Der Streit zwischen dem Internetkonzern Google und der chinesischen Regierung eskaliert: Google bietet ab sofort für China eine unzensierte Suchmaschine an. Die Regierung in Peking reagierte empört und verhindert nun mit anderen Mitteln den Zugang zu vorher zensierten Informationen.
schreibt tagesschau.de. Klingt ja fantastisch. Wie sich Google da gegen ein mächtiges autoritäres Regime aufbäumt und über das Internet die Freiheit ins Land bringen will. Wahrlich eine mutige Tat. Spiegel Online hat die Meldung natürlich auch ähnlich im Programm und in der zugehörigen Diskussion fragt sich schon der ein oder andere, was nun wohl passieren mag, jetzt, wo die Chinesen Zugriff auf ein freies Internet hätten. Gibt es Aufstände, wird die Regierung gestürzt…?
Aber, das Ganze ist viel viel unbedeutender als man bei solchen Meldungen denken mag. Man muss nur zwei Dinge verstehen: Erstens, die ehemalige Google-Selbstzensur ist etwas ganz anderes als die normale Zensur staatlicherseits (immer mal wieder als “Great Firewall” verteufelt). Selbst mit der unzensiertesten Suchmaschine der Welt kann keiner in China (ohne technische Tricksereien) epochtimes.com (das ist eine Webseite der Falun Gong) lesen. Er kann sie dann nunmal nur suchen, aber sobald er klickt, scheint’s nicht mehr da zu sein.
Zum anderen gab es in Hongkong schon vorher Google. Jeder Chinese, der das gewollt hätte, hätte das dortige Google nutzen können. Aber das will keiner. Weil niemanden Falun Gong, Tiananmen und Liu Xiaobo interessiert.
(Mit diesen Schlagwörtern im Text bin ich jetzt sicher auch endlich zensiert.
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