Archiv für November 2009

Noch besser sein: Hirndoping

This ain’t Amsterdam, Vince. This is a sellers market. Coke is fucking dead as… dead. Heroin, it’s coming back in a big fucking way.

Nicht ganz, lieber Lance! Was der nette Drogendealer von nebenan hier versucht Vincent Vega in Pulp Fiction zu erklären, trifft nicht mehr ganz die Wahrheit. Kokain ist wieder zurück! Aber es heißt jetzt anders: Ritalin. Und offiziell ist es auch ein Medikament und keine Droge.

Innerhalb von zwei-drei Tagen häufen sich die Berichte über “Hirndoping” (Schlagwort) auffällig. Vorgestern bei Kerner, gestern bei arte und dann nochmal etwas später auch in den Tagesthemen.
Methylphenidat_und_andere_Tabletten
Ritalin ist eigentlich für Kinder mit Aufmerkhypersyndromkrankheit gedacht, um die permanent quengelnd-stuhlkippelnden Quälgeister ruhig zu stellen. Wenn “normale” Leute das Mittel nehmen, wirkt es allerdings fast genau wie das gute alte Koks.

Wohingegen die meisten Drogen der Vergangenheit dafür da waren, sich gegen die Gesellschaft und “Das System” aufzulehnen oder zumindest einfach nur so high zu werden, dass man nichts mehr davon mitbekommt, haben wir es nun vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte des Drogenkonsums mit dem genauen Gegenteil zu tun: Ritalin und seine Freunde helfen dabei noch effektiver, produktiver und schneller seine Arbeit zu verrichten. Denn keiner nimmt Ritalin, um high zu werden, sondern um sich besser konzentrieren zu können. Angeblich wirkt es auch geradezu unglaublich gut, wie in den Beiträgen da oben zu sehen ist. Spielend werden langweilige Bücher runtergelesen, werden lästige Kunden betreut und wird Unsinn in Computer eingetippt. Man kriegt dann einfach nichts mehr mit – bis auf die Arbeit.

Schon jetzt ergaben Umfragen, dass 120% der deutschen Manager Mittel zur Steigerung ihrer Gehirnfunktionen nehmen würden. Das ist bedenklich und zeigt mal wieder, wie schlimm alles ist!

Besonders verwunderte mich die Aussage einer Psycho-Ärztin bei Kerner, die davon sprach, dass man Ritalin und ähnliche Mittel sehr leicht auch ohne Rezept bekäme. So wie man früher auch immer wusste, wo Haschisch zu bekommen sei (hier sprach sie offensichtlich von sich selbst), geht das jetzt mit Ritalin. Besonders in der Nähe von Universitäten sei das Gang und Gäbe! Vielleicht frage ich morgen mal in der Mensa danach herum.

Update: Meine Nachfragen widerlegen die These der Psycho-Frau. In der Mensa wird kein Ritalin vertickt:

gefragte Personen: 2
erhaltene Ritalintabletten: 0
Aussagen, dass man selber sowas haben wolle: 2

Regionale Vorurteile in China

Hahaha! Das ist echt witzig:

China According to Various People

Ich kann bei folgenden Vorurteilen bestätigen, sie von Chinesen gehört zu haben:

  • Leute aus Xinjiang sind Diebe.
  • In Yunnan verdienen alle ihr Geld mit Drogenhandel.
  • Hongkonger denken nur ans Geld verdienen.
  • Shanghaier natürlich ebenso.
  • Die schönsten Frauen kommen aus Hunan.
  • In der Inneren Mongolei reiten alle auf Pferden herum.
  • Tibet ist mysteriös, aber interessant und deshalb wollen alle mal dort hinreisen. Aber kaum jemand war wirklich mal da.