Archiv für die Kategorie 'ansonsten'

Street View

Was tun gegen Google Street View? Der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten, die gläserne Straßenfassade wird kommen!

Es gibt nur noch eine Möglichkeit für alle Provinzler außerhalb der bereits betroffenen 20 Städte:

reichstag
(Copyright CC von zug55)

Heute in den Stellenanzeigen: Duftberater/in

Nichts für mich. Aber vielleicht hat ja sonst jemand die hier nötige Qualifikation:

Duftberater/in

Branche:
Gesundheitswesen
Tags:
duftberater/in, für, den, norddeutschen, raum
Beschäftigungsart:
Vollzeit
Qualifikationen:
Gute Nase, Extrovertiert, sicheres Auftreten
Karriere-Level:
Berufseinsteiger
Gehalt:
EUR 40.000

Wir vermarkten ein anerkanntes und erfolgreiches Duftkonzept in Deutschen Altenpflegeheimen. Alle Vorteile unsere Duftkonzepts betrachtet sind wir nahezu konkurenzlos.

Wir reinigen die Luft im Altenpflegeheim und bringen paralell dazu jeden Tag vier unterschiedliche Düfte aus. Z.B. duftet es dann morgens nach “einem Morgenspaziergang im Wald”, am späten Vormittag nach “frisch gebackenen Brötchen”, am frühen Nachmittag nach Kaffee und am Abend nach Rosen. Die Düfte wechseln wir zu Beginn einer jeden neuen Jahreszeit.

Zur Betreuung unseres umfangreichen Kundenstamms im Norden der Republik und Erweiterung dieses Kundenstammes suchen wir einen engagierten jungen Mann oder eine junge Dame mit einer guten Nase, einem sicheren vertrauensvollen Auftreten, gepaart mit Fleiss und dem festen Willen unseren Kundenstamm im Norden rasch auszubauen.

Schauen Sie ins Internet unter …. und rufen Sie unseren Geschäftsführer Herrn …. unter …. an.

Übrigens, junge Damen sind erfahrungsgemäß in diesem Job besonders erfolgreich.
Auf Wunsch stellen wir einen Firmen PKW zur Verfügung.

Wegen fehlender guter Nase leider nichts für mich. Weitersuchen!

Big Bang Theory – Aus China

Durch “Zufall” bin ich an einige Folgen der Sitcom “The Big Bang Theory” “gekommen”. Es ist die wohl erste Serie dieser Art, bei der einige Nerds in der Hauptrolle sind. Das ist aber alles hier nebensächlich.

Eigentlich geht es mir nämlich um die Untertitel. Da die Serie eine chinesische “Quelle” hatte, gibt es nunmal auch chinesische Untertitel. Und diese sind wirklich interessant, denn die zuständigen Untertitler (ich glaube, so werden sie genannt, ja) haben sich nicht nur die Mühe gemacht, die gesprochenen Worte ins Chinesische zu übertragen, sondern sind noch einen Schritt weiter gegangen: Es gibt Untertitel, die die Handlung erklären.

Diese stehen meistens an Stellen, die irgendwie interkulturelle Schwierigkeiten aufwerfen. Zum Beispiel, wenn Szenen sich auf westliche Filme beziehen, die in China kein Mensch kennt. Hier z.B…

TBBT

Nachdem die vier es vollbracht haben, mithilfe des Internets die in der Wohnung befindliche Stereoanlage einzuschalten (Nerd-Zeug halt) und diese daraufhin Richard Strauss’ “Also sprach Zarathustra” (Kulturbanausen werden es nur als “Das Lied, wo am Anfang von ‘2001′ läuft, da wo die Affen…” kennen) spielt, imitieren die vier daraufhin zur Musik genau diese 2001-Szene, indem sie die Affen nachahmen. Die Sitcom-Szene gibt es – mit französischen Untertiteln – an jener Stelle bei Jutjube.

Unter der Szene steht nun “电影‘2001太空漫游’经典配乐 - 他们在模仿电影中猩猩进化的片断“, und das bedeutet eben genau: “Die klassische Begleitmusik zu ‘2001 Weltraumfahrt’ – Sie imitieren die Szene der Evolution der Menschenaffen“.

Nett. Damit es auch wirklich jeder begreift.

Allerdings bringt einem die Erläuterung natürlich letztlich auch nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat. Das hilft nur demjenigen, der den Film kennt, aber die Szene hier nicht checkt.

Die Erläuterung erklärt also den Witz. Und das erklärt vielleicht wiederum, warum es keine guten Sitcoms in China gibt. :)

Weltrekord

Und nun zum Sport.

Usain Bolt ist gestern abend 100m Wegstrecke in 9,58 Sekunden gelaufen.

Sicher hat das jeder schon gesehen, aber vorsichtshalber gebe ich trotzdem folgenden Link zu beachten: Link.

Listet man die Weltrekorde der Männer auf 100m in einem Diagramm auf und macht das darüber hinaus auch noch übersichtlicher als an jener Stelle, so kommt in etwa so etwas dabei heraus:

weltrekord

Die letzten drei Punkte gehören Bolt. Damit hat er in zwei Jahren die Zeit um so viel verbessert, wie dafür vorher knapp 17 Jahre nötig waren. Irre.

Schnelllesen II: Digitales

Lesen am Monitor finde ich persönlich unheimlich anstrengend. Ich drucke längere Texte eigentlich jedes Mal aus, bevor ich sie mir zu Gemüte führe. Alles, was über die übliche zeit.de-Online-Artikel-Länge hinaus geht, muss ich in den Händen halten können, um mich ernsthaft damit zu beschäftigen.

Das Problem, dass es aus verschiedenen Gründen unangenehm ist, Texte am Bildschirm zu lesen, lässt sich zwar durch Schnelllesen nicht beseitigen, aber zumindest doch verkürzen. ;) Man leidet einfach nicht mehr so lange, wenn man schnell wieder fertig ist mit dem Text.

Selbstverständlich kann man die bereits erwähnte Technik mit der Lesehilfe auch am Bildschirm anwenden. Aber es macht sich spürbar schlechter, denn man kann nicht richtig mit dem Stift über den Bildschirm fahren. Zumindest nicht, wenn man nicht so sehr auf Kratzer und Schmierereien auf seinem Anzeigegerät steht.

Es gibt aber eine geradezu revolutionäre Möglichkeit, solcherlei digitale Texte auch am Bildschirm mit Wahnsinnsgeschwindigkeit zu erfassen. Die technische Umsetzung nennt sich “Rapid Serial Visual Presentation” (RSVP). Dabei zeigt der Computer Texte wie ein Teleprompter in Form von ca. einem bis drei Worten hintereinander immer an derselben Stelle des Bildschirms an. Das Prinzip ist so einfach, dass es schon wieder schwierig ist, es in Worte zu fassen. Deshalb gibt es auch gleich ein Video dazu:

Mit dem dort gezeigten Plugin für Firefox lässt sich Internet-Text per RSVP darstellen. Man markiert den Text, den man lesen will und drückt auf “Start”. Die Geschwindigkeit, mit der der Text nun angezeigt wird, kann man regulieren. Falls ihr das ausprobieren wollt, werdet ihr schnell feststellen, dass man überraschend viel versteht. Und das selbst bei etwa 400 Wörtern pro Minute, also dem Doppelten der normalen Lesegeschwindigkeit.

Aber es gibt auch Probleme mit dem Konzept.

1. Es strengt ziemlich an. Da das Programm dem Leser keine Pause lässt, muss er permantent voll konzentriert sein. Schweift man beim “Lesen” gedanklich ab, fliegt der Text an einem vorbei.

2. Das lange Starren auf immer dieselbe Stelle im Bildschirm mit immer demselben Fokus der Augen kann eigentlich gar nicht gesund sein. Würde ich einen Augenarzt kennen, ich würde ihn mal danach fragen… Übrigens habe ich solch ein RSVP-Programm auch für mein Handy ausprobiert. Nach einem wissenschaftlichen Text von 5000 Wörtern, habe ich auch beim normalen Sehen noch für einige Minuten die Umrisse des Handys schemenhaft vernommen, obwohl ich schon längst ganz woanders hingeguckt habe – Etwas beängstigend.

3. Man versteht sehr gut das, was man im Prinzip schon weiß. Bekannte und kurze Wörter sind sehr gut zu erfassen. Aber bei einem völlig unbekannten Text mit Fremdwörtern oder langen, zusammengesetzten wissenschaftlichen Begriffen, hakt es manchmal enorm.

4. Zahlen sind ein großes Problem. Diese sieht man, aber hat keine Zeit, sie in Relation zu anderen zu setzen, weil der Text schon wieder weiter läuft. Damit sind sie nur Zeichen, haben aber keine Bedeutung. Sehr interessant eigentlich für den Hobby-Gehirnforscher: Zahlen werden scheinbar anders verarbeitet, als Wörter.

Fazit: Sehr ausprobierenswert schon allein, weil man sieht, wieviel schneller man eigentlich auch ohne die Software lesen könnte und wieviel man dennoch dabei versteht. Trotzdem ist es für eine ernsthafte Bearbeitung von Texten noch nicht ausreichend. Aber eine Kombination zunächst aus RSVP und dann aus nochmal ganz schnell normal Lesen könnte sinnvoll sein. Online-Zeiungsartikel sind übrigens generell wirklich gut damit anzusehen, weil sie kurz sind und dadurch weniger anstrengend und normalerweise auch keine Fachbegriffe beinhalten.