Zu Unrecht scheint noch kaum jemand in Deutschland die Khan Academy zu kennen. Salman Khans Ein-Mann-Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen überall auf der Welt über Youtube-Videos zu unterrichten. Khan steckt augenscheinlich voll von Idealismus, denn er hat nach Abschlüssen beim MIT und der Harvard Business School einen doch recht lukrativen Job als Hedgefond-Analyst in Kalifornien aufgegeben, um vollzeit zu unterrichten – und das völlig kostenlos.
Seine Unterrichtseinheiten fokussieren sich auf Mathematik und Wirtschaft, was schließlich seine Spezialgebiete sind. Unter den bisher produzierten über 1200 (!) Videos finden sich aber auch zahlreiche zu Biologie, Chemie und sogar Geschichte.
Dabei ist sein Unterricht sehr geschickt konzipiert. Er verzichtet auf jeglichen Schnickschnack und nutzt stattdessen einzig seine Stimme und – eine schwarze Tafel (in Form eines einfachen Grafikprogramms), auf der er die Inhalte schematisch darstellt. Seine Videos sind dabei bewusst kurz etwa um zehn Minuten gehalten, weil danach nach Khans eigener Untersuchung die Aufmerksamkeit rapide absinkt.
Das Ganze ist sehr durchdacht und Khan erklärt scheinbar trockene Zusammenhänge spannend wie einen Krimi. Ich selbst hänge nun bisher noch nicht so sehr an den mathematischen Erklärungen, verschlinge aber derzeit die wirklich interessanten Beiträge zur Wirtschaftskrise. Es gibt vermutlich derzeit keinen besseren Ort, an dem einem übersichtlich erklärt wird, was “Credit Default Swaps”, “Mortage Backed Securities” oder “Home Equity Loans” sind. Voraussetzungen, um die Finanzkrise zu verstehen.
Die Google Blogsuche ist ja schrecklich. Wenn ich dort nach “schülervz” suche, was will ich dann wohl? Will ich dann über 20 Seiten immer und immer wieder dieselbe sechszeilige Agenturmeldung lesen, die dann nicht einmal auf richtigen Weblogs, sondern den üblich verdächtigen Nachrichten- und Pseudonachrichtenseiten zu finden ist?
Nein.
Wenn ich nach Weblogs suche, geht es mir doch vielmehr um Kommentare zu dem jeweiligen Thema, das ich sowieso schon kenne. Ich will Meinungen lesen. Sonst würde ich doch an anderer Stelle suchen.
Aber das Problem liegt hier nicht nur an der Suche, sondern auch daran, dass jede x-beliebige Seite sich unter dem technischen Deckmantel des Weblogs versteckt. Anders ausgedrückt, dass viel zu viele “Weblogs” nichts anderes tun, als Nachrichten zu posten. Möglichst schnell und möglichst aktuell – aber ganz ohne Mehrwert. Steht eh überall.
Wenn ich Nachrichten will, gucke ich auf Spiegel Online, Tagesschau oder sonst wo. Aber wenn ich Kommentare und Meinungen haben möchte, ja dann suche ich nach Blog-Einträgen. Aber das war wohl mal.
Im Internet findet man die paar interessanten Kommentare nicht mehr im Wust der zehntausend Mal kopierten Nachrichten. Schade.
Der Streit zwischen dem Internetkonzern Google und der chinesischen Regierung eskaliert: Google bietet ab sofort für China eine unzensierte Suchmaschine an. Die Regierung in Peking reagierte empört und verhindert nun mit anderen Mitteln den Zugang zu vorher zensierten Informationen.
schreibt tagesschau.de. Klingt ja fantastisch. Wie sich Google da gegen ein mächtiges autoritäres Regime aufbäumt und über das Internet die Freiheit ins Land bringen will. Wahrlich eine mutige Tat. Spiegel Online hat die Meldung natürlich auch ähnlich im Programm und in der zugehörigen Diskussion fragt sich schon der ein oder andere, was nun wohl passieren mag, jetzt, wo die Chinesen Zugriff auf ein freies Internet hätten. Gibt es Aufstände, wird die Regierung gestürzt…?
Aber, das Ganze ist viel viel unbedeutender als man bei solchen Meldungen denken mag. Man muss nur zwei Dinge verstehen: Erstens, die ehemalige Google-Selbstzensur ist etwas ganz anderes als die normale Zensur staatlicherseits (immer mal wieder als “Great Firewall” verteufelt). Selbst mit der unzensiertesten Suchmaschine der Welt kann keiner in China (ohne technische Tricksereien) epochtimes.com (das ist eine Webseite der Falun Gong) lesen. Er kann sie dann nunmal nur suchen, aber sobald er klickt, scheint’s nicht mehr da zu sein.
Zum anderen gab es in Hongkong schon vorher Google. Jeder Chinese, der das gewollt hätte, hätte das dortige Google nutzen können. Aber das will keiner. Weil niemanden Falun Gong, Tiananmen und Liu Xiaobo interessiert.
(Mit diesen Schlagwörtern im Text bin ich jetzt sicher auch endlich zensiert.
Was soll ich nur nach dem Studium tun? Welcher Bereich verspricht eine blendende Zukunft? Wo kann man trotz Wirtschaftskrisen am laufenden Band noch einsteigen? Google Trends hilft bei der Entscheidung.
Google Trends zeigt die Anzahl an Suchanfragen nach selber auszuwählenden Begriffen weltweit nach Zeit in einem Diagramm an. Wo nun soll die Reise hingehen? Das Ergebnis ist eindeutig:
Als einziger Bereich mit Potenz stellt sich die Pornoindustrie heraus. Danach wird bei Google in riesigen Zahlen gesucht. Während alle anderen Bereiche, in die ich berufsmäßig einsteigen könnte, langsam aber stetig fallen, versprechen Pornos weiterhin viel Wachstum. Während andere Bereiche zum Jahresende abfallen, wird nach Pornos ganz besonders zur Weihnachszeit gesucht. Das verspricht einen wahnsinnigen Absatz im Weihnachtsgeschäft!
“porn” hat 2006 sogar die MP3s hinter sich gelassen und zog dieses Jahr gleich mit einem engen Verwandten: Sex.
Aber wo soll ich dann später als Pornoproduzent durchstarten? Google Trends gibt auch darauf die Antwort:
Die größte Nachfrage für Pornographie gibt es also in: Irland. Interessant.
So, hier also noch ein weiteres Posting zu diesem Thema zu den bereits bestehenden ungefähr fünf Millionen. Spielprinzip steht da und auch überall sonst. Monopoly im Internet mit echten Straßen und so.
Natürlich wollte ich unbedingt die Weberbach in Trier haben, aber die schönsten Straßen der Welt sind selbstverständlich schon weg. Also versuche ich ab nun irgendwie das Uni-Viertel aufzukaufen. Riesen-Plan. Vor allem, wenn den hier jetzt jemand liest und ihn sogleich zunichte macht.
Das Spiel selbst verspricht in etwa die Spannung von geschnittenem Brot. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das irgendwie Spaß machen soll. Aber, ganz dem Mainstream folgend, mache ich jetzt einfach trotzdem mal mit. Dann kann ich zumindest schonmal mitreden.
(140) Hasse twitter, (125) weil derzeit überall drüber geschrieben wird, (79) Weblogs schon wieder abgemeldet? (46) klar ist ja auch… (27) scheiße, kein Platz mehr (0)
Dass man intensiv über einen Bewerber recherchiert, komme erst von der Führungsetage an vor, nach dem Durchschnittsbewerber werde allenfalls gegoogelt. Um nach Partybildern zu suchen oder soziale Netzwerke nach unseriösen Kontakten zu durchforsten, dafür fehle den meisten Personalern die Zeit.
… sagt Annette Gerlach, Personalerin bei einem “größeren Unternehmen in der Chemiebranche” auf ZeitOnline.
Endlich sagt’s mal jemand. Diese Panikmache mit privaten Daten im Internet ist doch völliger Unsinn. Kein ernst zu nehmender Personalchef nimmt sich über die normale Zeit, die er eh schon mit den Standard-Unterlagen beschäftigt ist, hinaus noch mehr Zeit, um nach Bewerbern auf sämtlichen Sozialen Netzwerken zu suchen.
Viel wichtiger ist aber: Wer im heutzutägigen erstmaligen Bewerbungsalter noch überhaupt keine Spuren im Internet hinterlassen hat, der sollte bei jedem Personalchef erstmal eher seltsam, denn kompetent rüberkommen. Wer aber Profile vorweisen kann, die von Rechtschreibung und interessanten Dingen nur so strotzen, der hat garantiert Vorteile gegenüber all denen, die aus Angst nix von sich preisgeben wollen. (Oder “Schmidt” heißen und dadurch sowieso nicht gefunden werden.)
Und überhaupt, jetzt mal philosophisch da rangegegangen: Wenn ich aufgrund meiner Internetaktivität vor einer Bewerbung tatsächlich abgelehnt werde, erfahre ich diesen Grund am Ende doch sowieso nicht. Damit ist es egal. Ich bewerbe mich wieder und wieder und nochmal und irgendwann stellt mich jemand vielleicht trotz der ganzen Koma-Party-Bilder ein. Auch da erfahre ich aber wahrscheinlich eher nicht, dass derjenige davon wusste. Dann ist es genauso egal.
Was man nicht erfährt, ist eben nicht Teil der eigenen Realität.
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