Erklärung des Satzes zu schreiben finde ich zu aufwändig. Diese müsste ich mir ja erst selbst ausdenken, aber dafür bin ich einfach zu faul.
Diese zu lernenden Sätze bekommt man ganz einfach aus den Medien, die man – zum Spaß – konsumiert. Fällt beim Anschauen oder lesen ein Satz auf, den man interessant oder witzig findet, trägt man ihn in seine Software ein. Die Software startet man dann jeden (!) Tag und lässt sie einmal durchlaufen. Dabei liest man die Sätze einfach nur vor, statt zu versuchen sich wörtlich daran zu erinnern. Der Lerneffekt stellt sich dann alleine durch die ständige Wiederholung in immer größeren Zeitabständen ein. So lernt man immer mehr authentische (!) Sätze, und irgendwann – so wird prophezeit – bekommt man von selbst ein Gefühl dafür, wie ein korrekter Satz gebildet wird.
Es ist wirklich eine sehr interessante Methode und ich versuche es derzeit mal damit. Ich sehe, dass es zwar Fortschitte gibt, denn die eingegebenen Sätze werden immer leichter, aber ich frage mich noch, ob diese doch zunächst einmal passive Kenntnis auch automatisch irgendwann zu aktivem Können wird. Dieses wird hier nämlich fast gar nicht geübt und widerspricht so völlig wissenschaftlichen Erkenntnissen der Spracherwerbsforschung. Außerdem ist der Ansatz des “Spaßes” nicht immer gegeben. Was macht derjenige, der absolut keinen Spaß daran hat, Sätze in das SRS einzugeben und diese dann immer wieder zu lesen? Ich kann durchaus verstehen, dass das auch sehr langweilig sein kann. Und auch das “all the time”, also die andauernde Beschäftigung mit der Fremdsprache im Alltag, ist unmöglich umzusetzen.
Ein Blick auf Khatzumotos Seite lohnt sich aber auf jeden Fall. Trotz seiner ausgesprochen umschweifenden Art zu Schreiben, die auf Dauer ermüdend ist, finden sich viele gute Ansätze. Und diese lassen sich im Prinzip auf jede zu lernende Sprache übertragen.
Ich habe Pech gehabt.erst zwei Tage nach ich in Deutschland ankam,ist mein Reiseadapter kaputt.Ich habe schon die ganze Münster durchgesucht,aber es gibt in Muenster leider nicht.jetzt ist mein alles ausser Betrieb und ich bin total verzweifelt und echt verrueckt!!
ich muss mal deins kurz ausleihen.
also meine Adresse:
Goerresstrasse 29, 48147 Muenster
Marc Bartel
Marc ist meiner Mitbewohner.Weil ich nur zwieschenmiete,ist es besser,das er mir das weiterleitet.
Also..Es ist mir tot wichtig.bitte schick es mir so schnell wie moeglich!!:p
meine Wohnung ist hier super.nur die Arbeitplatz ist ein bisschen weitem weg.hier finde ich fast keine Chinesen.Ich haette so gerne wieder mit jemandem Chineisch sprechen zu koennte.Wann hast du Zeit, dass wir uns treffen koennen.Ich freue mich schon darauf!!!
Uebrigens,alles Chineische Schriftzeichen ist im Moment auf diesem Computer nicht erkennbar,was ich zufaelligeweise benuzten duerfe. Mein Emails kann ich auch nicht lesen,So,,vielleicht wir koennen nur hier auf deinen Blog in Kontact bleiben bis ich endlich ein Reiseadpter kriege..
Der Postbote hat gesagt, dass der Adapter vielleicht schon Montag ankommt.
Ich finde den Satz zu lang, um so in einem SRS “sinnvoll” zu sein. Genauso die Rückseite.
Warum nicht vorn ein Satz mit max. 10 Zeichen mit einer Lücke, und auf der Rückseite den Satz komplett, ggf. mit Pinyin/Übersetzung des Lückenwortes?
Die Lückenidee finde ich interessant, aber fürchte ein bisschen, dass es dann wieder auf das bekannte Lernen der Lücke und nicht auf das Lernen des ganzen Satzes hinausläuft. Aber sicherlich mal testenswert.
Der Satz ist wirklich lang, aber hier denke ich durchaus, dass Authentizität wichtiger ist als einfaches Handling. Es gibt nunmal solche langen Sätze, warum sollte man die dann nicht auch in genau dieser Länge lernen? Er ist ja schließlich nicht von mir erfunden worden, sondern kommt direkt von Muttersprachlern.
Mit das wichtigste Konzept bei dieser Methode ist nunmal keine eigenen Sätze zu erfinden, sondern nur “Originale” zu benutzen. Und 10-Zeichen-Sätze findet man nicht immer auf Anhieb.
该怎么感谢你….
谢谢啊我收到了,太高兴了..!!终于可以充电了.
我的手机号码可以用了,随时和我联系哦.