Schnelllesen I: Gedrucktes

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Creative Commons License photo credit: ZapTheDingbat

Ich habe angefangen, meine Magisterarbeit vorzubereiten. Schon nach meinem bisherigen noch einigermaßen groben Überblick über das Thema hat sich nicht ganz unerwartet ergeben, dass bereits unheimlich viel Material zu meinem Thema publiziert wurde. Alles durchzuarbeiten wird Ewigkeiten dauern. Vielleicht lässt sich aber der Überblick doch etwas beschleunigen, indem ich etwas am ganz Grundlegenden ändere: Meiner Lesegeschwindigkeit.

Ich erinnerte mich zurück an einen Verusch von mir vor ein paar Jahren. Da kaufte ich ein oder zwei Bücher zum Thema Schneller Lesen. Der Versuch ging aber gründlich daneben, denn die Inhalte der Bücher waren zu abstrus. “Flächenlesen” nannte sich das eine, glaube ich. Das Versprechen darin war es, zu lernen, wie man ganze Seiten quasi fotografisch betrachtet und dabei den Inhalt sozusagen automatisch aufnimmt. Ein Prinzip, bei dem man nicht mehr Wort für Wort und Zeile für Zeile, sondern direkt seitenweise lesen soll. Das klappte bei mir aber nicht und dass es überhaupt funktioniert, ist nach meinem bisherigen Kenntnisstand auch umstritten.

Trotz alledem sollte es aber zumindest möglich sein, seine Lesegeschwindigkeit auch bei der herkömmlichen Art des Lesens etwas zu erhöhen. Schon bei Wikipedia werden die Grundprinzipien recht gut dargestellt, mit denen es angeblich möglich sein sollte, seine normale Lesegeschwindigkeit von 200-300 Wörtern pro Minute auf bis zu 1000 Wörter zu erhöhen:

Was behindert die Fähigkeit schnell zu lesen?

  • Eine niedrige Kurzspeicherkapazität.
  • Regressionen – das wiederholte Zurückspringen zu bereits gelesenen Stellen.
  • Wort-für-Wort-Lesen – immer nur ein Wort statt mehreren gleichzeitig erfassen.
  • Zu lange Fixationen – eine Fixation (Augenhalt) muss nur eine Viertelsekunde dauern, während beim Fixationswechsel oftmals eine Sekunde vergeht.
  • (Sub)vokalisieren – das (innere) Mitsprechen der Wörter.

Bisher ist noch nicht geklärt, ob Sub-Vokalisierung überhaupt beseitigt werden kann. Ich jedenfalls verstehe vom Text rein gar nichts, wenn ich versuche, beim Lesen nicht im Inneren mitzusprechen. Die anderen Punkte soll man aber sehr wohl mit Übung verbessern können.

Erleichternd wirkt die Verwendung einer “Lesehilfe”. Das kann ein Finger oder ein Stift sein, mit dem man am Rand oder über den Text fährt, um den Augen zu zeigen, wo sie hingucken sollen. Damit überwindet man die oben erwähnte Regression. Man springt dann nicht mehr so häufig im Text herum. Außerdem kann man damit die Geschwindigkeit bestimmen, mit der gelesen werden soll. Das heißt, ich bewege z.B. den Stift beim Lesen etwas schneller nach unten als nötig. Augen und Konzentration passen sich dann an die höhere Geschwindigkeit an. Es ist so, wie früher in der Grundschule, wo anfangs noch mit dem Finger gelesen wurde. Das wird einem irgendwann zwanghaft aberzogen, obwohl es eigentlich sinnvoll ist.

Das Ganze ist eine Sache der Übung. Anfangs geht bei höherer Geschwindigkeit einiges vom Inhalt verloren. Mit der Zeit soll sich aber das Gehirn daran gewöhnen und es nimmt dann immer mehr Informationen auf.

Ich habe das Gefühl, dass insgesamt sogar jetzt schon mehr hängen bleibt, als bei normalem Lesen, denn ich muss mich einfach besser konzentrieren, wenn ich schneller lese. Und ich komme dadurch nicht in die Phasen, wo ich plötzlich komplett vom Text abschweife und an irgendwelche anderen Dinge denke. Beim Schnelllesen liest man intensiver.

Und beim nächten Mal Teil 2: Texte im Internet :)

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3 Kommentare zu “Schnelllesen I: Gedrucktes”


  1. 1 Jens

    “I took a speed-reading course and read War and Peace in twenty minutes. It involves Russia.”

  2. 2 Volker

    Hui Matthias, da haste aber ein interessantes Thema aufgegriffen. Ich persönlich bin ja auch ein richtig langsamer Leser. Da bist du der Porsche und ich der Trabbi unter den Lesern, was die Geschwindigkeit anbetrifft. Deshalb würde ich mir an deiner Stelle noch weniger Sorgen machen. Aber ich versuche auch mal “deine” Ratschläge zu befolgen und vielleicht klappt’s ja dann auch den Lesestoff, den so ein Politikstudent täglich umtreibt, zu schaffen. Ich sage nur: Zwei Tageszeitungen, 100 Seiten Fachliteratur, private Lesewerke, Zeitschriften/Magazine und diverse Internetrecherchen.

  3. 3 smiss

    Ja, probier unbedingt mal aus. Du wirst selbst von dir beeindruckt sein. :) Besonders Tageszeitungen sind zu empfehlen, weil sie in recht dünnen Spalten angeordnet sind. Das scheint das Ganze sehr zu unterstützen, habe ich gemerkt.

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