Archiv für November 2010

Kongresswahlen

Capitol Von 31 Repräsentantenhäusern der USA seit dem Zweiten Weltkrieg war bei nur 14 die Partei des Präsidenten dieselbe wie die der Mehrheit im Kongress. Das ist nicht einmal die Hälfte. Die Demokraten dominierten zwar das Repräsentantenhaus von den 50ern an recht kontinuierlich, seit den 90ern mit Bill Clinton als Präsident ist aber auch damit Schluss.

In den deutschen Medien wird die Wahl nun schon seit Tagen als Großereignis verkauft, dem eine riesige Bedeutung nachgesagt wird. Von einem „Denkzettel für Obama“ spricht die Tagesschau. Der Amerikaner steht wieder mal als Vollidiot da, der nichts begreift und deshalb die Bösen wählt.

Die heute-Nachrichten von gestern haben sich dann auch von etwa 20 Minuten Sendezeit satte 14 mit der Kongresswahl beschäftigt. Und das, obwohl noch gar keine Ergebnisse da waren.

Dass es geradezu normal für einen Präsidenten ist, auch einmal gegen den Kongress zu regieren, dass sowieso grundsätzlich Mehrheiten von ihm gesucht werden müssen, diese sich auch mal ändern können, ja, und dass das alles eigentlich ziemlich “normal” ist – das sagt niemand. Wäre ja auch langweilig.