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Prognose für die Bundestagswahl

Meine Prognose: Die SPD konnte durch das Fernsehduell 3 Punkte gewinnen. CDU/CSU verlieren zur Wahl weitere 4. Die Linke gewinnt 1. FDP verliert noch einen Punkt, der wiederum den Sonstigen zugute kommt. Unter denen wird die Piratenpartei 3% erreichen.

Ergebnis:

CDU/CSU 31 %
SPD 26 %
GRÜNE 12 %
FDP 13 %
LINKE 13 %
Sonstige 5 %

Für niemanden reicht es und es gibt erneut eine Große Koalition.

Die Sonntagsfrage: Ein längerer Zeitraum

Was ist eigentlich wahnsinnig langweilig?

Genau, Umfragen von gerade mal heute nach morgen. Diese sehen wir jede Woche. Vergleiche nur gerade mal zur Woche davor werden aufgestellt. Viel interessanter aber sind doch Langzeittrends, über mehrere Jahre beobachtet. Ich weiß, ich weiß, jeder hier wartet schon seit Ewigkeiten sehnsüchtig auf genau das, lechzend nach Diagrammen und Zahlen.

Hier ist so etwas, vielleicht eher geeignet für breitere Monitore – oder zoomfreudige Personen: Die Ergebnisse der Sonntagsumfragen von 1998 bis 2009 (Infratest dimap) (mehr Daten sind bei wahlrecht.de nicht verfügbar)

btw_umfragen

Die kleinen blauen Punkte zeigen die Bundestagswahlen 1998, 2002 und 2005 und deren Daten sind logischerweise keine Umfragen, sondern die tatsächlichen Ergebnisse. Die Sonstigen Parteien habe ich herausgelassen.

Was sieht man?

Naja, ehrlich gesagt nicht viel. Insbesondere, wenn man es mit Firefox anguckt, der nur Vollbild und Vollzoom anbietet. Aber abgesehen davon sind kaum wirkliche Zusammenhänge zu erkennen. Vielleicht reichen die gerade mal drei abgedeckten Bundestagswahlen dafür aber auch noch nicht. 2005 war das Jahr, in dem, neben der CDU/CSU, ganz besonders die Meinungsforschungsinstitute verloren haben. Die Aussagen über die Ergebnisse der Union lagen weit vom Endergebnis weg. 1998 und 2002 trafen sie allerdings sehr gut zu.

Wir sehen auch das langsame Abbauen der SPD, was allerdings keine neue Erkenntnis ist. Das kann man jeden Tag in den Medien hören. Die Union dagegen hat ähnliche Werte wie schon von 2000 bis 2002. Mit der kühnen These, dass sie danach bis 2005 generell überbewertet wurde, gibt es keine generelle starke Schwächung der Volksparteien – nur die SPD ist wirklich betroffen.

Die kleineren Parteien wurden alle stärker und konnten ihre Prozentpunkte seit ’98 verdoppeln.

Alles nichts neues.

Tigerenten-Koalition

Maybritt Illner hat vorhin doch tatsächlich einen weiteren geschichtsträchtigen Koalitionsnamen nach dem bundesweiten Aufkommen der “Jamaika-Koalition” im Jahr 2005 geprägt: “Tigerenten-Koalition”.

Detlef Guertler behauptet an jener Stelle allerdings, dass nicht Illner selbst diesen Begriff erfunden hat, sondern auch dieser schon teilweise 2005 umhergeisterte. Nichtsdestotrotz werden solcherlei Kreativeleien immer erst richtig populär, wenn sie mit einer wirklich großen Fernsehsendung vorangebracht werden.

Jedenfalls ist mir, als innovativ-weiterdenkendem Bürger, sofort klar geworden, dass eine wichtige und vielleicht bald noch wichtiger werdenden Koalitionsmöglichkeit immer noch ein echter Name fehlt: SPD-Linke-Grüne. Seit Jamaika und spätestens jetzt mit der Tigerente sind althergebrachte Farbenspielchen definitiv endgültig out! “Rot-Rot-Grün” gehört in die Tonne der deutschen Sprache!

Diese Dreierkombination erfordert aber aufgrund der Doppelnennung von “Rot” eine noch größere Kreativität, als es bei Jamaika nötig war. Was in dieser kleinen Welt ist bitte Rot und nochmal Rot und Grün?!

Nicht viel jedenfalls. Ich bin dem Vorbild Jamaikas gefolgt und habe mir die Flaggen der Welt zu Gemüte geführt und die Lösung gefunden:

Transnistrien

Hä?! – Ja, genau! Transnistrien ist

der östlich des Dnister gelegene Teil Moldawiens. Transnistrien wird aber von keinem anderen Staat oder einer internationalen Organisation als souveräner Staat anerkannt und ist Mitglied der Gemeinschaft nicht anerkannter Staaten. Seit dem Transnistrien-Konflikt 1992 stellt es ein „stabilisiertes De-facto-Regime“ dar. (sagt Wiki)

Aha. Ist uns natürlich alles total egal. Interessant ist nur die Flagge, denn die sieht so aus:

trans

Damit heißt “Rot-Rot-Grün” ab jetzt “Transnistrien-Koalition”.

Das Copyright auf diesen Begriff gehört nun mir und bald werde ich damit in die Geschichte eingehen! Ha!

Update: doch nicht.

Piratenpartei vs. Urheberrecht – Denkt doch mal an die Künstler!!!!

Eins ist sicher …so unsexy wie ihr war in den letzten zwei Jahrhunderten keine Bewegung mit (sozial)revolutionären Zielen: Denn seit der französischen Revolution hatten die Revolutionäre eigentlich stets die große Mehrheit der Künstler auf ihrer Seite, die Musiker, die Schriftsteller und Maler, die Intellektuellen überhaupt. (Einzige Ausnahme: die faschistischen Bewegungen. Was euch vielleicht zu denken geben sollte.) Das heißt natürlich nicht, dass diese Bewegungen erfolgreich waren – aber sie haben mehr Spaß gemacht als die, gegen die sie angetreten sind. [...] Ironischerweise stellt ihr nun genau den einzigen Besitzstand in Frage, den Künstler für sich in der Menschheitsgeschichte erkämpfen konnten: das Urheberrecht. (“Beaumarchais” im Forum der Piratenpartei)

Hehe, sehr schön formuliert. Ich weiß genau, dass es der Partei nicht um die Abschaffung des Urheberrechts geht (wohl aber geht es ums legale Filesharen), aber nachdem ich das Interview mit Florian Bischof, Kandidat der Piratenpartei in Berlin, beim ARD-Netzrauschen gesehen habe, bin ich mir doch jetzt ziemlich sicher: Die Partei hat (noch?) kein echtes Konzept, was das Urheberrecht angeht.

Man muss Herrn Bischof zugute halten, dass das Interview schrecklich geschnitten wurde und eigentlich scheinbar auch kaum Zeit für eine umfassende Antwort blieb, aber trotzdem: die Argumente, die er bringt, überzeugen einfach überhaupt nicht, klingen stattdessen vielmehr nach idealistischem Hokuspokus mit dem Fazit “klappt schon irgendwie”.

Gab es denn trotzdem so etwas wie Argumente? Klar!

  1. Wenn ich Fan bin, finde ich schon Wege, dem Künstler finanziell etwas zugute kommen zu lassen.

    Klar geht das. Aber nicht jeder ist “Fan”. Kein Mensch überlegt sich solche “Wege” für Künstler, die ihm neu sind, in deren Werke er einfach mal reinschnuppern will. Fan werde ich erst, wenn ich schon alles von dem Künstler runtergeladen habe, es mir gefallen hat und ich mehr will. Dann erst gehe ich vielleicht zu seinem Konzert. Aber vorher hat er keinen Cent von mir bekommen. Aber vielleicht gehe ich auch gar nicht, weil er nicht in der Nähe auftritt, oder weil mir einfach nur seine Musik gefällt und mir das reicht und ich auch keine tolle Fan-Zusammestellung mit Extras brauche. Dann kriegt er auch später nix von mir.

    Tipp: Die Piratenpartei sollte sich diese alternativen “Wege” erstmal ausdenken. Und wenn die Ideen gut sind, hey, vielleicht wird das dann nochwas!

  2. Das Zweite ist zu gut, das muss ich direkt zitieren:
    - “Es geht ja eben nicht darum, dass eben frei hier in dem Sinne zu haben, dass man nicht unbedingt was für zahlt. Sondern es geht darum, die Kultur zu befreien… von dieser Fessel des Kommerziellen. Und darunter leiden eben auch Künstler.”
    - “Aber wohin soll die Reise gehen, wenn derjenige, der sich etwas ausdenkt, davon nicht mehr leben kann, von dem, was er da erarbeitet?”
    - “Aber er gibt doch viele Künstler, die können davon leben!”

Ein Meilenstein der Rhetorik und Argumentation. Die Kultur befreien von den Fesseln des Kommerziellen – Mao hätte es nicht besser sagen können. Dass man letztendlich “nicht unbedingt” was dafür zahlt, ist nunmal die Konsequenz von Filesharing. Egal, wie man da rangeht, das Geld, was da nicht bezahlt wird, bekommt der Künstler einfach nicht. Das ist reine Logik. Es gibt andere Wege, ja, aber dieser fällt nunmal dadurch einfach weg.

Im Forum der Piratenpartei sind es nun tatsächlich auch die Künstler selbst, die mit den Forderungen der Piratenpartei nicht einverstanden sind. Zumindest geben einige an, Künstler zu sein. Das wundert mich aber auch nicht, denn hier werden ihre Interessen angegriffen. Die Piratenpartei kann allerdings nicht zugeben, dass sie in diesem Punkt in Wirklichkeit nur die Interessen der Filesharer vertritt, denn sie versucht, ihr Image als Download-Nerd-Partei loszuwerden. Leider überzeugt der Ansatz, sich auch für die Künstler einzusetzen und recht abgehobene Ideen von unbegrenztem Wissen nicht.

Also, schnell ein Konzept überlegen, sonst werden die nächsten Interviews wieder so wie dieses.

Nicht wählen – Geh nicht hin!

Was ist eigentlich Ironie? Zum Beispiel vielleicht so wie Folgendes:

Die Ironie (griechisch εἰρωνεία eironeía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) ist eine Äußerung, welche – meist unausgesprochene – Erwartungen aufdeckt, indem zum Schein das Gegenteil behauptet wird.

Das Gegenteil behaupten ist also schonmal sehr wichtig. Sehen wir uns nun den folgenden Spot an und prüfen, ob hier Ironie vorhanden ist…

“This is one of the biggest financial disasters in American history.”
“Why would you vote? Why would you vote?!”
“Who cares? The economy is in the toilet. Who gives a shit?! I don’t care. I got so much money.
(…)
“Because who cares about… your children’s education.”
“Reading… literacy… really?!”
“You’re right. Don’t vote.”

Okay, hier haben wir es mit einem ganz klassischen und sehr überzeugendem Fall von Ironie zu tun. Selbstverständlich interessieren sich die Menschen für Bildung und Wirtschaft. Im Video sagen die Prominenten einfach das Gegenteil. Sehr gut gelöst! Es ist so einfach!

Sehen wir uns nun eine deutsche Variante dazu an.

“Politik… Ich find’, das sind alles Versager. Weil, wenn sie keine Versager wären, dann wären sie ja draußen, im freien Leben, in der Wirtschaft, in der Kunst, wo auch immer.”
“Also… sie werden mir das vielleicht nicht glauben, aber ich geh’ nicht wählen.”
“Kein Bock, so und so hört keiner auf uns. Also meine Stimme zählt ja nicht.”
“Die in Berlin, die machen da ihr Ding, wir machen unser Ding.”
“Sind eh immer dieselben Regierungen an der Macht. Die Programme sind diegleichen. Wählen ist sinnlos. Das macht keinen Sinn heutzutage. Für mich macht es keinen Sinn.”

Öh, moment mal. Ist das Ironie? Es wirkt überhaupt nicht danach. Man könnte es problemlos völlig ernst nehmen. Aber warum? – Die Umkehrung fehlt. Die Aussagen der Beteiligten sind alles solche, die man tatsächlich häufiger hört und die ernst gemeint auch wirklich Politikverdrossenheit zeigen. Im Gegensatz zum amerikanischen Original geht es bei der deutschen Kopie nur um die Politiker als Berufsgruppe und um den Einfluss der einzelnen Stimme. Steven Spielberg, Regisseur des ersten Films, hat die Ironie ganz einfach geschaffen, indem er auf politische Inhalte eingeht. Es geht um Bildung, Wirtschaft und meinetwegen im US-Stil auch um Terrorismus. Im deutschen Spot fehlen solche Themen. Themen, die wirklich jeden interessieren sollten. Erst die Behauptung, dass diese Inhalte unwichtig sind, macht das Ganze zur Ironie.

Das ging also wieder mal deutlich daneben.

Stopp!

Und heute mal: Stammtisch.

stoppschild

Also manchmal bin ich ja wirklich dafür, dass nicht Politiker regieren sollten, sondern nur je nach politischem Gebiet, Fachleute entscheiden sollten, was für Maßnahmen ergriffen werden. Interessant ist natürlich, dass das ja zumindest in Form von Beratung immer mehr gerade auf Bundesebene stattfindet. Und doch kommen Kabinettsbeschlüsse wie diese zustande, scheinbar ohne dass auch nur einer das gelesen hat.

Aber ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten genau darüber bescheid wissen. Um es wissenschaftlich auszudrücken: Die Theorie, dass sich Politik nicht um Inhalte dreht, wird hier ziemlich gestützt.

Welches ist das kritischste Land?

Was für eine überflüssige Frage, aber vielleicht lässt sie sich ja trotzdem beantworten. Durch die Medien geht heute eine BBC-Umfrage zum Ansehen verschiedener Staaten in der Welt. Dabei hat sich überraschend herausgestellt, dass Deutschlands Einfluss in der Welt als am positivsten bewertet wird. Wenn man es so wie einige Quellen – also falsch – beschreibt, heißt das, Deutschland ist das beliebteste Land der Welt!

Das interessiert mich aber an dieser Stelle nicht, denn man kann mit den Zahlen auch noch andere Dinge feststellen. Ich nehme an, dass ich mit den Summen der Negativbewertungen jedes Landes feststellen kann, wer insgesamt am kritischsten ist. Ein Land, das anderen Staaten inklusive sich selbst sehr viele Negativstimmen gibt, ist offensichtlich kritischer als ein Land, das nur wenig negativ bewertet. Ein solches Land wäre dann eher locker im Umgang mit anderen und lässt die anderen Staaten machen, was sie wollen. Ein Leben-und-leben-lassen-Staat. Wenn ich hier von “ein Land” spreche, meine ich natürlich die Bevölkerung, denn die Umfrage richtete sich ja an genau diese. Die Bevölkerung eines Staates, der insgesamt viel negativ bewertet, hat dagegen an vielen Dingen etwas auszusetzen und würde anderen vielleicht gerne öfters vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Vielleicht.

Was ergibt sich nun, wenn man diese Zahlen zusammenrechnet und sortiert?

Diese Tabelle mit detaillierten Ergebnissen ergibt sich und hier ist ein kleiner Überblick nur über die Platzierungen:

tabelle_kurz1.png

Auf dem ersten Platz befindet sich die Türkei. Die Leute dort bewerten die anderen Staaten als am negativsten. Durchschnittlich werden über 50 Negativpunkte vergeben. Mit einem Abstand von immerhin 5 Punkten durchschnittlich folgt aber schon auf Platz Zwei Deutschland. Wir sind auf der einen Seite das beliebteste Land der Welt, bewerten alle anderen Länder aber besonders stark negativ.

Alle sechs europäischen Staaten befinden sich in der oberen Hälfte, bis auf Portugal sogar alle im oberen Drittel. Das überrascht bei den hohen europäischen Ansprüchen an die Einhaltung von Menschenrechten und die gute Information über andere Länder durch die Medien wohl kaum. Die USA stehen als erklärte Weltpolizei ist immerhin auf Platz 5, Kanada ist unter den westlichen Industriestaaten das, was am wenigsten negativ bewertet.

Im unteren Drittel befinden sich auch China und Russland. Ersteres ist schlecht auf Japan, Letzteres auf die USA zu sprechen, ansonsten gibt es bei beiden aber wenig auffällig negative Ausschläge.

Das Land, das laut der Tabelle am tolerantesten aussieht, ist Indien. Nur Pakistan wird verhältnismäßig schlecht von Indien bewertet. 42 Punkte sind allerdings auch nicht allzu viele.

Hilft uns das Vorurteile aufzubauen? Deutschland als kleinkariert und spießig abzukanzeln? Definitiv ja! Natürlich können wir es auch “kritisch-informiert” nennen. ;)

Nur die Ruhe

bild-1.png

Das ist eine dieser Umfragen bei Spiegel Online. Interessant, wie schnell der Beißreflex bei vielen einsetzt. So auch bei ein paar Politikern:

Der Sportpolitiker der Grünen etwa, Winfried Hermann, schließt einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking als Konsequenz aus den blutigen Unruhen in Tibet nicht aus. Sollte es zu einem Bürgerkrieg kommen, müsse über eine Absage der Olympischen Spiele nachgedacht werden, sagte Hermann der “Berliner Zeitung”. Er forderte eine schnelle Aufklärung der Unruhen in Tibet. “Die Uno sollte ein internationales Komitee einsetzen und nach Tibet senden.” (Quelle: Spiegel Online)

Ein “internationales Komitee” also. Von der Uno auch noch. Vermutlich sogar mit Zustimmung Chinas im Sicherheitsrat. Soso…

Das geht alles viel zu weit. Zunächst einmal weiß niemand momentan, was eigentlich in Tibet los ist. Keiner weiß, was eigentlich genau passiert, aber alle sprechen vom Freiheitskampf der Tibeter. Wissen wir das wirklich?

Tatsächlich gibt es drei unterschiedliche Dinge, die vielleicht gerade passieren:

1. Freiheitskampf für ein unabhängiges Tibet
2. Aufsehen Erregen und auf Probleme aufmerksam machen
3. Randalierende Tibeter

Momentan sieht es für mich eher nach Randale aus. Und wenn es tatsächlich Freiheitskampf ist und es hier um Unabhängigkeit gehen würde, dann ist eines klar: In diesem Fall interessiert es die Volksrepublik einen feuchten Kehricht, ob die Olympischen Spiele stattfinden oder nicht, solange sie es schafft, Tibet weiter an sich zu binden. An der Spitze aller politischen Ziele der Volksrepublik steht schon seit ihrer Gründung die Einheit des Staates. Winfried Hermann sieht das vielleicht anders, aber im Vergleich dazu sind die Olympischen Spiele leider völlig bedeutungslos.

Falls es nun aber nur um das Erregen von Aufsehen geht, wird auch dann ein Boykott nichts bewirken. Es glaubt ja wohl niemand, dass nicht stattfindende Olympische Spiele plötzlich alles verändern würden. Vielmehr würde es dazu führen, dass die Volksrepublik international ihr Gesicht verliert und sich daraufhin erst recht stur stellt. Und wenn ich dabei von der “Volksrepublik” spreche, meine ich eben nicht nur ein paar Politiker an der Spitze, sondern vor allem sämtliche Bewohner des Landes. Bei solchen Dingen ist man sich in China schon immer sehr schnell einig gewesen. Gerade wenn es gegen die ungerechte Behandlung durch Europäer geht. Einen solchen Nationalismus will sicherlich keiner schon wieder. Auch nicht Winfried Hermann.