Zusammen mit zwei Freunden war ich fünf Tage lang in Irland. Wir haben uns dort ein Auto gemietet und sind von Dublin aus über die Nordküste von Nordirland und der Republik bis zur Westküste gekommen um dann wieder durchs Landesinnnere nach Dublin zurückzufahren. Insgesamt waren das 1300 Kilometer und eine wirklich wunderbare Reise. (mehr dazu bei Volker; Fotos von mir)
An der Westküste von Irland in einer Stadt mit dem Namen Westport hatten wir – wie jeden Abend – den Plan, in ein Pub zu gehen. Zunächst liefen wir eine Weile durch den Ort und kundschafteten die allgemeine Pub-Situation aus und stellten fest, dass nichts viel los war. Es war ein normaler Mittwoch Abend und daher überraschte uns diese bedauernswerte Tatsache auch nicht besonders. Zumal der Ort nur 5000 Seelen beherbergt.
Nun gilt es aber auch in solch schwierigen Zeiten nicht einfach aufzugeben, man sollte sich da etwas zusammenreißen und sich an die Situation anpassen. Und so gingen wir einfach in irgendein Pub, das gerade da war. Kaum gingen wir hinein, wurden wir drei angestarrt. “Aha, Neue.” Drinnen saßen vielleicht drei oder vier ältere Herrschaften und tranken gemütlich schweigend ihr Bier und schauten Fußball. Es war ruhig.
Wir hielten uns eine Zeitspanne von genau einem Bier dort auf, um dann doch noch etwas weiter zu gehen. Wie aus dem Nichts standen wir plötzlich vor einem gefüllten Pub. Leute gingen rein und raus, drinnen standen sie scheinbar dicht gedrängt. Musik war zu hören. Stimmung. Nach einigen Zweifeln darüber, ob wir das wirklich wollen, gingen wir dann doch noch rein, bestellten Guinness und beobachteten. Schnell stellte sich eine ganz neue Erkenntnis ein.
Die Iren haben eine wahre Pub-Kultur. Und die ist nicht zu vergleichen mit unserer “Bier-Trink-Kultur”. In Deutschland gehen Leute selbstverständlich auch in Kneipen, aber diese sind von ihren Altersgruppen her strikt getrennt. Es gibt Kneipen für Alte und Kneipen für Junge. In Irland scheint das anders zu sein. In diesem Pub waren Jung und Alt zusammen. Und mit “Alt” meine ich wirklich alt… Auch ältere Frauen waren dort und tranken. Jüngere und Ältere standen zusammen und unterhielten sich. Und tranken.
Hinten gab es Musik. Nein, nicht wie bei uns aus dem Laptop und es war auch keine Band, die da spielte. Nein, es waren die Gäste. Ein Mädchen spielte ein Instrument und ein Mann mittleren Alters sang Lieder dazu. Andere Kneipenbesucher hörten zu oder sangen mit. Hier und da wurde einfach aus dem Nichts von einzelnen ein Lied angestimmt. Nicht alle zusammen, sondern einer singt und alle anderen hören zu. Und trinken dabei.
Die Stimmung war angenehm. Eine sehr lockere Atmosphäre mit Leuten, die offen auf andere zugehen. Sicher auch bedingt durch den Alkohol, aber trotzdem anders als hier bei uns. Ungezwungener.
Achja, wie erinnert man sich gerne an diese wunderschönen fünf Tage!
Deine Bilder sind doch aber wirklich grandios. Ich finde sie vermitteln wenigstens annähernd das Feeling, welches wir dort erleben durften. Aber deine Kommentare zu den Bildern sind mal wieder unschlagbar, lieber Matthias!
Wir sehen uns morgen in Trier, bis dann!