Schade.
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Zusammen mit meinen Eltern habe ich letzte Woche diese drei Weltmetropolen besucht. Im Prinzip war ich sogar schonmal in Berlin, aber da war ich ungefähr vier und die Mauer stand noch. Insofern musste ich immer und immer wieder zugeben noch nie im Gesamtberlin gewesen zu sein und das ist ja nun wirklich seltenpeinlich. Da meine Eltern da in einer ähnlichen Situation waren, sind wir hingefahren und haben geplant auch noch das Hangzhou Deutschlands (“The most beautiful city in Germany”), Dresden, anzuschauen. Abschließend, weil man dann schonmal in der Nähe ist, haben wir auch noch die alte Heimat und die dortigen Omas besucht.
Berlin gefällt mir super und ist auch genauso, wie ich es mir in meinen idealistischen Vorstellungen erträumt hatte. Zusammen mit Hamburg ist Berlin wahrscheinlich Deutschlands einzige nichtprovinzielle Stadt.
Woran mache ich solch eine kühne Behauptung fest? Vielleicht liegt es an dem internationalen Gefühl, was man hat, die vielen jungen Menschen, die unzähligen total komisch aussehenden Leute, Leben, das auch etwas mehr auf der Straße stattfindet. Und… der U-Bahn.
Am zweiten Tag in Berlin waren wir unter anderem auch im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Jeder, der immer noch eine gewisse romantische Vorstellung von der DDR hat, glaubt das es im Kern nur Spreewaldgurken- und Trabanten-Mangelrepublik war, sich die alte Zeit zurücksehnt oder sie als ehrenwerten Versuch verklärt, sollte sich das einmal anschauen. Und alle anderen auch.
Gestern habe ich sicherlich über 20 Mal beim Chinesischen Konsulat in Frankfurt angerufen – immer besetzt. Und das, obwohl gestern auch offizielle “Bürozeiten” und sogar “Telefonberatung” war. Eigentlich hatte ich noch die Möglichkeit offen gelassen, für das Visum selbst nach Frankfurt zu fahren, weil es bei mir Magenkrämpfe verursacht, auch nur daran zu denken, Pass, Uni-Einladung und “Visa Application Form” einfach so mit der Post (!) durch die Gegend zu schicken. Wenn aber niemand im Konsulat ans Telefon gehen will, komme ich halt nicht drum herum, eine Visa-Agentur zu beauftragen.
Heute morgen habe ich die Unterlagen an eine solche verschickt und werde nun gespannt warten, ob wieder etwas zurückkommt.
Zusammen mit dem Seminar war ich heute im Karl-Marx-Haus. Durchaus peinlich: Ich wohne schon seit mehr als zwei Jahren hier und wusste nicht einmal, wie ich da von der Bushaltestelle “Karl-Marx-Haus” dort hin komme und musste doch tatsächlich einen Taxifahrer fragen.

Wir haben dann da eine zweistündige Führung gemacht, die im Prinzip durchaus interessant gestaltet war. Der zuständige Führer (sagt man das so?) hat recht lebendig vorgetragen und erklärt. Im Haus drinnen ist es aber unerträglich warm und deshalb eigentlich kaum zum aushalten. Und das, wo es heute zwar warm, aber noch nicht einmal wirklich heiß draußen ist. Inhaltlich gibt es schon ein paar witzige Anekdoten, z.B. in der Beziehung zwischen Marx und Engels und Marx’ finanziellen Schwierigkeiten.
Problematisch an der ganzen Sache finde ich aber, dass das Haus nunmal sowohl von außen, als auch von innen völlig unscheinbar ist. Dafür kann es sicher nichts, aber eine Gänsehaut läuft einem dadurch nun sicher nicht über den Rücken. Die Ausstellung an sich ist auch alles andere als spektakulär. Es gibt kaum Originalgegenstände, die etwas mit Marx zu tun haben, und fast alles baut sich nur aus Informationstafeln und hier und da mal aus einem Video auf.
Bei Wikipedia steht nun auch noch, dass die neue Ausstellung (zur Eröffnung 2005 war Franz Müntefering da) nun auch den Kommunismus in der Sowjetunion, Osteuropa und China berücksichtigt. Das, was ich dazu gesehen habe, war aber eher dürftig.
Insgesamt also eine Sache, die man nicht unbedingt besuchen muss. Ich werde natürlich auch niemandem verbieten, dieses zu tun.
Jedenfalls kann ich aber nun behaupten, schonmal im Karl-Marx-Haus gewesen zu sein. Nun fehlen nur noch Basilika, Amphitheater, Porta Nigra und Kaiserthermen, wo ich überall immer noch nicht drin, drauf oder dran war.
Ein Blick von meinem Fenster herab aufs Erdgeschoss:
Okay, also so trocknet man seine Socken und Schuhe definitiv nicht. Insbesondere nicht wenn es regnet.
Heute hatte ich meinen Termin beim Hausarzt, um die nötigen Untersuchungen fürs Gesundheitszeugnis zu machen. Ich wurde an ein EKG gehängt, mir wurde Blut abgeholtnommen und ich musste einen Sehtest machen. Es lief überraschend super: die Untersuchungen gingen ziemlich schnell, ich musste kaum zwischendrin warten, die Arzthelferinnen waren attraktiv und es wurde sogar ein Stempelkissen für den notwendigen schikanenhaften roten Stempel auf dem Passbild gefunden.
Problematisch war nur, dass ich dort nun doch keine Röntgenaufnahme vom Oberkörper machen lassen konnte. Das schien mir erst als äußerst problematisch, aber ging dann doch überraschend schnell. Gleich eine Straße weiter ist so ein Strahlenarzt, wo ich ohne Termin fast sofort dran kam. Das ganze hat wohl nicht länger als eine viertel Stunde gedauert und ich hatte das Röntgenbild in den Händen.
Nun muss ich allerdings Donnerstag nochmal hin, damit mir der Hausarzt dann auch endlich das Formular ausfüllt, wenn die Ergebnisse der Blutuntersuchung dann da sind. Ich hoffe, dass ich den Termin nun noch einhalten kann. In meiner grenzenlosen Naivität dachte ich nämlich eigentlich, dass ich bereits heute alles fertig haben würde. Naja, wenigstens treffe ich dann die Arzthelferinnen nochmal.
Für alle, die sich diesen Spaß auch mal geben wollen, kann ich noch sagen, dass man alles komplett selber bezahlen muss und ich kann jetzt so mit runden 200€ für den ganzen Kram rechnen. Schön ist das sicher nicht, aber dafür nunmal unvermeidlich.
Als ich heute in der Tiefgarage mein Fahrrad holte, hörte ich ein vogelartiges Herumgezwitscher (鳥雖捕猶鳴 :-)). Tatsächlich hatte sich ein schwarzer Vogel in der Garage verirrt und saß nun ganz hinten in der Ecke herum. Als Freund aller Lebenwesen dieser Erde, wollte ich dem Tier natürlich irgendwie aus dieser misslichen Lage helfen, nur ist klar, dass man in Zeiten der Vogelgrippe keine Vögel anfasst. Okay, der eigentliche Grund ist, dass ich ihn eh nicht hätte zu fassen bekommen.
Ich wollte ihn nun also einfach mithilfe von Schlüsselgeklapper und Fahrradgeräuschen in Richtung Ausgang scheuchen. Das klappte auch überraschend gut und wir kamen bis zu einer Ecke, wo man das große Ausgangstor schon sieht. Von da an wäre es leicht gewesen, ihn hinauszubefördern. Leider drehte sich das Viech dann plötzlich um und fliegt einfach genau dahin zurück, wo es schon ganz am Anfang war.
Gut, also ich hab’s versucht. Ein bisschen mithelfen muss man nunmal, wenn man die Freiheit zurückerlangen möchte. Als ich später zurückkam, war allerdings nichts mehr zu hören. Vielleicht hat sich ja noch jemand anderes mit dem dummen Tier abgemüht und war erfolgreicher.
Heute war ich mit noch drei anderen beim DAAD in Bonn zu einer Einführungsveranstaltung für China-Teilstipendiaten. Zunächst wollte ich dort ja gar nicht hinfahren, weil ich geglaubt habe, die Informationen, die es dort geben wird, kann ich mir auch locker im Internet holen. Weit gefehlt, denn die Veranstaltung war sehr informativ. Inbesondere wurde ausführlich erklärt, wie das Bewerbungsformular richtig auszufüllen ist und was es z.B. in Sachen Krankenversicherung alles zu beachten gibt.
Außerdem konnten wir auch mal die Leute sehen und hören, mit denen man beim DAAD so zu tun hat und vielleicht bisher nur über E-Mails und Telefon kommuniziert hat. Alle waren überaus sympathisch und absolut kompetent und man hat doch deutlich gemerkt, dass sie ihren Beruf wirklich ernst nehmen und jedem einzelnen so gut es geht helfen wollen. Und das, obwohl ja eigentlich wir diejenigen sind, die die finanziellen Leistungen (in Form von erlassenen Studiengebühren) erhalten. Nach einigen Unklarheiten, was die Bewerbungsmodalitäten und die Verständlichkeit der DAAD-Webseite angeht, hatte ich die Organisation ja schon langsam begonnen zu hassen. Das hat sich aber heute ins Gegenteil verkehrt.
Alles in allem also eine super Veranstaltung und einen leckeren Imbiss in Form von belegten Brötchen gab es auch.
Trotzdem muss ich immer noch hoffen. Wenn zu viele Bewerbungen eingehen, wird eine Auswahl nach Formalien getroffen und dann könnte ich auch noch rausfliegen. Außerdem habe ich eine Frist verpasst, wo ich mich hätte schon quasi vorzubewerben, indem ich mich einfach mal formlos beim DAAD bis zum 15.12. hätte melden müssen. Ich kam zwar noch auf die Interessentenliste, allerdings mit der Einschränkung, dass das nunmal auch ein Grund sein könnte, auszuscheiden. Naja, ich hoffe mal das beste. Drückt mir die Daumen, dass sich nur wenige nun tatsächlich bewerben.
Morgen werde ich wahrscheinlich alle Unterlagen hinschicken.
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